Zukunft der Medizin

Digitale Zwillinge – das Gesundheitswesen auf der Überholspur

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Digitale Zwillinge können auch einen entscheidenden Faktor darstellen, um Leistungsvorhersagen für den Start eines neuen Produkts oder Prozesses zu liefern. Die moderne Arzneimittelentwicklung erfordert Testreihen, die eine Vielzahl von Variablen in hochkontrollierbaren Umgebungen umfassen. Diese Einrichtungen werden mithilfe eines digitalen Zwillings des Labors automatisiert und priorisiert. Forscher können Arzneimittel modifizieren und die Eigenschaften und Anwendungen eines medizinischen Geräts in einer virtuellen Umgebung testen, bevor es in die Produktion geht. Dadurch werden die Kosten für Misserfolge reduziert und die Leistung des Endprodukts verbessert.

Das Behandlungsverfahren wird auf den Patienten abgestimmt

Der Behandlungsansatz wird durch die Beobachtung eines virtuellen Avatars eines potenziell problematischen Organs modifiziert. Mehrere Forscherteams in Europa und den Vereinigten Staaten versuchen bereits seit längerem, ein virtuelles Herz zu erstellen, damit sich die Behandlung von kardiologischen Notfällen personalisieren und auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten zuschneiden lässt. Gleichzeitig hilft die Technologie, den Verlauf von Krankheiten auf einem Zeitstrahl zu verfolgen und zu verstehen, wie sie auf neue Medikamente, Behandlungen oder chirurgische Eingriffe reagieren. Ärzte verwenden Digitale Zwillinge auch dazu, Medikamentendosierung bei Menschen mit chronischen Schmerzen zu optimieren, wobei sie Parameter wie beispielsweise Alter oder Lebensstil zur Vorhersage der Auswirkungen von Schmerzmitteln heranziehen.

Medizinische Geräte wie automatisierte Insulinpumpen, Herzschrittmacher und sogar neuartige Gehirnbehandlungen erfordern eine kontinuierliche Überwachung und Optimierung. Hierbei können Digitale Zwillinge ebenfalls unterstützen. Ein patientenspezifischer digitaler Zwilling wird aus Labortests, Ultraschall, bildgebenden Verfahren, genetischen Tests und anderen Datenquellen generiert. Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA arbeitet an der Definition eines regulatorischen Rahmens, um Unternehmen die Formalisierung dieses Angebots zu ermöglichen. Digitale Zwillinge kontrollieren dann die Nutzung, Leistung und anstehende Reparaturen von medizinischen Geräten in Echtzeit, was in Einrichtungen mit hohem Geräteaufkommen, in denen diese Geräte kontinuierlich verfügbar sein müssen, von entscheidender Bedeutung ist.

Während die digitalen Zwillinge bereits Erfolge zeigen und die Effizienz im Gesundheitswesen steigert, wird ihre Akzeptanz durch den Einsatz von Datenanalyse und Machine Learning, Telemedizin und der Fernüberwachung von Patienten weiter vorangetrieben. Die Verwendung von Automatisierung und Robotik in anderen Branchen stärkt voraussichtlich auch die Nachfrage nach Zwillings-Technologie.

Steigende Kosten im Gesundheitswesen führen dazu, dass nur Einrichtungen mit soliden finanziellen Möglichkeiten sich diese Technologie leisten können. Die fortschrittlichsten Behandlungen könnten denjenigen, die sie am dringendsten benötigen, möglicherweise nicht zur Verfügung stehen. Darüber hinaus können minderwertige Daten die Zuverlässigkeit, der im Rahmen von Diagnose und Behandlung verwendeten digitalen Zwillinge beeinträchtigen und möglicherweise mehr Schaden als Nutzen verursachen.

Eine branchenweite Zusammenarbeit ist entscheidend für die erfolgreiche Einführung von digitalen Zwillingen, um das nächste Zeitalter der Gesundheitsversorgung zu erreichen. Strategische Allianzen werden innovative Produktstarts und eine wertorientierte Versorgung vorantreiben. Darüber hinaus müssen Gesundheitsdienstleister nach neuen Technologien und Prozessen suchen, die bessere Patientenergebnisse ermöglichen, ohne bei Datenqualität, Sicherheit und Datenschutz Abstriche zu machen.

Venky Ananth
ist Senior Vice President und leitet das Healthcare Industry Vertical bei Infosys.

Bildquelle: Infosys

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