Intelligente Medizintechnik ermöglicht es, Patienten- und Gesundheitsdaten effizienter zu nutzen, Messdaten besser zu analysieren und Prozesse zu beschleunigen – zugunsten der Patienten und des medizinischen Personals. Smarte Medizingeräte bieten jedoch auch Einstiegspunkte für Cyberkriminelle. Hier braucht es Sicherheitsansätze, die Netzwerke resilient machen und Angriffe eindämmen.
Das Thema Resilienz gewinnt in allen Branchen zusehens an Bedeutung.
Längst ist das Internet der Dinge auch in der Medizin angekommen. So werden in der Medizintechnik immer mehr Geräte untereinander und mit dem Internet vernetzt. Das ist sinnvoll, denn Messdaten, Echtzeit-Überwachung, Patienteninformationen, Röntgen-, CT- und MRT-Bilder, Daten zu Medikamenten und viele andere Informationen stehen dem medizinischen Personal so schneller und effektiver zur Verfügung. Gerade bei medizinischen Behandlungen spielt Geschwindigkeit eine große Rolle und es ist wichtig, dass die behandelnden Ärzte alle nötigen Daten möglichst schnell zur Verfügung haben. Die elektronische Patientenakten wird dabei in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen.
Doch der Einsatz vernetzter IT im Gesundheitswesen schafft auch Angriffsflächen für Cyberkriminelle. Die Antwort darauf sollte jedoch nicht weniger Vernetzung, sondern mehr Cybersicherheit sein. So kann auch in Zukunft eine möglichst effiziente Behandlung der Patienten bei gleichzeitiger Sicherheit aller Beteiligten gewährleistet werden.
Cybersicherheit spielt in der Medizintechnik eine wachsende Rolle
In den letzten Monaten ist die Anzahl von Cyberattacken im Gesundheitssektor deutlich angestiegen, vor allem Ransomware-Angriffe nahmen dabei weiter zu. Laut dem 2023 Cost of a Data Breach Report von IBM Security beliefen sich die durchschnittlichen Kosten einer Datenschutzverletzung im Gesundheitswesen im Jahr 2022 auf 11 Millionen US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von einer Million US-Dollar gegenüber dem Vorjahr.
Angriffe auf die Gesundheitsbranche sind im Vergleich zu vielen anderen Branchen dabei besonders kritisch, da Ausfälle im schlimmsten Fall die Gesundheit und das Leben von Patienten bedrohen. So können Ransomware-Angriffe etwa dazu führen, dass Operationen ausfallen oder wichtige medizinische Geräte wie zum Beispiel eine Herz-Bypass-Maschine oder ein Beatmungsgerät nicht funktionieren.
Eine weitere Gefahr ist der Diebstahl medizinischer Daten. Dieser findet häufig parallel zu Ransomware-Angriffen statt. Patientendaten sind für Cyberkriminelle sehr lukrativ und werden oft für viel Geld im Darknet verkauft. Das macht das Gesundheitswesen zu einem begehrten Ziel für Cyberkriminelle. Gelingt es einer Hackergruppe, Patientendaten zu stehlen und einen erfolgreichen Ransomware-Angriff durchzuführen, kann dies immensen Schaden für die medizinische Einrichtung bedeuten.
Nach einer aktuellen Studie von Trend Micro müssen ein Viertel der von Ransomware betroffenen Gesundheitseinrichtungen sogar den Betrieb einstellen. Hinzu kommen der Vertrauensverlust der Patienten, Strafzahlungen und hohe Wiederherstellungskosten, die eine Cyberattacke mit sich bringen. Darüber hinaus sehen sich Einrichtungen des Gesundheitswesens oft gezwungen, den Lösegeldforderungen der Cyberkriminellen nachzugeben, ohne zu wissen, ob diese die Daten nach der Lösegeldzahlung tatsächlich wieder freigeben bzw. nicht trotzdem veröffentlichen.
Herausforderungen bei der Absicherung vernetzter Medizingeräte
Dass viele Gesundheitseinrichtungen und Hersteller beim Schutz vernetzter medizinischer Geräte nicht Schritt halten können, liegt vor allem an komplexen Technologien und Prozessen. Medizinische Geräte sind in der Regel sehr teuer. Das bedeutet, dass Einrichtungen diese Geräte nicht so häufig austauschen, wie es beispielsweise bei PCs der Fall ist. Das führt dazu, dass ältere und unsichere Geräte länger im Einsatz sind, als es aus Sicht der Cybersicherheit sinnvoll ist. Hinzu kommt die hochkomplexe und meist proprietäre Software, mit der die Geräte betrieben werden. Die Software ist nicht leicht zu aktualisieren, was das Schließen von Sicherheitslücken und Upgrades ebenfalls zu einer Herausforderung macht.
