Hub-and-Spoke-Konzept
Schlaganfälle per Telemedizin besser behandeln

Von Nicola Hauptmann 3 min Lesedauer

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Forschende des Universitätsklinikums und der Universität Düsseldorf haben in einer aktuellen Studie untersucht, wie Schlaganfallpatienten mit Hilfe eines telemedizinisch gestützten Hub-and-Spoke-Modells schneller versorgt werden können.

In der Studie wurden die Fahrzeiten zu verschiedenen Schlaganfallstrukturen modelliert: Ein  Krankenhaus mit CT ist vor allem in ländlichen Regionen deutlich schneller zu erreichen als eine Stroke Unit. (Bild:   © HHU / Berit Meisenkothen)
In der Studie wurden die Fahrzeiten zu verschiedenen Schlaganfallstrukturen modelliert: Ein Krankenhaus mit CT ist vor allem in ländlichen Regionen deutlich schneller zu erreichen als eine Stroke Unit.
(Bild: © HHU / Berit Meisenkothen)

Bei Schlaganfällen entscheidet die umgehende Behandlung über den Therapieerfolg. Bei einem ischämischen Schlaganfall wäre das etwa die Lysetherapie zur medikamentösen Auflösung des Gerinnsels. Je schneller die nötigen Maßnahmen eingeleitet werden, desto mehr Hirngewebe kann gerettet werden. Aber wie stehen die Chancen hierzulande, bei einem Schlaganfall rechtzeitig adäquate Behandlung zu erhalten? Forschende des Instituts für Interventionelle und Diagnostische Radiologie und der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) haben untersucht, wie schnell Patientinnen und Patienten in Deutschland derzeit eine Schlaganfallversorgung erreichen können und ob sich diese Zeiten mit einem neuen, telemedizinisch gestützten Versorgungsmodell verkürzen lassen. Die Ergebnisse haben sie in der Fachzeitschrift The Lancet Regional Health veröffentlicht.

In der Untersuchung wurden zunächst die Fahrtzeiten bis zu einer zertifizierten „Stroke Unit“ erfasst. Eine solche Spezialstation zur Diagnose und Behandlung von Schlaganfallpatienten ist demnach nur für 85 Prozent der Patienten innerhalb von 30 Minuten erreichbar. Die Zahl der Stroke Units in Deutschland wird mit 349 angegeben. Deutlich breiter verfügbar in Deutschlands Krankenhäusern sind dagegen Computertomographie-Geräte.