Reform und Umsetzung Ein Aufleuchten bei der Apothekendichte

Von Serina Sonsalla 2 min Lesedauer

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Neustart mit neuer Spitze: Ein Wandel bahnt sich an. Die Apothekendichte könnte nicht länger zu den Schlusslichtern Europas gehören. Denn die Politik sendet erste klare Signale – die ABDA und die GMK fordern eine schnelle Umsetzung.

Die ABDA und die GMK befürworten den Koalitionsvertrag zur Apotheken-Reform und apellieren an den Bund, die Umsetzung zügig voranzutreiben.(Bild:  AFFANYUDA – stock.adobe.com / KI-generiert)
Die ABDA und die GMK befürworten den Koalitionsvertrag zur Apotheken-Reform und apellieren an den Bund, die Umsetzung zügig voranzutreiben.
(Bild: AFFANYUDA – stock.adobe.com / KI-generiert)

„Die Apothekenlandschaft ist bunt und vielfältig“, sagte Thomas Preis, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekenverbände (ABDA). Seit Anfang des Jahres sitzt er an der Spitze und löste seine Vorgängerin Gabriele Regina Overwiening­ ab. Vergangenes Jahr am Deutschen Apothekertag war die Apothekenlandschaft noch weiß – mit mehr als 300 Menschen in der Messe München und einem Meer aus weißen Kitteln, auf denen stand: „Weil wir gebraucht werden.“

Noch vor einem Jahr breitete sich dort Unzufriedenheit über die Politik, die finanziellen Rahmenbedingungen, die Apotheken-Reform und die Digitalisierungspläne des damaligen Bundesgesundheitsministers Prof. Karl Lauterbach aus. Bis heute hat sich daran nicht viel geändert: „Unser Apothekennetz wird immer dünner“, sagte Preis im Rahmen der Mitgliederversammlung des Apothekerverbandes Nordrhein (AVNR), wenige Monate zuvor. Dabei gehörten Apotheken doch zur Daseinsvorsorge. Das Wort „Apotheken­sterben“ kommt allerdings nicht von irgendwoher.

Das Apothekensterben ist vor allem in den ländlichen Regionen präsent, wo Filialen mit Fachkräftemangel und einer geringen Bevölkerungsdichte zu kämpfen haben. Diesen Kampf wollte der ehemalige Gesundheitsminister u. a. mit den Chancen der Digitalisierung angehen. Doch seine Apotheken-Reform stieß schon damals auf Kritik: Mit der Telepharmazie war nicht jeder einverstanden. Damit verbanden viele Apothekerinnen und Apotheker die „Apotheke ohne Apotheker“. Doch dieses Jahr ist besonders geprägt von neuen Machtstellungen, Transformationen und Reformen. Mit neuer Spitze, bei der ABDA, beim Bundesgesundheitsministerium und bei der Bundesregierung könnte sich die Unzufriedenheit ändern – Hoffnung besteht.

Die neue Bundesregierung berücksichtigt in ihrem Koalitionsvertrag eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für Apotheken – darunter fällt die Finanzierung. Damit soll schließlich die flächendeckende Arzneimittelversorgung sichergestellt werden. Preis befürwortet das, denn das Honorar sei seit mehr als 12 Jahren nicht mehr gestiegen. Er sieht darin die Ursache für den dramatischen Rückgang der Apothekenzahlen. „Die Apotheken sind bereit, zusätzliche Aufgaben in Bereichen wie Prävention, Früherkennung von Krankheiten und Digitalisierung zu übernehmen.“ Auch die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) setzt sich für eine Stärkung der Apotheken ein und fordert den Bund zu einer schnellen Reform auf. Nun geht es also an die Umsetzung: Der Fahrplan müsse zügig abgearbeitet werden. „Wir werden die Politik an der Umsetzung des Koalitionsvertrages messen, sie aber auch bei der Erreichung ihrer selbstgesteckten Ziele mit ganzer Kraft unterstützen.“ Der ABDA-Präsident ist sich sicher: Die Anstrengungen im Bundeswahltagskampf hätten endlich Früchte getragen.

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