Digitale Gesundheitsanwendung Neue Hypertonie-DiGA im BfArM-Verzeichnis gelistet

Von Agnes Panjas 3 min Lesedauer

Fast ein Drittel der Deutschen leidet an Hypertonie, und fast die Hälfte erreicht trotz Medikation nicht den gewünschten Blutdruck. Eine neue App namens Oviva behandelt gleich zwei verbreitete Gesundheitsprobleme und will damit Abhilfe schaffen.

Erste DiGA mit Dual-Wirkung zugelassen: Die App „Oviva Direkt Bluthochdruck“ soll Blutdruck und Gewicht gleichtzeitig senken.(Bild:  Oviva, bearbeitet mit Canva)
Erste DiGA mit Dual-Wirkung zugelassen: Die App „Oviva Direkt Bluthochdruck“ soll Blutdruck und Gewicht gleichtzeitig senken.
(Bild: Oviva, bearbeitet mit Canva)

Laut der Deutschen Hochdruckliga ist fast jeder dritte Deutsche von Bluthochdruck betroffen. Oviva hat mit Oviva Direkt Bluthochdruck die erste Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) entwickelt, die Hypertonie nach Leitlinien behandelt und gleichzeitig eine signifikante Gewichtsreduktion ermöglicht. Damit wird die häufige Komorbidität von Bluthochdruck und Adipositas in einer integrierten Lösung angesprochen.

Rund 50 Prozent der diagnostizierten Hypertonie-Patienten leiden trotz verfügbarer Pharmakotherapie unter unkontrolliertem Bluthochdruck.

Kai Eberhardt, CEO und Mitgründer von Oviva

Die simultane Behandlung von Hypertonie und Adipositas adressiert zwei der kostenintensivsten chronischen Erkrankungen im deutschen Gesundheitssystem. Die präventive Wirkung auf Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Niereninsuffizienz bietet ein erhebliches Kostensenkungspotenzial für die Krankenversicherungen.

Evidenzbasierte Wirksamkeit durch klinische Studie

Prof. Dr. med. Florian Limbourg ist stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Hochdruckliga, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie sowie Koordinator des Hypertoniezentrums in der Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen an der Medizinischen Hochschule Hannover.(Bild:  XX)
Prof. Dr. med. Florian Limbourg ist stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Hochdruckliga, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie sowie Koordinator des Hypertoniezentrums in der Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen an der Medizinischen Hochschule Hannover.
(Bild: XX)

Die Wirksamkeit der neuen DiGA wurde in der randomisierten, kontrollierten HYPE-Studie (RCT) untersucht. In der klinischen Studie wurde nach drei Monaten Nutzung der neuen Oviva-App für Bluthochdruck eine signifikante Senkung des systolischen Blutdrucks im Schnitt um insgesamt 11 mmHg erreicht – ein Effekt, der mit klassischen Medikamenten vergleichbar ist. Zusätzlich verloren die Studienteilnehmer im Durchschnitt 4,14 Prozent ihres Körpergewichts. Im Vergleich zur Kontrollgruppe sind es 8,45 mmHg und 2,88 Prozent Gewichtsverlust.

„Fast jeder zweite Patient mit Hypertonie ist nicht im Blutdruck-Zielbereich, was die Bedeutung integrierter Therapieansätze unterstreicht. Bereits moderate Blutdrucksenkungen können das kardiovaskuläre Risiko deutlich verringern“, erklärt Prof. Dr. med. Florian Limbourg, Studienleiter der HYPE-Studie und stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Hochdruckliga.

Strukturierte Lebensstilintervention mit hoher Alltagstauglichkeit

Die antihypertensive Leitlinientherapie basiert auf zwei Säulen: der pharmakologischen und der nicht-pharmakologischen Behandlung. Aktuelle Leitlinien empfehlen nicht-pharmakologische Lebensstilinterventionen als Erstlinientherapie für alle Hypertonie-Patienten. Diese Modifikationen verstärken die Wirkung der medikamentösen Behandlung, da gesunde Ernährung, Gewichtsreduktion, regelmäßige Bewegung, Alkoholverzicht, Raucherentwöhnung und Stressbewältigung zusätzliche kardiovaskuläre Vorteile bieten.

Dr. Kai Eberhardt ist CEO und Mitgründer von Oviva.(Bild:  Oviva)
Dr. Kai Eberhardt ist CEO und Mitgründer von Oviva.
(Bild: Oviva)

CEO und Mitgründer von Oviva, Dr. Kai Eberhardt, erklärt, dass rund 50 Prozent der diagnostizierten Hypertonie-Patienten trotz verfügbarer Pharmakotherapie unter unkontrolliertem Bluthochdruck leiden. Er führt als Hauptursachen „mangelnde Therapieadhärenz und fehlende strukturierte Lebensstilmodifikation“ an. Mit „Oviva Direkt Bluthochdruck“ solle „eine Therapielücke“ geschlossen werden. Entsprechend kommentiert Eberhardt: „Wir schaffen erstmals eine digitale Intervention, die lebensnah beide Krankheitsbilder simultan und leitlinienkonform adressiert.“

Die Nachfrage nach wirksamen digitalen Therapien sowie ihre Akzeptanz in der Bevölkerung
steigen stetig.

Dr. Kai Eberhardt, CEO und Mitgründer von Oviva

Mehr über „Oviva Direkt Bluthochdruck“

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat die digitale Therapie „Oviva Direkt Bluthochdruck“ zur Behandlung von Hypertonie als DiGA zugelassen. Damit ist die DiGA ab sofort verordnungsfähig und wird von allen gesetzlichen Krankenkassen erstattet.

  • Die zertifizierte Oviva App implementiert evidenzbasierte Lebensstilinterventionen nach aktuellen Leitlinien: DASH-Ernährung (Dietary Approaches to Stop Hypertension), strukturierte Bewegungstherapie, Stressmanagement und Adhärenzförderung.
  • Seit 2025 unterstützt die App zusätzlich gezielt die Senkung des Blutdrucks.
  • Ovivas Ansatz soll nicht nicht nur die Gesundheit von Patientinnen und Patienten, sondern auch Ärztinnen und Ärzte entlasten.

Mehr Infos zur Oviva-App hier.

Praxisentlastung durch strukturierte Therapiedokumentation

Für die behandelnden Ärztinnen und Ärzte soll die neu zugelassene DiGA die Therapietreue ohne zusätzlichen Praxisaufwand verbessern, indem sie automatisiert strukturierte Therapieberichte generiert. Zudem können die Gesundheitsdaten auch über die elektronische Patientenakte (ePA) abgerufen werden, sofern Nutzende dies erlauben. Diese Funktionalität adressiert die zeitlichen Ressourcen in der ambulanten Versorgung und ermöglicht eine kontinuierliche, leitliniengerechte Betreuung auch zwischen den Arztkonsultationen.

Eberhardt, CEO und Mitgründer von Oviva, ist der Meinung, dass die App zeige, wie digitale Gesundheitsanwendungen chronische Volkskrankheiten evidenzbasiert und effizient behandeln können. Er schlussfolgert entsprechend: „Die Nachfrage nach wirksamen digitalen Therapien sowie ihre Akzeptanz in der Bevölkerung steigen stetig. Mit unseren Lösungen wollen wir als Oviva kritische Versorgungslücken im Gesundheitssystem schließen und die Ärzteschaft entlasten.“

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