Positionspapier des SVDGV zum Primärversorgungssystem „Digitale Lösungen sind eine Grundvoraussetzung“

Von Serina Sonsalla 2 min Lesedauer

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„Digitale Lösungen sind kein ergänzendes Angebot, sondern eine Grundvoraussetzung“, so der Spitzenverband Digitale Gesundheitsversorgung. Er fordert in seinem Positionspapier die Integration digitaler Lösungen und die Einbindung der privatwirtschaftlichen Innovationskraft in die Primärversorgung.

In vielen Regionen sind Hausarztpraxen nur noch mit langen Wegen erreichbar. Der Spitzenverband Digitale Gesundheitsversorgung fordert deshalb einen digitalen Versorgungspfad nach dem Prinzip „digital vor ambulant vor stationär“.(Bild: ©  Stefan Schurr – stock.adobe.com)
In vielen Regionen sind Hausarztpraxen nur noch mit langen Wegen erreichbar. Der Spitzenverband Digitale Gesundheitsversorgung fordert deshalb einen digitalen Versorgungspfad nach dem Prinzip „digital vor ambulant vor stationär“.
(Bild: © Stefan Schurr – stock.adobe.com)

In Ländern wie Italien, England oder Dänemark ist das Primärversorgungssystem bereits seit Jahren etabliert. Auch in Deutschland plant die Bundesregierung laut Koalitionsvertrag eine Reform der ambulanten Versorgung hin zu einem solchen Modell.

Doch das allein reicht nicht. Der Spitzenverband Digitale Gesundheitsversorgung e. V. (SVDGV) fordert eine systematische Integration digitaler Lösungen in das Versorgungssystem. Digitale Anwendungen seien dabei kein ergänzendes Angebot, sondern eine Grundvoraussetzung für die Umsetzung des Primärversorgungssystems, heißt es vom Verband. Nur so lasse sich das Gesundheitssystem spürbar entlasten und die Versorgung effizienter sowie zugänglicher gestalten – nach dem Prinzip „digital vor ambulant vor stationär“.

Ziel des geplanten Primärversorgungssystems ist es zwar, den Zugang zu Fachärztinnen und -ärzten zu erleichtern und Termine zu garantieren, indem Hausärzte die Steuerung mithilfe digitaler Ersteinschätzung übernehmen. Gleichzeitig fehlt es jedoch an Nachwuchskräften: Schon heute sind viele Patientinnen und Patienten nicht mehr an eine Hausarztpraxis angebunden. Mit der Einführung des Primärversorgungssystems könnte demnach vielen Menschen der Zugang zur Gesundheitsversorgung weiter erschwert werden.

„Das Primärversorgungssystem der Zukunft ist digital, interoperabel und patientenzentriert“, erklärte Dr. Paul Hadrossek, Vorstandsvorsitzender des SVDGV. „Nur durch die gleichberechtigte Einbindung von privaten und öffentlichen Akteuren wird es möglich, eine flexible, effiziente und nachhaltige Gesundheitsversorgung zu schaffen, die den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten gerecht wird und gleichzeitig das Gesundheitssystem entlastet“, so Hadrossek.

Die Vorteile im Überblick

Digitale Lösungen ergänzen die Vor-Ort-Versorgung. Durch die Integration in die Primärversorgung ergeben sich sowohl für das Gesundheitssystem als auch die Patientinnen und Patienten diverse Vorteile, u. a. flexible sowie niedrigschwellige Zugangswege.

  • Patienten: Schnellere Ersteinschätzung und Weitervermittlung über GKV-Apps, digitale Plattformen oder die zentrale KV-eigene Rufnummer. Alternativer Behandlungsweg ohne persönlichen Praxisbesuch, z. B. durch Telemedizin: flexibel, bedarfsgerecht und ortsunabhängig. Kürzere Wartezeiten, kontinuierliche Betreuung, höhere Versorgungssicherheit, mehr Eigenverantwortung – besonders vorteilhaft für Menschen in ländlichen Regionen und eingeschränkter hausärztlicher Versorgung.
  • Hausärzte / Gesundheitssystem: Stärkere Entlastung durch Digitalisierung, Reduktion der Wartezeiten, sicherer und effizienter Austausch von Gesundheitsdaten, Vermeidung von Doppeluntersuchungen. Förderung des Wettbewerbs und Beschleunigung von Innovationen durch die digitale Vermittlung über Plattformen.
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