Deutscher Rheumatologiekongress Eröffnung und neue Erkenntnisse aus Beobachtungsstudien

Von Serina Sonsalla 2 min Lesedauer

Frauen sind in der medizinischen Behandlung oft benachteiligt – Die Veranstaltung des heutigen deutschen Rheumatologiekongresses setzt sich deshalb mit den geschlechtsspezifischen Unterschieden in der Rheumatologie auseinander und weshalb Frauen oft später diagnostiziert werden, während Männer eher schwerer betroffen sind.

Das biologische Geschlecht beeinflusst Diagnostik und Behandlung rheumatischer Erkrankungen. Unterschiede zeigen sich beispielsweise bei rheumatoider Arthritis oder Spondyloarthritiden. (Bild: ©  thatinchan – stock.adobe.com)
Das biologische Geschlecht beeinflusst Diagnostik und Behandlung rheumatischer Erkrankungen. Unterschiede zeigen sich beispielsweise bei rheumatoider Arthritis oder Spondyloarthritiden.
(Bild: © thatinchan – stock.adobe.com)

Der Deutsche Rheumatologiekongress startet heute im RheinMain CongressCenter in Wiesbaden: Vom 17. bis 20. September werden sowohl geschlechtsspezifische Aspekte als auch personalisierte Medizin und innovative Versorgungskonzepte diskutiert. „Die Rheumatologie entwickelt sich derzeit rasant, insbesondere durch die Fortschritte in der personalisierten Medizin und den Einsatz von KI“, betont Professor Dr. med. Andreas Schwarting, Kongresspräsident der DGRh, Leiter des Schwerpunktes Rheumatologie und klinische Immunologie an der Universitätsmedizin Mainz sowie Ärztlicher Direktor des RZ-Rheumazentrums Rheinland-Pfalz in Bad Kreuznach.

Künstliche Intelligenz wird auf dem Kongress eine zentrale Rolle spielen – für Patientinnen und Patienten ebenso wie für die Teilnehmenden. Zusammen mit weiteren Programmpunkten, etwa zu Leitlinien-Updates, dem Einfluss des Mikrobioms auf Entzündungsprozesse und immunologischen Mechanismen, zählt KI zu den inhaltlichen Schwerpunkten der Veranstaltung. Ein weiterer Fokus liegt auf zellulären Therapien und neuen Wirkstoffen. „Neben wissenschaftlichen Innovationen werden wir auch die Versorgungsrealität in Deutschland kritisch beleuchten“, teilte Schwarting mit. „Dazu gehöre untrennbar, Konzepte zu diskutieren, die eine zukunftsfähige rheumatologische Betreuung sichern – beispielsweise unter Einbezug der Hausärztinnen und Hausärzte.“

Ein Highlight soll die Plenarsitzung zu geschlechtsspezifischen Unterschieden in der Rheumatologie sein. Dabei werden Krankheitsverläufe, Diagnostik und Therapie zwischen Frauen und Männern beleuchtet. Außerdem werden neue Erkenntnisse geteilt, die sich aus aktuellen Beobachtungsstudien ergaben. So galt bislang die Ansicht, dass eine chronisch-entzündliche rheumatische Erkrankung an der Wirbelsäule – genannt Spondyloarthritiden, kurz: SpA – häufiger bei Männern vorkäme. Neue Daten zeigen allerdings ein ausgewogenes Verhältnis zwischen beiden Geschlechtern. „Frauen mit axialer Spondyloarthritis erhalten ihre Diagnose jedoch im Schnitt mehr als zwei Jahre später als Männer“, berichtet Dr. med. Katinka Albrecht vom Deutschen Rheuma-Forschungszentrum (DRFZ). Im Verlauf des Kongresses wird sie Daten aus der Kerndokumentation vorstellen und weitere Unterschiede im Krankheitsverlauf und in der Therapie aufzeigen. Besonders die Therapieform und Behandlung mit TNF-Inhibitoren spricht Frauen weniger an. „Als Ärztinnen und Ärzte müssen wir uns diese Unterschiede bewusst machen, um für die jeweiligen Patientinnen und Patienten die individuell beste Therapie finden zu können“, sagt Albrecht. Der Kongresspräsident des Deutschen Rheumatologiekongresses 2025 teilte diesbezüglich mit: „Wir haben genderspezifische Rheumatologie bewusst zum Schwerpunkt des Kongresses gemacht, um die wissenschaftliche Auseinandersetzung und den Dialog zu fördern.“

Heute startet die Veranstaltung zunächst aber mit einer abendlichen Eröffnungsrunde und endet beim anschließendem Get-Together. Morgen geht es mit dem Hauptprogramm weiter; darunter können Besucherinnen und Besucher eine wissenschaftliche Agenda, rheumatologische Foren und Posterwalks erwarten.

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