Apotheken bieten weit mehr als nur eine Versorgung mit Arzneimitteln. Zum Tag der Apotheke macht die ABDA auf die Sonderleistungen aufmerksam, welche von Botendiensten über pharmazeutische Dienstleistungen bis hin zu digitalen Services reichen. Das zeitgleich veröffentlichte Statistische Jahrbuch liefert hierzu umfassende Daten, auch zur fortschreitenden Digitalisierung des Apothekenwesens.
Im ersten Quartal 2025 wurden laut ABDA bereits 90,2 Prozent der GKV-Rezepte elektronisch über die Krankenkassenkarte eingelöst.
(Bild: Bernd - stock.adobe.com)
Am 7. Juni findet alljährlich der Tag der Apotheke statt, den die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände erstmals im 1998 ausgerufen hatte. Im Mittelpunkt steht dabei das vielfältige Leistungsspektrum, das weit über die klassischen Aufgaben hinausgeht, wie ABDA-Präsident Thomas Preis unterstreicht: „Maßgeschneidert auf die persönlichen Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten bieten Apotheken vom Impfen über die erweiterte Medikationsberatung bei Polymedikation bis zur speziellen Versorgung suchtkranker Menschen immer mehr Spezialleistungen an.“ Keine dieser Leistungen gehöre zum gesetzlichen Pflichtprogramm einer Apotheke, betont Preis. „Im Gegenteil: Die Apothekenteams haben dafür besondere Qualifikationen erworben, um ihr Leistungsspektrum zu erweitern.“
Nahezu alle Apotheken (97,9 Prozent) liefern laut ABDA beispielsweise per Botendienst täglich rund 300.000 mal Arzneimittel aus, um auch immobile Patientinnen und Patienten angemessen zu versorgen. Rund 9.000 Apotheken – mehr als die Hälfte aller Betriebe – bieten pharmazeutische Dienstleistungen wie die erweiterte Medikationsberatung bei Polymedikation an. Unter strengen Auflagen stellen 4.500 Apotheken sogenannte Substitutionsmittel her, die zur Stabilisierung opioidabhängiger Patientinnen und Patienten beitragen. Zudem engagiert sich jede zweite Apotheke (51,4 Prozent) in der Ausbildung – von Schülerpraktikanten über PKA-Auszubildende bis hin zu Pharmaziepraktikanten. „Die Apothekenlandschaft ist bunt und vielfältig“, sagt ABDA-Präsident Thomas Preis. „Die ordnungsgemäße Versorgung der Bevölkerung ist das Pflichtprogramm, doch die Apotheken können und wollen viel mehr leisten. Diese Kür wird von Millionen Menschen genutzt und geschätzt.“
E-Rezept auf Erfolgskurs
Die genannten Zahlen stammen aus dem aktuellen Statistischen Jahrbuch „Die Apotheke: Zahlen, Daten, Fakten 2025“, das die ABDA zum Tag der Apotheke veröffentlicht hat. Darin widmet der Apothekenverband dem Thema Digitalisierung ein eigenes Kapitel. Die Daten belegen, dass die Apotheken auf einem guten Weg sind, Informationstechnik umfassend in ihre täglichen Abläufe zu integrieren – sei es für Bestellungen beim Großhandel, die Verwaltung von Lagerbeständen, die Umsetzung von Rabattverträgen, die Prüfung von Neben- oder Wechselwirkungen oder die Abrechnung mit den Krankenkassen.
49 Millionen mal pro Woche werden demzufolge beispielsweise Arzneimittel gescannt, um Fälschungen mithilfe des securPharm-Systems auszuschließen. Im Jahr 2020 waren es 34 Millionen Transaktionen gewesen. Gleichzeitig wuchs die Anzahl der hochgeladenen Packungsdaten von 2,1 Milliarden im Jahr 2020 auf 6,0 Milliarden im Jahr 2024.
Besonders erfolgreich ist das zum Jahresbeginn 2024 für die Arzneimittelversorgung gesetzlich Versicherter verpflichtend eingeführte E-Rezept: Im ersten Quartal 2025 wurden laut ABDA bereits 147,3 Millionen E-Rezepte eingelöst, was schon jetzt einem Anteil von 90,2 Prozent entspricht. Stand Februar 2024 waren erst 45,1 Prozent der Apotheken auf einen ähnlich hohen Anteil gekommen, in etwas mehr als einem Drittel der Apotheken waren seinerzeit immerhin 71 bis 90 Prozent der Rezepte durch Einstecken der elektronischen Gesundheitskarte eingelöst worden.
Trotz der erfolgreichen Implementierung berichten die befragten Apotheken von Herausforderungen: Fast 69 Prozent nennen als größtes Problem, dass Patienten bereits in der Apotheke stehen, obwohl das E-Rezept noch nicht verfügbar ist. Weitere Hürden sind Wartezeiten bei der Telematik-Infrastruktur (10,2 Prozent) und Probleme bei der Bearbeitung mit der eigenen Apothekensoftware (8,7 Prozent).
Telematikinfrastruktur und elektronische Patientenakte
Alle Apotheken sind mittlerweile an die Telematik-Infrastruktur (TI) angeschlossen und mit den notwendigen SMC-B-Karten (100 Prozent) und E-Health-Konnektoren (100 Prozent) ausgestattet. Ebenso verfügen alle Apothekerinnen und Apotheker über elektronische Gesundheitsberufeausweise. Für ihre Versicherten haben die gesetzlichen Krankenkassen bereits mehr als 70 Millionen E-Patientenakten angelegt. Für Apotheken ist in der ePA allerdings vorerst nur eine elektronische Medikationsliste einsehbar, später soll ein elektronischer Medikationsplan folgen.
Stand: 08.12.2025
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Insbesondere die Apothekerschaft sieht in der ePA allerdings großes Potenzial: 57 Prozent der Apothekerinnen und Apotheker bewerten den Nutzen für die Vermeidung von Doppeluntersuchungen und unnötigen Behandlungen als hoch oder sehr hoch. Ähnlich positiv eingeschätzt werden die schnellere Verfügbarkeit von Patienteninformationen (53,9 Prozent) und die erhöhte Transparenz durch geteilte Gesundheitsdaten (52,3 Prozent).
Weitere Zahlen und Fakten finden Interessierte direkt im Statistischen Jahrbuch „Die Apotheke: Zahlen, Daten, Fakten 2025“.