Krankenhausreform

Kommunikation entscheidet über Erfolg

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Frühzeitiges Handeln als kommunikative Notwendigkeit

Aus kommunikativer Perspektive sind frühzeitige und konsequente Entscheidungen – laut den Autoren der Studie – dringend anzuraten. „Wer wartet, bis es nicht mehr anders geht, verliert Zeit und Spielraum für eine überzeugende Kommunikation“, warnt Fischer. „Denn dann bleibt meist nur noch das wirtschaftliche Argument – und genau das stößt bei Veränderungen in der Gesundheitsversorgung auf wenig Verständnis.“ Andere, inhaltlich tragfähigere Argumente hätten zu diesem Zeitpunkt bereits an Glaubwürdigkeit eingebüßt, und für echten Dialog fehle die Zeit.

Die Studie zeigt auch, dass Dialogangebote durchaus kritische Stakeholder erreichen können. Dies geht allerdings mit wichtigen Einschränkungen einher. Die Experten schreiben Dialogformaten überwiegend das Potenzial zu, auch bei Skeptikern und Betroffenen Akzeptanz und Unterstützung zu schaffen. Besonders bei direkter Betroffenheit – etwa von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – seien ernst gemeinte Dialogangebote notwendig, um nachhaltiges Vertrauen zu schaffen.

Gleichzeitig müsse darauf geachtet werden, dass Dialogangebote nicht dazu führen, dass Inhalte verwässert, Prozesse in die Länge gezogen und nicht tragbare Kompromisse eingegangen werden. Darüber hinaus würden „radikale Gegner“ derartige Formate auch für deren eigene Zwecke instrumentalisieren.

Aus den Studienergebnissen leiten die Autoren der Studie zehn konkrete Empfehlungen für eine erfolgreiche Transformation der Kommunikation ab:

  • 1. Kommunikation als strategisches Führungsinstrument einsetzen.
  • 2. Frühzeitig und proaktiv handeln.
  • 3. Nicht nur wirtschaftlich argumentieren.
  • 4. Vollständig statt scheibchenweise kommunizieren.
  • 5. Stakeholder systematisch analysieren und gezielt adressieren.
  • 6. Beteiligung glaubwürdig ermöglichen.
  • 7. Sich nicht von Einzelmeinungen treiben lassen.
  • 8. Mehr Fokus auf interne Stakeholder legen.
  • 9. Führungskräfte einbeziehen und befähigen.
  • 10. Informationen verständlich aufbereiten.

Transformationsfonds sollte Kommunikation fördern

Die Autoren der Studie kritisieren, dass der mit 50 Milliarden Euro ausgestattete Transformationsfonds des Bundes bislang keine explizite Förderung strategischer Kommunikation vorsehe. Dabei würde diese maßgeblich darüber entscheiden, ob Transformationsprojekte erfolgreich umgesetzt und damit die öffentlichen Gelder wirksam eingesetzt werden.

„Natürlich braucht es Investitionen in Gebäude und Infrastruktur“, sagt Brettschneider. Baumaßnahmen allein würden allerdings nicht ausreichen. Es benötige Investitionen in Verständnis und Akzeptanz. Der Schlüssel dazu sei gezielte Kommunikation. „Kommunikation ist keine Begleitmusik, sondern ein elementarer Erfolgsfaktor und gehört deshalb von Beginn an in jedes Transformationsprojekt.“

Die Krankenhausversorgung selbst ist ein hochsensibles Thema, welches bei vielen Menschen innerhalb des Sektors starke persönliche Betroffenheit auslöst. Die Studienergebnisse zeigen jedoch, dass dies kein Argument gegen, sondern vielmehr für eine strategische und professionelle Kommunikation ist. Nur wenn die beteiligten Personenkreise verstünden, worum es gehe, warum Maßnahmen notwendig seien und was diese konkret für sie bedeuten würden, könne eine umfassende Transformation gelingen, so der Tenor der Studie.

Die Experten appellieren insbesondere an die Kommunalpolitik. Diese solle mehr Mut zu konsequenten Entscheidungen zulassen und diese im Nachgang – auch unter Gegenwind – konsequent umsetzen. Die Transformationsforschung zeige klar, dass mehr als zwei Drittel der Veränderungsprozesse entweder an unzureichender Kommunikation scheitere oder zumindest erheblich verzögert werde.

Krankenhaus-Radar 2025

Die Studie „Krankenhaus-Radar 2025 – Eine qualitative Expertenstudie zur Rolle von Kommunikation in der Transformation der Krankenhausversorgung“ ist in Kooperation der der Universität Hohenheim in Stuttgart und der Kommunikationsberatung Crunchtime Communications entstanden. Sie können Sie über folgenden Link im Volltext einsehen und herunterladen.

Zur Studie

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