Cloud-Nutzung Berechtigte Cloud-Zurückhaltung im Gesundheitswesen?

Ein Gastbeitrag von Ari Albertini 3 min Lesedauer

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Der Gesundheitssektor zeigt sich in der Nutzung von Cloud-Diensten bisher sehr zurückhaltend, es herrscht große Unsicherheit hinsichtlich der rechtlichen Rahmenbedingungen. Vor allem war lange unklar, wie die Verarbeitung von sensiblen Patientendaten in der Cloud geregelt ist. Das Digital-Gesetz (DigiG) vom 26. März 2024 erlaubt nun explizit die Nutzung der Cloud, sofern strenge Sicherheitsanforderungen eingehalten werden.

Ist das noch gesunde Vorsicht? Lange Zeit herrschte hinsichtlich der Cloud-Nutzung im Healthcare-Bereich eine gewisse Unsicherheit.(©  natali_mis - stock.adobe.com)
Ist das noch gesunde Vorsicht? Lange Zeit herrschte hinsichtlich der Cloud-Nutzung im Healthcare-Bereich eine gewisse Unsicherheit.
(© natali_mis - stock.adobe.com)

Mit der fortschreitenden Digitalisierung im Gesundheitswesen entstehen gewaltige Datenmengen, die nicht nur strukturiert und effizient verwaltet, sondern auch in Echtzeit ausgetauscht werden müssen. Sensible Gesundheitsdaten wie elektronische Patientenakten oder großformatige Bilddateien (z. B. von MRTs) müssen gleichzeitig hochverfügbar und vor Cyberangriffen geschützt sein. Der Datenschutz spielt dabei eine entscheidende Rolle, da Gesundheitsdaten auf dem Schwarzmarkt einen hohen Wert haben und im Falle eines Lecks verheerende Folgen für Patienten und medizinische Einrichtungen haben können.

Sicherer Datentransfer als Schlüssel zur digitalen Zukunft

Eine der zentralen Lösungen für diese Herausforderungen ist die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Die Technologie stellt sicher, dass Daten vom Sender bis zum Empfänger vollständig verschlüsselt bleiben. Dabei wird die Verschlüsselung nicht nur auf die Übertragung der Daten angewendet, sondern auch auf ihre Speicherung. Der Zugriff erfolgt nach dem Zero-Knowledge-Prinzip. Dabei wird sichergestellt, dass auch der Lösungsanbieter keinen Zugriff auf die entschlüsselten Daten hat. Vor allem im Gesundheitssektor hat der Schutz personenbezogener Daten oberste Priorität.

Moderne Datentransferlösungen integrieren zudem eine automatisierte Schlüsselverwaltung. Die Technologie garantiert eine hohe Sicherheit, ohne dass Benutzer sich manuell um den Schlüsselaustausch kümmern müssen. Dies reduziert die Fehleranfälligkeit und erleichtert den reibungslosen Einsatz im Praxisalltag. Mit der Möglichkeit, große Datenmengen wie Röntgenbilder oder 3D-Scans sicher und effizient zu übertragen, stellt diese Technologie einen wesentlichen Baustein für die Digitalisierung des Gesundheitswesens dar.

Das DigiG definiert klare Standards für die Cloud-Nutzung im Gesundheitswesen. Der C5-Kriterienkatalog des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) legt die Anforderungen an den Datenschutz fest und gewährleistet, dass Cloud-Dienste den hohen Sicherheitsanforderungen gerecht werden.

Praktisches Beispiel zur Anwendung im Gesundheitswesen

Eine sichere IT-Infrastruktur im Gesundheitswesen ist nicht nur wünschenswert, sondern entscheidend für die Patientenversorgung. Das Krankenhaus des Deutschen Orden Friesach (DOKH) ist ein gemeinnütziges Krankenhaus in Österreich. Datenschutz und Datensicherheit haben einen hohen Stellenwert für die Klinik. Das Beispiel zeigt, wie professionelle Datentransferlösungen in der Praxis funktionieren.

Zunächst stand die Klinik vor der Herausforderung, sensible Gesundheitsdaten sicher und effizient auszutauschen. Das Ziel: Das Fax ablösen und eine jederzeit DSGVO-konforme Kommunikation zwischen Patienten und Ärzten zu ermöglichen. Die Herausforderung bestand darin, eine Lösung zu finden, die einen verschlüsselten Austausch von hochsensiblen Patientendaten, Arztbriefen und anderen sensiblen Dokumenten ermöglicht – ohne, dass der Empfänger einen Account anlegen oder etwas installieren muss.

Persönliche Erfahrungsberichte von öffentlichen Stellen in Kärnten führten dazu, dass das Produktportfolio von FTAPI für den sicheren Datenaustausch in Betracht gezogen wurde. Dank einer nahtlosen Integration in die bestehende Infrastruktur konnten die Lösungen nach wenigen Tagen eingesetzt werden. Kritische Daten jeder Größe lassen sich seitdem verschlüsselt und revisionssicher per E-Mail verschicken. Neben der Patientenkommunikation wird auf diesem Weg auch die Korrespondenz mit Steuerberatern und Rechtsanwälten abgewickelt. Die größte Erleichterung für Sekretariate und Direktionen ist dabei ein digitaler Briefkasten, mit dem sich auch große Dateien problemlos verschlüsselt einreichen lassen.

Virtuelle Datenräume dienen derweil dazu, um Dateien jeder Größe an einem sicheren Ort abzulegen und zu verwalten. Der Vorteil: Da die Dateien in der Cloud liegen, ist keine Client-Installation mehr nötig. Empfänger müssen sich lediglich selbst ein Passwort setzen. Die Integration von FTAPI ermöglichte es dem DOKH, die hohen Datenschutzstandards der DSGVO zu erfüllen, ohne dabei Abstriche bei der Benutzerfreundlichkeit zu machen. Dadurch wurden sowohl die Geschwindigkeit als auch die Sicherheit des Datenaustauschs signifikant verbessert.

Sicherheit als Grundpfeiler der Digitalisierung im Gesundheitswesen

Die sichere Übertragung von Gesundheitsdaten wird zunehmend zum entscheidenden Erfolgsfaktor für die Digitalisierung des Gesundheitswesens. Technologien wie Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und automatisierte Workflows bieten die nötigen Sicherheitsstandards, um sensible Daten zu schützen und gleichzeitig den Arbeitsalltag zu erleichtern. Die zunehmende Vernetzung erfordert, dass Sicherheitslösungen nicht nur robust, sondern auch einfach zu integrieren sind. Nur so kann das volle Potenzial der Digitalisierung ausgeschöpft werden, ohne die Sicherheit der Daten zu gefährden.

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Ari Albertini
ist CEO bei FTAPI.

Bildquelle: FTAPI

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