YouGov-Umfrage Videosprechstunden für mehr Versorgungsgerechtigkeit

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

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Langes Warten auf einen Termin, Ärztemangel und fehlende digitale Angebote: Eine aktuelle Umfrage von YouGov im Auftrag der TeleClinic zeigt Hürden und ungleiche Bedingungen für Patienten – aber auch das Potenzial digitaler Lösungen.

Die medizinische Versorgung unterscheidet sich je nach Regionen, die langen Wartezeiten werden als größte Hürde gesehen.(Bild: ©  YouGov / TeleClinic)
Die medizinische Versorgung unterscheidet sich je nach Regionen, die langen Wartezeiten werden als größte Hürde gesehen.
(Bild: © YouGov / TeleClinic)

Über die Hälfte – 58 Prozent – der gesetzlich Versicherten empfinden lange Wartezeiten auf einen Arzttermin als die größte Hürde in der medizinischen Versorgung in ihrer Region. Ein Viertel der Befragten gab die letzte Wartezeit auf einen Termin mit über vier Wochen an. Das ergab eine aktuelle Studie des Marktforschungsinstituts YouGov im Auftrag der TeleClinic GmbH.

Die Studie „Gesundheitsversorgung im Check“ stützt sich auf eine Online-Erhebung zwischen dem 10. und 12. September 2025. Befragt wurden 2.003 Mitglieder des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt hatten. Durch entsprechende Gewichtung und Quotierung nach Alter, Geschlecht und Region werden die Ergebnisse als repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren angesehen.

Zeigten sich schon beim Zugang zu den Gesundheitsleistungen Unterschiede zu privat Versicherten, so wurden bei den weiteren Einschätzungen zur Qualität der Gesundheitsleistungen auch Unterschiede nach Region, Stadt- oder ländlichem Umfeld deutlich. Zu wenige Ärztinnen und Ärzte sehen 32 Prozent der Stadtbewohner als zweitgrößte Hürde, bei den Befragten auf dem Land sagen das 52 Prozent. „Die Kluft zwischen Stadt und Land in der medizinischen Versorgung ist besorgniserregend“, konstatiert Julian Simon, Managing Director TeleClinic. Während in Ballungsräumen oft noch ausreichend Ärztinnen oder Ärzte verfügbar seien, werde die Lage in vielen ländlichen Regionen zunehmend kritisch, so Simon.

Ziel der Umfrage war es aber nicht nur, strukturelle Schwächen des Gesundheitssystems offenzulegen, sondern auch aufzuzeigen, wie digitale Angebote diese Situation verbessern können. Dazu erfragten die Marktforscher, welche digitalen Angebote – E-Rezept, Online-Termine, Gesundheits-Apps oder Videosprechstunden – die Teilnehmenden im letzten Jahr genutzt haben und welche sie, sofern verfügbar, (wieder) nutzen würden. Hier zeigten sich laut der Studie eine noch geringe Nutzung der Videosprechstunde (5 Prozent) sowie deutliche Unterschiede je nach Alter: Für die 25-34-Jährigen beträgt der Wert 12, für die über 55-Jährigen 2 Prozent. In Bezug auf die Nutzungsbereitschaft liegt die Online-Terminvergabe ganz vorn (61 Prozent in der Stadt, 65 Prozent auf dem Land). Videosprechstunden würden 21 Prozent der Befragten in den Städten und 24 Prozent auf dem Land nutzen.

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Auf die Frage: „Wenn eine Video-Sprechstunde am selben Tag verfügbar wäre, ein Vor-Ort-Termin erst in 2 Wochen – Wie wahrscheinlich wäre es, dass Sie die Video-Sprechstunde nutzen?“ antworteten 21 Prozent der Befragten mit „sehr wahrscheinlich“ und 22 Prozent mit „eher wahrscheinlich“. Unter den 25-34-Jährigen lag dieser (Gesamt)-Anteil bei 56 Prozent.

„Jeder Mensch hat das Recht auf hochwertige medizinische Versorgung, unabhängig von seinem Wohnort oder sozialen Status“, fasst Benedikt Luber, Managing Director TeleClinic, zusammen: „Es ist an der Zeit, konkrete Maßnahmen zu ergreifen und Lösungen wie Telemedizin voranzutreiben, um eine gerechtere und ortsunabhängige Versorgung für alle zu gewährleisten.“

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