Hessen Digitale Teilhabe durch Assistenzroboter

Von Susanne Ehneß 2 min Lesedauer

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Ein Roboter in der Wohngruppe: „Temi“ unterstützt die Bewohner betreuter Wohneinrichtungen in ihrem Alltag.

Temi im Einsatz.(©  PureSec GmbH)
Temi im Einsatz.
(© PureSec GmbH)

Um psychisch erkrankte Bewohner in betreuten Wohngruppen zu unterstützen und das Fachpersonal zu entlasten, wurde im Zuge des Projekts „TeilhabeAssistenz – Digitale Lösungen für betreute Wohnformen“ ein Roboter namens Temi entwickelt. Am Projekt beteiligt waren die Frankfurter University of Applied Sciences, die Firma PureSec GmbH aus Idstein und die psychiatrischen Dienste von Vitos Südhessen in Riedstadt und Vitos Rheingau in Eltville. Gemeinsam wurden die Anforderungen der Zielgruppe an eine digitale Teilhabe erfasst und der Roboter in den Wohneinrichtungen erprobt. Das Hessische Digitalministerium hat das Projekt mit rund 361.000 Euro aus dem Förderprogramm „Distr@l – Digitalisierung stärken, Transfer leben“ unterstützt.

Temi in Schwarz.(©  PureSec GmbH)
Temi in Schwarz.
(© PureSec GmbH)

„Temi fördert mit seinen neu entwickelten Anwendungsmodulen die Klientinnen und Klienten in ihrer Selbstständigkeit und stärkt ­digitale Kompetenzen. Aber auch das Personal wird entlastet, indem Temi leichte Alltagsaufgaben übernimmt und so den Fachkräften mehr Zeit für die individuelle Betreuung ermöglicht“, sagt Hessens Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus.

Konkret wird der Roboter für die Alltagsplanung und -strukturierung, für Videoanrufe und die Nutzung von Unterhaltungsangeboten eingesetzt. „Berührend war zu beobachten, dass digitale Teilhabe mit Telepräsenzrobotern bei Menschen mit psychischen Erkrankungen möglich ist und ihnen diese Form der Kommunikation sogar Spaß macht“, sagt Projektleiterin Prof. Dr. Barbara Klein, Professorin für Organisation und Management der Sozialen Arbeit an der Frankfurter UAS und Sprecherin des Forschungszentrums FUTURE AGING. Für Klein steht der Mensch im Mittelpunkt: „Mir ist wichtig, dass Roboter zum einen Pflegekräfte unterstützen und entlasten und ihnen so zeitliche Ressourcen für zwischenmenschliche Beziehungen zur Verfügung stehen und zum anderen Roboter den Klientinnen und Klienten helfen, selbstbestimmt agieren zu können.“ ­Helmut Honermann, Geschäftsführer der PureSecGmbH, betont, dass Temi von den Betreuern individuell eingestellt und damit auf die Bedürfnisse der Nutzer angepasst werden kann.

Im praktischen Einsatz kam der Assistenzroboter bisher gut an. ­Peter Mann, Regionalleiter Süd der Vitos begleitenden psychiatrischen Dienste, sagt dazu: „Wir sind begeistert von den Rückmeldungen auf beiden Seiten: Die Klientinnen und Klienten hat er bei der Bewältigung des Alltags gefördert und hat zudem kleinere Tätigkeiten übernommen, wodurch er die ­Kolleginnen und Kollegen entlastet hat.“

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