Qualifikationsnachweise auf einer Plattform UK Bonn führt digitales Kompetenzmanagement ein

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

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Am Universitätsklinikum Bonn sind die Nachweise zu Qualifikationen, Fort- Weiterbildungen im Pflegebereich künftig über eine digitale Plattform abrufbar. Die Erfahrungen sollen auf weitere medizinische Berufsgruppen übertragen werden und als Referenzmodell für andere Universitätskliniken dienen.

Finden statt suchen: Mit der neuen Lösung am UKB sind Nachweise zu Qualifikationen, Pflichtfortbildungen und Weiterbildungen künftig über eine zentrale Plattform gebündelt.(Bild: ©  Supakit - stock.adobe.com / KI-generiert)
Finden statt suchen: Mit der neuen Lösung am UKB sind Nachweise zu Qualifikationen, Pflichtfortbildungen und Weiterbildungen künftig über eine zentrale Plattform gebündelt.
(Bild: © Supakit - stock.adobe.com / KI-generiert)

Qualifikationsnachweise finden und zusammenstellen, das war am Universitätsklinikum Bonn (UKB) bislang aufwendig, denn die einzelnen Nachweise lagen verteilt bei Personalabteilung, Fortbildungsmanagement und Stationsleitung und mussten bei jeder Prüfung durch Behörden oder Medizinischen Dienst erst zusammengetragen werden.

Das ändert sich nun: In einem gemeinsamen Projekt mit der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) hat das UKB eine digitale Plattform entwickelt. Das neue System bildet die Qualifikationen nach allgemeinen, klinikspezifischen und stationsbezogenen Anforderungen ab und ermöglicht einen direkten Überblick, welche Kompetenzen vorhanden oder (aktuell) ausstehend sind. Planung und Dokumentation werden somit einfacher: „Durch die datenschutzkonforme Integration in unsere Systemlandschaft bündeln wir alle relevanten Informationen an einem Ort. Das erleichtert gesetzliche Nachweise, macht Erwartungen klarer und verbessert Einarbeitung sowie Weiterentwicklung“, erläutert UKB-Pflegedirektor Alexander Pröbstl.

Herausforderung: Rollen und Rechte

Das neue System basiert auf der Software-Lösung des norwegischen Anbieters Dossier. Nach Angaben des Herstellers wurde die Software, die bereits in Skandinavien, den USA und in Singapur im Einsatz ist, in dem Projekt mit UKB und ZMG erstmals an deutsche Rahmenbedingungen angepasst. „Wir haben die Software so weiterentwickelt, dass sie die komplexen Anforderungen deutscher Kliniken erfüllt“, so Even Harket, COO bei Dossier.

Dabei waren nicht nur Datenschutz- und regulatorische Anforderungen zu beachten, sondern vor allem die einzelnen Rollen abzubilden und mit passenden begrenzten Sichtrechten zu hinterlegen, etwa ohne den Einblick in Gehaltsdaten oder Karriereplanung. Die Innovation liege in der Integration, erklärte Harket: „Systeme, Rollen und Begriffe greifen nun nahtlos ineinander.“

Erprobt wurde die neue Lösung zunächst im Rahmen der zweijährigen Pilotphase mit ca. 185 Beschäftigten in der Pflege. Prä-Post-Befragung von 40 Beschäftigten und Führungskräften zeigten eine hohe Zufriedenheit mit Benutzerfreundlichkeit, Transparenz und Dokumentationsprozessen. Nun steht der Rollout an – zunächst in weiteren Pflegebereichen, anschließend berufsgruppenübergreifend. Bis Mitte 2026 sollen rund 80 Prozent der pflegerischen Einheiten am Bonner Uniklinikum eingebunden sein. Parallel dazu soll das Kompetenzmodell auch für ärztliche und therapeutische Berufsgruppen angepasst werden. Die Erfahrungen aus Bonn und Göttingen können außerdem als Referenzmodell für andere Universitätskliniken dienen.

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