Innovationsfonds-Projekt Komplexe Medikation in der ePA abbilden

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Wie können komplexe Medikationen in der ePA verständlich abgebildet und somit Fehleinnahmen reduziert werden? Ein neues Projekt unter Leitung der Universität Essen will dafür Lösungen entwickeln.

Im Projekt ePAMedix soll ein Anforderungsprofil für den digital gestützten Medikationsprozess entwickelt werden, das die Perspektiven aller Beteiligten einbezieht.(Bild: ©  Selong - stock.adobe.com / KI-generiert)
Im Projekt ePAMedix soll ein Anforderungsprofil für den digital gestützten Medikationsprozess entwickelt werden, das die Perspektiven aller Beteiligten einbezieht.
(Bild: © Selong - stock.adobe.com / KI-generiert)

Mit dem elektronischen Medikationsplan in der ePA lassen sich grundsätzlich auch komplexe Dosierschemata darstellen. Trotzdem bleibt es eine Herausforderung, komplexe Medikationen mit Einstellungen und Umstellungen, „Einschleichen“ und „Ausschleichen" von Medikamenten so abzubilden, dass Patientinnen und Patienten sie verstehen und gleichzeitig Ärztinnen und Apotheker in ihrer Arbeit unterstützt werden.

Ein neues Forschungsprojekt – ePAMedix – hat sich dieser Aufgabe angenommen. Unter Leitung des Lehrstuhls für Medizinmanagement der Universität Duisburg-Essen (UDE) wollen die Projektpartner ein Anforderungsprofil für den digital gestützten Medikationsprozess (dgMP) entwickeln und mit den bisher zur Verfügung stehenden Spezifikationen abgleichen. Als Grundlage nutzt das Team um Prof. Dr. Jürgen Wasem (UDE) die Anforderungen an die Medikation bei Epilepsie und bipolarer Störung. Beides sind typische Fälle für Dosierungsanpassungen und -umstellungen, wenn etwa ein neues Medikament zunächst in geringerer Dosierung eingeführt und diese Dosierung dann wöchentlich gesteigert oder ein Medikament „ausgeschlichen“ wird. Von der sachlich richtigen und gleichzeitig verständlichen Darstellung dieser Vorgaben und Verläufe hängt letztlich die Patientensicherheit ab, Fehleinnahmen sollen damit reduziert werden.

Für die Erhebung der Anforderungen sind neben Literaturanalysen vor allem Interviews mit Patientinnen und Patienten, Medizinern, Apothekern und weiteren Akteuren des Gesundheitswesens vorgesehen. Auch die Übertragbarkeit auf andere Indikationsbereiche soll geprüft werden.

Empfehlungen zur Umsetzung

Zusätzlich zum Anforderungsprofil für den dgMP sind gesundheitspolitische Handlungsempfehlungen für die Umsetzung in der Regelversorgung geplant. Mit ePAMedix liefere man wissenschaftlich fundierte Impulse für eine patientenorientierte Weiterentwicklung der ePA. „So stärken wir die Patient:innensicherheit und Akzeptanz digitaler Anwendungen im Versorgungsalltag“, erklärt Dr. Nikola Blase (UDE), im Projektteam verantwortlich für die Methodik.

Zum Projekt

ePAMedix steht für: Abbildung komplexer Medikationsschemata im digital gestützten Medikationsprozess der elektronischen Patientenakte für alle. Die Projektleitung liegt beim Konsortialpartner sind:

  • der Lehrstuhl für Medizinmanagement der Universität Duisburg-Essen (Konsortialführer),
  • das Knappschaft Kliniken Universitätsklinikum Bochum,
  • das LWL-Universitätsklinikum Bochum,
  • die Abteilung für Biometrie, Epidemiologie und Medizinische Informatik der Ruhr-Universität Bochum,
  • das Berlin Institute of Health @ Charité und
  • die DAK-Gesundheit

Als Kooperationspartner unterstützen das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V., die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V., die Deutsche Gesellschaft für Epileptologie e.V. und die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V.
Vom Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses wird das Vorhaben mit 1,4 Millionen Euro bis Ende 2028 gefördert.

Zur Projektseite

(ID:50801586)

Jetzt Newsletter abonnieren

Wöchentlich die wichtigsten Infos zur Digitalisierung im Gesundheitswesen

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung