Datenrettung in der Praxis Wenn das bootfähige Medium zur letzten Rettung wird

Von Martin Hensel 2 min Lesedauer

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Die Datenretter von CBL haben in ihrer langjährigen Berufspraxis schon einiges gesehen. Manchmal ist die Wiederherstellung eines Speichermediums zugleich die letzte Hoffnung für teure Geräte, wie gleich zwei Beispiele aus dem Alltag der Experten zeigen.

Über 1.000 Lesefehler brachten die Datenretter von CBL bei dieser Western Digital Raptor nicht aus der Ruhe. Mit viel Ausdauer konnten sie die darauf gespeicherten Systemdateien wiederherstellen.(Bild:  CBL)
Über 1.000 Lesefehler brachten die Datenretter von CBL bei dieser Western Digital Raptor nicht aus der Ruhe. Mit viel Ausdauer konnten sie die darauf gespeicherten Systemdateien wiederherstellen.
(Bild: CBL)

Medizintechnik ist teuer und wandert daher selten gerne frühzeitig auf den Schrottplatz. Das galt auch für ein Röntgengerät sowie ein Endoskop mit Kamera und Rechnereinheit, die nach dem Ausfall ihrer Steuerungen unbrauchbar waren. In beiden Fällen basierten die Geräte auf Festplatten, für deren Rettung sich die Anwender vertrauensvoll an CBL wandten.

„Das eine Datenverlustopfer war ein Krankenhaus, das andere ein Zahnarzt. In beiden Fällen waren defekte Schreib-/Leseköpfe die Ursache des Datenverlusts. Nach deren Austausch brauchte es viel Geduld, um trotz gravierender Lesefehler alle Systemdateien zu klonen und bootfähige Ersatzdatenträger zu erstellen, die von den Maschinen akzeptiert wurden“, erklärt CBL-Geschäftsführer Yu Yang die Hintergründe.

Zittern um unersetzliche Technik

Beim Endoskop handelte es sich um ein älteres, aber für das betreffende Krankenhaus unverzichtbares Gerät. Seine Steuerung basierte auf einer Western Digital Raptor. Dabei handelt es sich um eine bis 2015 gebaute Hochleistungsfestplatte, die mit 10.000 Umdrehungen pro Minute arbeitet. Der erfolgreiche Austausch der Schreib-/Leseköpfe konnte das Laufwerk wieder zum Leben erwecken, zog allerdings zahlreiche Lesefehler nach sich. Dies erforderte ausdauernde Maßnahmen: Über einen halben Monat lang wurde die Festplatte mit reduzierter Geschwindigkeit vor- und rückwärts eingelesen, bis die Zahl der Fehler auf unter 50 sank. Schließlich bootete ein forensischer Klon der Festplatte erfolgreich – und die Datenretter hatten den langen Kampf gewonnen.

Beim Kunden sorgte das für große Erleichterung: Das Endoskop war Teil einer Messapparatur in einem laufenden Forschungsprojekt – ein Ausfall hätte das Projekt um Jahre zurückgeworfen. Vom immensen zeitlichen Verlust ganz abgesehen, wäre auch die Wiederbeschaffung eines vergleichbaren Geräts mit rund 60.000 Euro nicht ganz billig gewesen.

Hoher, aber lohnender Aufwand

Auch im Falle des Röntgengeräts einer Zahnarztpraxis war erfahrene Hilfe gefragt. Es galt, das Betriebssystem Windows NT und damit die Gerätesteuerung zu rekonstruieren. Zudem war eine IDE-Festplatte nötig, die CBL aber glücklicherweise im hauseigenen Fundus hatte. Nach dem Tausch der Leseköpfe im Reinraumlabor blieb nur ein einziger Lesefehler übrig – leider im Boot-Bereich der Festplatte. Mit Geduld und den richtigen Manipulationen konnten die Datenretter auch dieses Problem lösen und dem Kunden schließlich eine voll funktionsfähige Gerätesteuerung übergeben.

„Normalerweise retten wir Daten und keine Betriebssysteme – diese setzt der Anwender sonst einfach wieder neu auf“, verdeutlicht Yang. Die Rekonstruktion alter Gerätesteuerungen sei extrem aufwändig, lohne sich aber im Vergleich zur Neuanschaffung eines Röntgengeräts oder anderer teurer Maschinen.

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