Die Leitmesse der Pflegebranche ist vergangene Woche zu Ende gegangen: Mehr als 500 Ausstellende und über 18.000 Besucher zählte die Altenpflege-Messe 2024. Das Highlight neben einer Bandbreite an Produkten, Dienstleistungen und Austauschmöglichkeiten bot der Messekongress mit Karl Lauterbach, der live dazugeschaltet wurde.
Die Altenpflege-Messe 2024 endete vergangene Woche am 25. April. Dabei schaltete sich auch Karl Lauterbach live zum Kongress dazu und klärte offene Fragen zu Gesetzesentwürfen.
Die Altenpflege 2024 ist die Leitmesse der Pflegebranche – über drei Tage lang fand die Veranstaltung in der vergangenen Woche statt und ging schließlich am 25. April zu Ende. Dabei sammelten sich über 18.000 Besucher und Besucherinnen und über 500 Aussteller an, die zu diversen Themen innovative Ideen, Produkte, Dienstleistungen und genügend Gesprächsstoff zu bieten hatten.
Die diesjährigen Themen handelten über folgende Fachbereiche:
Die Veranstaltung bot die Gelegenheit für Fachkräfte, Dienstleitende, Betreibende von ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen und Führungskräfte aus der Pflegebranche, sich gegenseitig auszutauschen, zu informieren oder die wichtigsten Themen und Herausforderungen gemeinsam zu beleuchten. Darunter spielte auch die digitale Transformation eine Rolle und schließlich wurden Praxisbeispiele und Lösungsansätze vorgestellt. Im Vordergrund stand in diesem Jahr besonders die wirtschaftliche Belastung, der Personalmangel sowie die Versorgungsengpässe in der ambulanten und stationären Pflege.
„Für uns bedeutet die Messe ‚Altenpflege‘ nicht nur unsere Produkte zu präsentieren, sondern auch eine echte Chance, ganz komprimiert auf Kunden zu treffen, mit Pflegekräften ins Gespräch zu kommen und uns gleichzeitig untereinander auszutauschen“, sagte Anja Pawlitzek, Leitung Eventmanagement & Marketing-Projektmanagement bei Medifox Dan. Thomas Kinnigkeit, Marketingleiter bei TeleAlarm, fielen besonders die ambulanten Pflegedienste auf: Er erwähnte, dass bei den Besuchern auf jeden Fall eine größere Offenheit nach Corona für Innovationen und neue Produkte in der Branche bestünde. Das wurde wohl auch in der Sonderschau der Aveneo deutlich, die sowohl Start-ups, neue Ideen und Innovationen zu bieten hatte. In diesem Jahr wurde zum ersten Mal eine Auszeichnung vergeben, um nachhaltige Ideen zu würdigen. Ob das in der nächsten Messe fortgeführt wird, sollte sich dann vom 8. bis 10. April 2025 in Nürnberg zeigen.
Während sich die Teilnehmer in der Messehalle austauschen konnten, lief nebenher noch der Messekongress: Die Verbände konnten die Gelegenheit nutzen und ihre Forderungen direkt an Karl Lauterbach (SPD) stellen, der gleich am ersten Messetag live dazugeschaltet wurde und somit den Kongress wie auch die Diskussionsrunde eröffnete. Da das Thema „Fachkräftemangel“ auch die Pflegebranche hart trifft, sprach der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) sogleich die Personalsicherung an: Diese forderten ein umfassendes Gesetz, das sowohl die Akademisierung wie auch die Fachkräfteeinwanderung berücksichtigt. Ausländische Pflege-Fachkräfte sollten zum Beispiel ohne Anerkennungsverfahren, aber mit mindestens dreijähriger Ausbildung und den notwendigen Sprachkenntnissen arbeiten dürfen. Des Weiteren forderten sie für die bundeseinheitliche Assistenzausbildung eine Dauer von maximal einem Jahr.
„Ich habe Angst, dass das Gesetz als Tiger losspringt und als Katze landet“, kritisierte der Vizepräsident des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK), Stefan Werner. Denn für die DBfK müsse eine „mutige und konsequente Umsetzung“ folgen und es brauche bessere Rahmenbedingungen für die Pflegekräfte. Die vorläufigen Eckpunkte des Pflegekompetenzgesetzes seien schon mal ein guter Weg.
Weitere Punkte beliefen sich auf die Finanzierung der Pflege, die Begrenzung der Eigenanteile und eine kurzfristige Existenzsicherung der Pflegeunternehmen durch entsprechende Finanzierung. Auch diese Mittel sollten im kommenden Pflegekompetenzgesetz integriert werden. Schnelle und verbindliche Verfahren für Vergütungsvereinbarungen zwischen Pflegekassen und Leistungserbringern seien notwendig. Dafür, so meinte die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW), dürften auch höhere Beiträge für die Pflegeversicherung fallen und Länder müssten die Investitionskosten der Einrichtungen zahlen.
Neben dem Pflegekompetenzgesetz, das die Kompetenzerweiterung von Pflegenden vorsieht, soll auch die bundeseinheitliche Assistenzausbildung kommen, die wie Lauterbach meinte, „weder zu kurz noch zu lang sein“ wird. Zu den anderen Forderungen fügte er hinzu, dass er sie im Ministerium besprechen wird. Doch das Vorhaben brauche insgesamt eine umfassende Finanzierungsreform. So beteuerte Lauterbach: „Ohne eine bessere steuerfinanzierte Pflegeversicherung werden wir nicht hinkommen. Nur über höhere Beiträge wird das nicht zu machen sein.“
Stand: 08.12.2025
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