Das Projekt „Datensicherung.nrw“ ist ein hochschulübergreifender IT-Service für Hochschulen in Nordrhein-Westfalen. Auf der „Huawei Connect Paris“ präsentierte der zuständige CTO das Mammutprojekt.
Das IT Center die RWTH Aachen befindet sich im Westen der Stadt.
(Bild: Alexander Müller)
Dr. Thomas Eifert leitet das Projekt „Datensicherung.nrw“ und ist der CTO des IT Centers der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH Aachen University oder kurz: RWTH). Die RWTH ist die zweitgrößte Hochschule für technische Studiengänge in Deutschland. Im Uniranking 2024 landete die Hochschule im Fach Informatik auf Platz 3, und im Fach Physik zählt sie zu den Top-100-Hochschulen weltweit. Sie ist eine von zehn Zentren in Deutschland für Hochleistungsrechner.
Eiferts Tätigkeit besteht neben der Entwicklung technischer Strategien des IT Centers der RWTH auch darin, die Projekte „Datensicherung.nrw“ und „DataStorage.nrw“ zu leiten. Das Projekt „Datensicherung.nrw“ realisiert die Infrastruktur der Daten- und Speicherlandschaft nordrhein-westfälischer Hochschulen. Die Datenmenge zu verwalten, die entsteht, stellt organisatorisch eine große Herausforderung dar. Wie diese Herausforderung bewältigt wird, präsentierte der CTO auf der „Huawei Connect Paris“.
Eifert erläuterte in seinem Vortrag: „Die Vielfalt der datenerzeugenden und datenhaltenden Systeme erfordert ein breites operatives Know-how“, und wachsende Datenmengen erfordern eine entsprechende Infrastruktur, da Daten den Grundbaustein für Forschung und Lehre setzten. Aus diesem Grund ist es notwendig, eine geeignete Lösung zur sicheren Speicherung zu finden. Genau hier setzt das Projekt an.
Unsere eigenen Daten sind der Lebensnerv unserer Welt.
Dr. Thomas Eifert
Im Gespräch mit Storage-Insider sagte der CTO: „Wir sind ein Rechenzentrum, das sich neben seiner Rolle als Service-Provider auch als Partner, als Enabler für die Wissenschaft versteht.“ Eifert lehrt das Fach Hochskalierende IT, und seine Tätigkeit im IT Center ermöglicht es ihm, den Studenten die Praxis anschaulich zu vermitteln. „Unsere Anschauungsexemplare sind dann auch unsere eigenen Projekte. Wenn wir hochskalierend sagen, meinen wir auf der Ebene ganzer Bundesländer, ganzer Staaten“, erläuterte Eifert.
Manche Prozesse seien erst durch die Skalierbarkeit realisierbar. Hierzu zählt beispielsweise im Forschungskontext die DFN-AAI. Es handelt sich um ein technisches Authentifizierungs- und Autorisierungssystem. Das System ermöglicht eine hochschulübergreifende Zusammenarbeit von Forschenden und Studierenden, und diese „können in einem Rollenmanagement zusammengeführt werden oder sich selber zusammenführen und Forschungsprojekte IT-technisch abbilden – auf der Rechnerseite und auf der Datenseite“, sagte Eifert.
Wie sieht die Storage-Lösungen der RWTH aus?
Das IT Center der RWTH sortiert die Daten nach den Prozessen Business-Daten, Forschungsdaten und Labordaten, anstatt sie nach der Infrastruktur zu sortieren. Der CTO erläuterte, dass die Verwendung des S3-kompatiblen Objektspeichers eine Besonderheit der Forschungsdateninfrastruktur darstelle. Der Objektspeicher ermöglicht es, eine große Datenmenge zu speichern und ist skalierbar. Vor allem die Unveränderlichkeit der Daten nach dem WORM-Prinzip (Write Once, Read Many) macht den Objektspeicher in der Forschung attraktiv.
Um die Forschungsdaten leicht auffindbar zu machen, setzt das IT Center auf das hauseigene Software-Stack Coscine. Dies ermöglicht durch das FAIR-Prinzip (Findable, Accessible, Interoperable, Reusable) das Auffinden der Forschungsdaten. Für das Backup verwendet die RWTH ebenfalls den Objektspeicher anstelle eines Tape-Speichers. Eifert sagte hierzu: „Von der Backup-Community hören wir oft, dass Tape-Speicher sicherer sind, da sie ja offline sind. Doch wir haben uns für den Objekt-Speicher als Backup-Lösung entschieden, da jede Operation zu jeder Zeit möglich ist, und mit der zertifizierten Daten-Retention ist das Schutzniveau mindestens so gut wie mit Tape.“
Zusammenarbeit mit Huawei
Bei den Storage-Lösungen setzt die RWTH auf das Dual-Vendor-System. Dies erlaube eine Unabhängigkeit. Doch wie kam es dazu, dass das IT Center sich für Huawei als Anbieter entschied? Eifert sagte hierzu: „Der erste Schritt war eine Ausschreibung, die Huawei gewonnen hat.“ Als dann die Produkte ankamen und sich als sehr leistungsfähig bewiesen, stellte das Team fest, dass „ein Dialog da ist, und wenn es Fragestellungen unsererseits gibt oder Veränderungen gewünscht werden“, sei dies unkompliziert machbar. „Wir verwenden die Produkte aus der OceanStore-Familie“, erklärte Eifert. Vor allem die „Offenheit hinsichtlich Wünschen und Vorschlägen“ lobte er.
Forschungdaten-Storage
Die Speicher- und Datenlandschafts NRWs und die technischen Vorteile des Objektspeichers im Überblick.
(Bild: IT-Zentrum RWTH Aachen)
„Insgesamt haben wir in den beteiligten Zentren mehr als 100 Petabyte installiert. Zwischen Essen, Aachen und Köln stellt überdies eine dedizierte 100-Gigabit-Leitungen eine Verbindung zwischen diesen drei Universitäten her“, erläuterte der CTO. Die Forschungsdateninfrastruktur bilde eine Verbindung, die Software, Kompetenz, Bildung und Beratung kombiniere.
Stand: 08.12.2025
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