KI-Algorithmus verbessert Diagnosen Krankheitsgenen auf der Spur

Von Nicola Hauptmann 1 min Lesedauer

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Mit einem KI-basierten Algorithmus konnten Forschende in Schleswig-Holstein bereits mehrere neue Krankheitsgene identifizieren.

Der STIGMA-Algorithmus vergleicht bekannte und potentielle neue Krankheitsgene.(© BornHappy – stock.adobe.com)
Der STIGMA-Algorithmus vergleicht bekannte und potentielle neue Krankheitsgene.
(© BornHappy – stock.adobe.com)

Genetische Analysen sollen bei der Suche nach seltenen angeborenen Krankheiten helfen. Dabei werden aber immer wieder Varianten gefunden, bei denen nicht klar ist, ob sie zur normalen persönlichen Variablität gehören oder aber die Krankheit verursachen. „Bislang verhelfen genetische Analysen bei Patientinnen und Patienten nur in etwa 30 Prozent der Fälle auch zu einer Diagnose“, sagt Prof. Dr. Malte Spielmann, Direktor des Instituts für Humangenetik des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH). Ein Team des Instituts hat nun gemeinsam mit der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und der Universität zu Lübeck einen Algorithmus entwickelt, mit dem sich dieses Ergebnis erheblich verbessern lässt: STIGMA (das Akronym steht für single-cell tissue-specific gene prioritization using machine learning).

Der STIGMA-Algorithmus nutzt Daten aus Einzelzellanalysen, wie dem Human Cell Atlas, und vergleicht bekannte Krankheitsgene mit potentiellen neuen Krankheitsgenen. „Er kann prognostizieren, ob ein Gen, in dem wir eine Variante gefunden haben, für eine Krankheit verantwortlich ist oder eher eine Normvariante darstellt, die nichts damit zu tun hat. So bekommt jedes Gen einen Krankheits-Score, den wir STIGMA-Score nennen“, erläutert Saranya Balachandran, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Humangenetik. Sie hat den Algorithmus gemeinsam mit Dr. Varun Sreenivasan, ebenfalls wissenschaftlicher Mitarbeiter am Instituts für Humangenetik, entwickelt.

Institutsdirektor Prof. Dr. Malte Spielmann und die wissenschaftlichen Mitarbeitenden Saranya Balachandran und Dr. Varun Sreenivasan (v. r.) erläutern mit grafischen Darstellungen auf der Glaswand ihres Labors den KI-basierten Algorithmus STIGMA.(© UKSH)
Institutsdirektor Prof. Dr. Malte Spielmann und die wissenschaftlichen Mitarbeitenden Saranya Balachandran und Dr. Varun Sreenivasan (v. r.) erläutern mit grafischen Darstellungen auf der Glaswand ihres Labors den KI-basierten Algorithmus STIGMA.
(© UKSH)

Mit dem Algorithmus konnten die Forschenden bereits mehrere neue Krankheitsgene für angeborene Herzfehler finden sowie ein weiteres Gen, das Fehlbildungen der Hände verursacht.

Beteiligt an der Arbeit waren auch Expertinnen und Experten der Klinik für angeborene Herzfehler und Kinderkardiologie des UKSH, Campus Kiel, des Max-Planck-Instituts für Molekulare Genetik in Berlin, des Instituts für Medizinische Genetik und Humangenetik der Charité Universitätsmedizin Berlin, des Instituts für Medizinische Genetik der Universität Oldenburg, des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung und eine Forschungseinrichtung in Pakistan.

Die Ergebnisse der Arbeit veröffentlichte das Team im Fachblatt The American Journal of Human Genetics: Saranya Balachandran et al., STIGMA: Single-cell tissue-specific gene prioritization using machine learning.

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