Studie zu Ransomware im Gesundheitswesen

Im Fokus der Cyberkriminellen

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Auch die Methode „Holzhammer“ gewinnt zusehends an Bedeutung. Sogenannte Brute-Force-Angriffen, also das reine „Ausprobieren“ von Passwörtern im Trial-and-Error-Format, hat seit vergangenem Jahr einen Anstieg von 400 Prozent verzeichnen können. Am beliebtesten war im vergangenen Jahr jedoch die Zugangsmethode über unzureichend geschützte oder gewartete Systeme. Insbesondere Wartungsstaus bei hochschützenswerten Systemen und Datenbanken stellt in den Augen der Sicherheitsforscher nicht nur eine Nachlässigkeit der IT-Verantwortlichen, sondern auch eine Einladung an Cyberkriminelle dar, die Attacke „auf gut Glück“ zu testen.

Kriminelle sind gründlich

Eine weitere Erkenntnis der Studie dürfte den meisten IT-Entscheidern wohl Schweißperlen auf die Stirn treiben. In beinahe allen Fällen (95 Prozent) verschlüsselten die Angreifer nicht nur die operativen Systeme, sondern machten sich auch an den Back-ups – falls vorhanden – zu schaffen.

Dadurch wird im Nachgang der ­Attacke nicht nur der Wiederherstellungsprozess erheblich verlangsamt, auch das generelle Vertrauen in kompromittierte Sicherungskopien dürfte verschwindend gering ausfallen. Denn schließlich lässt sich nie mit vollständiger ­Sicherheit belegen, zu welchem ­exakten Zeitpunkt die Cyber-Attacke begonnen hat. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass auch nicht garantiert werden kann, dass die wiedereingespielten Back-ups „sauber“ sind.

Genau mit dieser Ungewissheit spielen die Kriminellen. Sie sind sich der Tatsache bewusst, dass die Hochverfügbarkeit von Gesundheitsdaten einen wesentlichen Grundbestandteil des Healthcare-Sektors darstellt. Um keine signifikanten Verzögerungen im
Betriebs- und Behandlungsablauf zu realisieren, entscheiden sich mehr und mehr Entscheiderinnen und Entscheider der Krankenhaus-IT dazu, im Falle einer Ransomware-Attacke klein beizugeben und die geforderte Lösegeldsumme zu bezahlen. Im Verlauf der letzten Jahre sind auch diese Beträge deutlich in die Höhe geschnellt.

Mussten angegriffene Institutionen 2022 im Schnitt etwas unter 1,9 Millionen US-Dollar an die Cyber-Erpresser zahlen, fordern diese in diesem Jahr bereits durchschnittlich 2,6 Millionen US-Dollar von ihren Opfern. Ein Ende der Fahnenstange ist dabei noch lange nicht in Sicht. Gesichert festzustellen ist allerdings, dass circa 22 Prozent aller Ransomware-Angriffe dazu führen, dass Daten in signifikantem Umfang abfließen. Neben dem finanziellen Verlust kann das Publikwerden einer solchen Attacke auch das Ansehen der Einrichtung im Gesundheitswesen nachhaltig beschädigen.

The State of Ransomware in Healthcare 2024


Veröffentlicht wurde die Studie in Kooperation zwischen den Meinungsforschungsforschern von Vanson Bourne und dem Sicherheitsexperten Sophos. Sie wurde im August 2024 veröffentlicht und kann über den folgenden Link – kostenfrei und im Volltext – eingesehen werden.

Download der Studie

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