Nach Koalitionswechsel in Brandenburg Gesundheitsminister Wilke tritt für Landarztquote ein

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

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Vom Innen- ins Gesundheitsministerium: René Wilke ist neuer Minister für Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Brandenburg. Als eines der ersten Vorhaben wurde das von der Vorgängerregierung entworfene Gesetz zur Landärztequote beschlossen.

René Wilke wurde am 18. März 2026 als Minister für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes Brandenburg ernannt und im Landtag vereidigt.(Bild:  Land Brandenburg)
René Wilke wurde am 18. März 2026 als Minister für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes Brandenburg ernannt und im Landtag vereidigt.
(Bild: Land Brandenburg)

In der neuen rot-schwarzen Regierungskoalition des Landes Brandenburg hat René Wilke (SPD) das Amt des Ministers für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt übernommen. Wilke, von 2014-2018 Mitglied des Brandenburger Landtags und anschließend bis 2025 Oberbürgermeister in Frankfurt (Oder), war zuvor Minister des Innern und für Kommunales in Brandenburg. Mit dem Regierungswechsel am 18. März fiel das Innenressort an die CDU (Dr. Jan Redmann).

Wilke wiederum übernahm sein Amt von Britta Müller (parteilos), die der neuen Regierung nicht mehr angehören wird. Zu den Vorhaben, die sie auf den Weg gebracht hatte und die in den neuen Koalitionsvertrag übernommen wurden, gehört ein Gesetzentwurf zur Landärztequote: Ein Teil (voraussichtlich zehn Prozent) der Plätze für Studienbeginner der Medizinischen Universität Lausitz Carl Thiem soll an Bewerberinnen und Bewerber vergeben werden, die sich verpflichten, nach ihrem Studium für zehn Jahre als Hausärztinnen oder Hausärzte in unterversorgten Regionen des Landes tätig zu werden.

Diesen Entwurf hat das neue Kabinett am 24. März beschlossen. Damit gehe man „einen entscheidenden Schritt, um die medizinische Versorgung in allen Regionen Brandenburgs zu sichern“, so Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke.

Die Bevölkerung werde immer älter, während gleichzeitig viele Hausärztinnen und Hausärzte in den Ruhestand gingen und es vor allem auf dem Land oft an einer Nachfolge fehle, verdeutlichte René Wilke: „Dieses drängende Problem gehen wir nun mit der Landärztequote an.“ Damit könne man noch vor Beginn der Ausbildung künftige Medizinerinnen und Mediziner gewinnen, „die sich gezielt um die Gesundheitsversorgung der Menschen im ländlichen Brandenburg kümmern wollen und werden“.

Der Minister für Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt verwies noch auf einen weiteren Aspekt: Landärztepraxen seien auch soziale Anlaufpunkte. Nicht zuletzt deswegen gelte: „Ob ein Arzt oder eine Ärztin erfolgreich und anerkannt ist, bemisst sich an weitaus mehr als an einer Abiturnote. Auch diesem Umstand trägt unser neuer Gesetzesentwurf Rechnung.“

In Brandenburg ist nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung KVBB davon auszugehen, dass viele der rund 1.700 Hausärztinnen und Hausärzte (Stand: Ende 2024) in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen werden, über ein Drittel sind demnach 60 Jahre oder älter.

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