1. Juni 2024 Aufbau des Zentrums für Kinder- und Jugendgesundheit beginnt

Von Nicola Hauptmann 3 min Lesedauer

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Gute Nachrichten zum Internationalen Kindertag: Expertinnen und Experten aus sieben Forschungsstandorten in Deutschland bündeln ihre Expertise in einem neuen, bundesweit vernetzten Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit.

Die Direktorinnen und Direktoren der ausgewählten DZKJ-Partnerstandorte (v.l.n.r.): Prof. Dr. Klaus-Michael Debatin (Ulm und stellvertretender Sprecher DZKJ), Prof. Dr. Neeltje van den Berg (Greifswald/Rostock), Prof. Dr. Antje Körner (Leipzig/Dresden), Prof. Dr. Christoph Klein (München), Prof. Dr. Ania Muntau (Hamburg), Prof. Dr. Marcus Mall (Berlin), Prof. Dr. Jutta Gärtner (Göttingen und Sprecherin DZKJ).(© UMG/Simone Schröder)
Die Direktorinnen und Direktoren der ausgewählten DZKJ-Partnerstandorte (v.l.n.r.): Prof. Dr. Klaus-Michael Debatin (Ulm und stellvertretender Sprecher DZKJ), Prof. Dr. Neeltje van den Berg (Greifswald/Rostock), Prof. Dr. Antje Körner (Leipzig/Dresden), Prof. Dr. Christoph Klein (München), Prof. Dr. Ania Muntau (Hamburg), Prof. Dr. Marcus Mall (Berlin), Prof. Dr. Jutta Gärtner (Göttingen und Sprecherin DZKJ).
(© UMG/Simone Schröder)

Am 1. Juni startet der Aufbau des Deutschen Zentrums für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ). Als neuer Partner der Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG) wird das Projekt während der zweijährigen Aufbauphase vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 30 Millionen Euro gefördert, im Anschluss ist eine langfristige institutionelle Förderung vorgesehen.

Im DZKJ werden Expertinnen und Experten von Universitätskliniken, Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen an sieben Standorten zusammenarbeiten: Berlin, Göttingen, Greifswald/Rostock, Hamburg, Leipzig/Dresden, München und Ulm. Die Geschäftsstelle wird an der Universitätsmedizin Göttingen eingerichtet.

Das Forschungsspektrum ist breit angelegt und umfasst:

  • seltene genetische Erkrankungen,
  • Immunität,
  • Entzündung,
  • Infektion,
  • Entwicklung des Zentralen Nervensystems und neurologische Erkrankungen,
  • Adipositas,
  • frühe Determinanten von Gesundheit und Krankheit,
  • psychosoziale und mentale Gesundheit und
  • Community Medicine.

„Die Kinder- und Jugendmedizin umfasst das gesamte komplexe Spektrum von Erkrankungen des sich entwickelnden Organismus. Organübergreifende Krankheitsmechanismen und Behandlungsansätze spielen dabei eine ganz zentrale Rolle“, erläutert Prof. Dr. Jutta Gärtner, Göttingen, Sprecherin des DZKJ.

Für die Umsetzung sollen standortübergreifende Plattformen zu klinischen Studien, Forschungsdatenmanagement und neuen biotechnologischen Methoden wie Omics-Technologien, Gen- und Zelltherapien sowie eine DZKJ-weite Patienten- und Probandenkohorte aufgebaut werden. In einer DZKJ-Akademie sind Weiterbildungs- und Mentoring-Programme zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.geplant.

Patienten und Eltern beteiligen

Dabei sollen Kinder und Jugendliche und deren Eltern von Anfang an einbezogen und auch befähigt werden, sich direkt in die Planung und Durchführung von Forschungsprojekten einzubringen. „Kinder und Jugendliche sind oft schon kleine Experten, was ihre eigene Erkrankung angeht“, so Elternvertreterin Anja Bratke und Patientenvertreter Stephan Kruip, „sie und ihre Eltern im neugegründeten DZKJ auf so innovative Weise einzubeziehen, ist ein großer Schritt zur Stärkung der Patientenrechte.“

Die einzelnen Partnerstandorte arbeiten themenübergreifend zusammen, setzten aber auch jeweils unterschiedliche Schwerpunkte. In München etwa will man sich der Präzisionsmedizin widmen. „Das DZKJ wird uns helfen, Krankheiten auf molekularer Ebene besser zu verstehen und innovative Methoden einer personalisierten Therapie sowie präventiver Maßnahmen zu prüfen“, sagte Prof. Dr. Dr. Christoph Klein, Direktor der Kinderklinik im Haunerschen Kinderspital am LMU Klinikum und Sprecher des DZKJ-Standorts München. Die UN-Kinderrechtskonvention diene als Leitprinzip, „denn Kinder haben auch ein Recht auf Partizipation am wissenschaftlichen Fortschritt.“ Speziell für die Mitarbeit am DZKJ die wurde die „Munich Child Health Alliance“ gegründet; deren Mitglieder sind Ärzte und Wissenschaftler der Ludwig-Maximilians-Universität, des LMU Klinikums, der Technischen Universität München (TUM), des Klinikums rechts der Isar der TUM, Helmholtz Munich sowie des Max-Planck-Instituts für Biochemie.

Schwerpunkte im Norden: seltene Erkrankungen und Community Medicine

Am Standort Hamburg arbeiten 20 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schwerpunktmäßig an der Erforschung und Behandlung seltener genetischer Erkrankungen. sowie an der Erforschung angeborener neurologischer Erkrankungen. Geplant sind außerdem Beiträge zu den Forschungsbereichen Immunologie und zu frühen Determinanten von Gesundheit und Krankheit, psychosozialer und mentaler Gesundheit. „Gemeinsam mit unseren Verbundpartnern haben wir nun die großartige Chance, neue Diagnoseverfahren und innovative Therapien zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen zu entwickeln“, so Prof. Dr. Ania C. Muntau, Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des UKE und Sprecherin des Hamburger DZKJ-Standortes.

Der Standort Greifswald/Rostock fokussiert sich hingegen auf die Community Medicine, Mental Health und Epidemiologie – und wird zusätzlich vom Land Mecklenburg-Vorpommern gefördert. Prof. Neeltje van den Berg vom Institut für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald und Sprecherin des Doppelstandortes begrüßt die vielfältigen neuen Kooperationsmöglichkeiten: „Als Standort des Deutschen Zentrums für Kinder- und Jugendgesundheit können wir unsere Schwerpunkte und Kompetenzen im Bereich Community Medicine konstruktiv einbringen und mit den anderen Standorten Forschungskooperationen etablieren.“

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