Gerade in der Pandemie sollten Arbeitsabläufe in Krankenhäuern möglichst effizient sein. Dennoch verbringen Ärzte und Krankenschwestern viel Zeit damit, nach benötigtem medizinischem Equipment auf der Station zu suchen oder Patienten für die nächste Untersuchung zu kontaktieren. Mit RFID-Lösungen, etwa an entsprechenden Armbändern, erhält das Klinikpersonal einen besseren Überblick, meint unser Gastautor Chris Sullivan.
Gerade aktuell, mitten in der Pandemie, arbeiten Ärzte und Krankenschwestern oft am Limit. In einem so stressigen Arbeitsalltag ist es ärgerlich, wenn man dann auch noch nach dringend benötigten medizinischen Geräten suchen muss, die sich irgendwo auf der Station oder anderswo im Krankenhaus befinden. Die Lokalisierung von Equipment ist laut der aktuellen Studie „Smarter, More Connected Hospitals” von Zebra Technologies eine der größten Herausforderungen, wenn effizientere Prozessen im medizinischen Arbeitsalltag eingeführt werden sollen.
Manchmal ist es darüber hinaus schwierig, vor einer anstehenden Untersuchung die benötigten Patienten und Mitarbeiter zeitnah zu kontaktieren. Teilweise verzögern sich deshalb sogar diagnostische Tests und Behandlungen, weil ein Patient nicht da ist, wo er eigentlich sein sollte, weil ein Arzt für eine Konsultation nicht auffindbar ist, die Eltern nicht kontaktiert werden können, um ihre Zustimmung zu geben, oder weil ein Pfleger für eine Abholung nicht erreicht werden kann. Besonders in der jetzigen Zeit ist es natürlich verständlich, dass das Krankenhauspersonal oft zu beschäftigt ist um ans Telefon gehen oder auf SMS-Benachrichtigungen zu reagieren.
Aber es gibt Technologien, die in solchen Fällen besser geeignet sind als das „gute alte Telefon“ – und zwar Radiofrequenz-Identifikations- (RFID) und Bluetooth-Low Energy-Technologien: Damit lässt sich in Sekunden feststellen, ob sich etwa eine benötigte Person im Gebäude aufhält. Immer mehr Einrichtungen investieren deshalb in solche Lösungen.
Ein „Ping“ erleichtert vieles
Mit diesen Lösungen lässt sich das Arbeitshandy eines Mitarbeiters oder ein RFID-Tag an einem Patientenarmband, Bett oder Rollstuhl ganz einfach anpingen. An Besucher können temporäre Ausweise mit RFID-Tags ausgegeben werden, die ähnlich wie ein Armband funktionieren. So wissen Mitarbeiter genau, welches Schwestern- oder Wartezimmer sie anrufen müssen, wenn sie einen bestimmten Patienten oder Besucher kontaktieren wollen oder wenn eine dringende Nachricht an einen Arzt übermittelt werden muss, der sich gerade um einen anderen Patienten kümmert.
Auch kann das Pflegepersonal den aktuellen Aufenthaltsort und Status eines Patienten mit RFID-Lösungen einfacher bestimmen, wenn dieser beispielsweise zum Röntgen oder zu einer anderen Untersuchung gebracht werden muss. Und wenn sich der Standort eines Patienten eine Zeit lang nicht geändert hat, könnte das ein Hinweis darauf sein, dass er oder sie auf den Rücktransport ins Krankenzimmer wartet. Die Krankenschwester kann dies dann mit einem kurzen Blick auf die mobile App bestätigen und dann sofort einen Pfleger rufen, der den Patienten abholt.
Ideal wäre es, wenn Patienten direkt bei ihrer Ankunft im Krankenhaus ein Armband mit einem RFID-Tag erhalten würden. Dies ermöglicht eine viel schnellere Aufnahme, die korrekte Zuteilung zu einer Station und schließlich auch eine effizientere Entlassung nach der Behandlung, da das Pflegepersonal im wahrsten Sinn des Wortes über all seine nächsten Schritte informiert ist.
Wenn man den genauen Standort kennt, sind wesentlich effizientere Abläufe möglich
Laut Studie bleibt dem Krankenhauspersonal weniger Zeit für eine umfassende Patientenversorgung, wenn zu viel Zeit mit der Suche nach medizinischen Geräten verloren geht. Und gerade jetzt, in der Pandemie, sind effiziente Arbeitsabläufe in Krankenhäusern unerlässlich. Und dazu gehört eben auch das schnelle Auffinden von benötigtem Equipment und von Patienten.
Gerade in kritischen Situationen ist es entscheidend, Patienten möglichst schnell auf die richtige Station zu bringen. Und auch wenn es sich nicht um einen medizinischen Notfall handelt, müssen doch knappe Ressourcen aufgewandt werden, um einen nicht auffindbaren Patienten zu lokalisieren, um ihn etwa zur Behandlung zu bringen. Und diese Ressourcen fehlen dann vielleicht an anderer Stelle. Und auch Chirurgen sollten nach einer Operation nicht erst die Familie des Patienten auf der Station suchen müssen, um sie über den Verlauf des Eingriffs zu informieren.
Diese Beispiele zeigen: Klinische Arbeitsabläufe können mit RFID- und Bluetooth-Lösungen entscheidend verbessert werden. Ärzte finden damit schnell und zuverlässig genau die Personen, Materialien oder Geräte, die sie gerade brauchen und können diese an ihren jeweiligen Bestimmungsort navigieren.
Auch können mit Hilfe dieser Technologien die Abläufe etwa bei der Patientenaufnahme auf ihre Effizienz und potenzielle Fehler hin überprüft werden und Verwaltungsmitarbeiter überprüfen die Bestandsverwaltung und Zimmerbelegung hinsichtlich der relevanten Kennzahlen. Falls ein Ablauf noch verbesserungswürdig ist, können die Verantwortlichen basierend auf diesen Informationen an den entsprechenden Stellschrauben drehen, und etwa die Verwendung einer Technologie-Lösung feinjustieren oder den Informationsaustausch und somit auch die Geräteverfügbarkeit verbessern. Auf diese Weise funktioniert die Zusammenarbeit im Team wesentlich reibungsloser.
Stand: 08.12.2025
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Schnelle Lösungen auch ohne dezidierte Standort-Technologie
Auch wenn Ortungstechnologien viele Vorteile haben – die Einführung einer neuen Lösung erfordert immer Zeit und Ressourcen. Aber es gibt ganz einfache und schnelle Möglichkeiten, wie man bereits vorhandene Mobilitäts- und Druck-Technologien für eine bessere Nachverfolgbarkeit von Patienten und Mitarbeitern nutzen kann: Das Pflegeteam könnte das mit einem Strichcode versehene Armband eines Patienten scannen und die Informationen zum beabsichtigten Zielort im System entsprechend aktualisieren. Das Armband sollte direkt bei der Aufnahme des Patienten gescannt werden, damit der Standort dann nahezu in Echtzeit aktualisiert werden kann.
Dabei kann es natürlich vorkommen, dass man einen Patient dennoch vorübergehend aus den Augen verliert, wenn er etwa einen kleinen Zwischenstopp auf seinem Weg einlegt. Es geht ja auch nicht darum, den Patienten auf seinen privaten Wegen ständig im Auge zu behalten. Für die „offiziellen Wege“ im Rahmen der Behandlung könnten ein Patienten-Koordinator eine standardisierte Routenplanung im Krankenhaus von A nach B festlegen. Dies und eine verlässliche (Echtzeit-) Kommunikation im Pflegeteam ermöglichen wesentlich effizientere Prozesse.
Eine weitere Möglichkeit: An Ärzte und Krankenschwestern könnten Arbeitshandys ausgegeben werden, die (nur) im Krankenhaus benutzt werden, und die zur Echtzeit-Ortung eingesetzt werden können. Die Smartphones werden bei Bedarf über Wi-Fi, Near Field Communications (NFC) oder GPS angefunkt, ähnlich wie bei einer „Find My Phone“-App. Auch hier müssen natürlich Maßnahmen ergriffen werden, um die Privatsphäre der Nutzer zu schützen. Im Prinzip funktioniert diese mobile Lösung ähnlich wie die mobile Ortungstechnologie, die etwa von öffentlichen Sicherheitsbehörden und Versorgungsunternehmen eingesetzt wird.
Chris Sullivan Global Healthcare Practice Lead, Zebra Technologies