Zero-Trust-Prinzip Gematik veröffentlicht erste ZETA-Komponenten für TI 2.0 auf GitHub

Von Stephan Augsten 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Für den Zugriffsschutz innerhalb der Telematikinfrastruktur 2.0 will die Gematik künftig ein Zero-Trust-Modell etablieren. Die ersten Kernkomponenten wurden nun dem Open-Source-Gedanken folgend auf GitHub veröffentlicht. Mit Zero Trust Access (ZETA) können Anbieter produktivtaugliche TI-Komponenten künftig direkt in ihre Systeme integrieren.

Die Gematik hat die ersten Zero-Trust-Access-Komponenten für die TI 2.0 zu Test- und Integrationszwecken zur Verfügung gestellt.(Bild: ©  ArtemisDiana - stock.adobe.com)
Die Gematik hat die ersten Zero-Trust-Access-Komponenten für die TI 2.0 zu Test- und Integrationszwecken zur Verfügung gestellt.
(Bild: © ArtemisDiana - stock.adobe.com)

Die Gematik hat am 15. Dezember 2025 die ersten ZETA-Komponenten der Telematikinfrastruktur 2.0 als quelloffenen Code veröffentlicht. Die Bausteine stehen für Test- und Integrationszwecke zur Verfügung und führen das Zero-Trust-Prinzip als neues Sicherheitskonzept in die TI ein. Dabei wird ein Zugriff, ob von innerhalb oder außerhalb einer Infrastruktur, zunächst grundsätzlich als nicht vertrauenswürdig deklariert. Jede Anfrage an Daten oder Systeme wird gesondert überprüft und autorisiert. Architektonisch wird das bisher geschlossene TI-Netz somit durch einen einheitlichen Vertrauensraum abgelöst.

Mit der Veröffentlichung der Software Development Kits für den „ZETA Client“ sowie den „ZETA Guard“ stellt die Gematik erstmals produktivtaugliche und sicherheitsüberprüfte TI-Komponenten zur Integration bereit. In seiner Funktion als Policy-Enforcement- und -Decision-Point setzt der ZETA Guard Sicherheitsrichtlinien durch und entscheidet über Zugriffsanfragen auf geschützte Resource Server. Der ZETA Guard sendet Telemetriedaten an ein Erfassungssystem zur Überwachung von Sicherheit und Leistung. Diese Informationen umfassen Daten zu Zugriffsanfragen, Autorisierungsentscheidungen und Systemereignissen und ermöglichen die Mustererkennung sowie die frühzeitige Identifikation potenzieller Sicherheitsvorfälle.

Das ZETA Client SDK ist für die Integration in bestehende und neue Client-Anwendungen konzipiert, die auf TI-Dienste auf Basis der neuen Zero-Trust-Architektur zugreifen müssen. Das SDK kapselt dabei laut Dokumentation die ZETA-Anforderungen und schirmt die eigentliche Anwendung davon ab. Gleichzeitig ermöglicht es Clients, bereits implementierte Funktionalitäten wie spezifische Speicherlösungen, Konfigurationen oder die Beschaffung von SM(C)-B-Token weiterzuverwenden.

Der Client selbst ist in Kotlin Multiplatform geschrieben, um eine einheitliche Implementierung der ZETA-Funktionalität bereitzustellen. Zusätzlich werden Beispiele geliefert, wie der Client in Java-Anwendungen und als C++-Bibliothek integriert werden kann. Die Implementierung zielt auf mehrere Plattformen ab, darunter iOS, Android und JVM, die gemeinsame Kernlogik soll insbesondere den Wartungsaufwand reduzieren.

Die Einführung von ZETA erfolgt der Gematik zufolge schrittweise. Mitte 2026 soll die Architektur erstmalig mit der neuen TI-Anwendung VSDM 2.0 zum Einsatz kommen. Noch im selben Jahr folgt der mobile Zugang für Versicherte. Ab 2027 werden weitere TI-Anwendungen auf die neue Sicherheitsarchitektur umgestellt. Die Gematik nennt als Ziel der Maßnahme die Erhöhung von Sicherheit und Betriebsstabilität der Telematikinfrastruktur. Insbesondere letztere wurde in diesem Jahr desöfteren von verschiedenen Akteuren im Gesundheitswesen bemängelt.

(ID:50665015)

Jetzt Newsletter abonnieren

Wöchentlich die wichtigsten Infos zur Digitalisierung im Gesundheitswesen

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung