Plattform für Patienten-Apps

Gewappnet für die nächste Pandemie

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Was ist COMPASS?

Als Koordinations- und Technologieplattform stellt COMPASS Richtlinien und Methoden bereit, durch die Pandmie-Apps möglichst effektiv, effizient und forschungstauglich eingesetzt werden können. Dazu wurden Best Practices, Leitfäden und Appkomponenten wie Schnittstellen oder Fragebögen nach dem Stand der aktuellen Wissenschaft, Technik und Gesetzgebung entwickelt. So sollen entsprechende Apps dabei helfen, künftige Pandemien schneller und effektiver zu bekämpfen.

Dazu vereinten die Projektbeteiligten, also Forscher verschiedener Fachrichtungen der Unikliniken und Projektpartner aus Wissenschaft und Wirtschaft, vorhandene Pandemie-Apps in einer Open-Source-Baukastenlösung, die entweder in der vorhandenen Form direkt von anderen Partnern genutzt oder aber im Rahmen festgelegter Richtlinien angepasst werden kann.

Professorin Krefting von Universitätsmedizin in Göttingen erklärt außerdem: „Bei der App-Entwicklung war es uns besonders wichtig, auch Aspekte mit einzubeziehen, die neben der rein technischen Entwicklung von Bedeutung sind. Hierzu gehören beispielsweise ethische Fragen, aber auch Nachhaltigkeit. Denn die tollsten Funktionen in einer App nützen uns nichts, wenn diejenigen, die sie nutzen sollen, diese nicht nutzen wollen oder nicht nutzen können.“ Sie wollten „eine Community aufzubauen, die das Vorhaben aktiv unterstützt und mit Vorschlägen begleitet“ und bekamen dazu Input aus der Sicht möglicher Nutzer vom im wissenschaftlichen Beirat von COMPASS vertretenen Europäische Patientenforum (EPF).

Monatlich stellten Projektbeteiligte der Patientenvertretung Ergebnisse, Vorlagen und Leitfäden und erhielten dann Feedback aus Patientensicht, wobei ein besonderer Fokus auf den breiten Einsatzmöglichkeiten der Plattform lag; diese konnte beispielsweise durch Mehrsprachigkeit gestärkt werden.

Eine bundesweite repräsentative Studie unter Erwachsenen zeigte außerdem: Werden die Anbieter forschungsorientierter Apps staatlich finanziert oder sind staatliche Einrichtungen, ist die Akzeptanz solcher Anwendungen unter der Bevölkerung hoch, solange die Forschungseinrichtungen transparent gemacht werden, die die gewonnenen Daten verwenden.

Die COMPASS-Technologie half so bereits dabei, Datenberg für die Gutenberg-Covid-19-Studie, einer der größten Bevölkerungsstudien zur Pandemie in Deutschland, zu erheben. Zudem wird das COMPASS-Framework bei S.A.M. genutzt, einer App der Universitätsmedizin Mainz, die in der Corona-Pandemie besonders geforderte Klinikmitarbeitende mit Unterstützungsangeboten in ihrem Alltag begleitet. Und auch die App der Studie SentiSurvRLP, die regelmäßig die SARS-CoV-2 Inzidenz, inklusive Dunkelziffer, in repräsentativen Bevölkerungskohorten des Landes Rheinland-Pfalz erfasst, basiert auf Vorarbeiten für COMPASS.

Der Einsatz der Webapp ist zudem auch für die europaweite Kinderkrebsstudie FORTEe geplant. Bei dieser wird der Einfluss körperlicher Aktivität auf das Wohlbefinden und die Fitness von krebskranken Kindern und Jugendlichen, die mit intensiver Chemo- und/oder Strahlentherapie behandelt werden, untersucht.

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