Im Rahmen der Vernetzung medizinischer Geräte werden außerdem spezielle Computer eingesetzt, welche die Daten der Medizingeräte empfangen und verarbeiten. Auch diese lassen sich oft nur schwer aktualisieren, da es sonst zu Inkompatibilitäten mit den angeschlossenen Medizingeräten kommt. Ein weiteres Hindernis bei der sicheren Modernisierung sind die strengen Vorschriften und bürokratischen Hürden zum Schutz von Patientendaten, welche die Absicherung von IoT-Geräten zusätzlich erschweren. Werden zudem Geräte verschiedener Hersteller eingesetzt, multiplizieren sich diese Herausforderungen schnell, da jedes Gerät seine eigenen Sicherheitsmerkmale und Schwachstellen hat. Das alles ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass Anbieter und Betreiber solcher Geräte Wege finden müssen, um sie zuverlässig vor Cyberangriffen zu schützen.
Stand: 08.12.2025
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Mehr Sicherheit ohne höhere Kosten, geht das?
Sicherheit im Gesundheitswesen erfordert aus den genannten Gründen einen vielschichtigen Ansatz auf mehreren Ebenen. Dabei spielt auch die Kosteneffizienz eine wichtige Rolle. Zudem dürfen die IT- und Sicherheitsteams, die oft mit begrenzten Ressourcen arbeiten, nicht mit neuen Sicherheitstechnologien überfordert werden.
Eine mögliche Lösung für diese vielfältigen Herausforderungen ist die Implementierung von Unified Secure Access Service Edge (SASE)-Plattformen. Unified SASE integriert Netzwerksicherheit und Wide Area Networking (WAN)-Funktionen in einem einzigen Cloud-basierten Dienst. Dadurch entsteht ein ganzheitlicher Ansatz zur Sicherung aller Arten von Fernzugriff und Datenaustausch. Geräte können in solchen Umgebungen zuverlässig vernetzt werden und sind dennoch umfassend vor Cyber-Angriffen geschützt.
Unified SASE kann zum Beispiel die Auswirkungen eines Angriffs durch Mikrosegmentierung reduzieren. Dabei wird ein Netzwerk in sichere, isolierte Segmente unterteilt, um die potenziellen Auswirkungen einer Sicherheitsverletzung zu begrenzen. Mikrosegmentierung ist besonders für Gesundheitsdienstleister mit vielen Geräten nützlich. Denn wenn einzelne medizinische IoT-Geräte kompromittiert werden, beschränkt sich der Angriff nur auf einen Teil des Netzwerks. Die anderen Segmente bleiben funktionsfähig und können gefahrlos weiterlaufen.
Darüber hinaus bietet Unified SASE eine Reihe weiterer Sicherheitsfunktionen. Dazu gehören ein erweiterter Schutz vor Bedrohungen sowie Next Generation Firewalls (NGFW), die Bedrohungen in Echtzeit erkennen und blockieren. Hinzu kommt die URL-Filterung, die den Zugang zu bestimmten Websites einschränkt, um den Zugriff auf schädliche Webinhalte zu verhindern. Cloud Access Security Broker (CASB)-Funktionen sorgen für Transparenz und Kontrolle über Cloud-Dienste, um sensible Daten zu schützen.
Fazit
Einheitliche SASE-Plattformen verbessern die Cyber-Resilienz und senken gleichzeitig die Gesamtbetriebskosten (TCO). Durch die Konsolidierung mehrerer Sicherheitsdienste in einer einzigen Lösung können Gesundheitsorganisationen ihre Sicherheitsprozesse rationalisieren und Kosten senken. IT- und Sicherheitsabteilungen werden entlastet und können sich auf andere wichtige Aufgaben konzentrieren. Der Einsatz von SASE ermöglicht es Gesundheitsorganisationen, ihre Cybersicherheit zu verbessern, Patientendaten zu schützen und gleichzeitig die Kosten unter Kontrolle zu halten.
Pantelis Astenburg Vice President DACH, Versa Networks