EU4Health-Projekt Initiative zur Prävention nicht übertragbarer Krankheiten

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

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Krebs und weiteren nicht übertragbaren Krankheiten vorzubeugen ist das Ziel einer jetzt gestarteten europäischen Initiative. Fünf Institute aus Deutschland sind dabei.

Laut einer WHO-Studie sind nicht übertragbare Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, chronische Atemwegserkrankungen und Krebs für über 90 Prozent der Todesfälle in der Europäischen Region der WHO verantwortlich.(© Fauzi – stock.adobe.com)
Laut einer WHO-Studie sind nicht übertragbare Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, chronische Atemwegserkrankungen und Krebs für über 90 Prozent der Todesfälle in der Europäischen Region der WHO verantwortlich.
(© Fauzi – stock.adobe.com)

Mitte Februar startete eine europäische Initiative zur Prävention von Krebs und weiteren nicht übertragbaren Krankheiten. Die „Joint Action Prevent NCD“ wird im Rahmen des EU4Health-Programms mit über 75 Millionen Euro gefördert. Behörden, Fachstellen und Universitäten aus 25 Ländern werden in den nächsten vier Jahren gemeinsam Maßnahmen erarbeiten, um nicht übertragbare Krankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes einzudämmen.

Dazu sollen Risikofaktoren reduziert werden, auch durch gesetzliche Regelungen. Wichtig ist aber auch eine bessere Datenlage, die für die gesundheitsförderliche Gestaltung des Lebensumfelds genutzt werden soll. Ziel ist es, Fragmentierung und Doppelarbeit zu minimieren und nationale Behörden auf verschiedenen Ebenen einzubinden. Mit dabei sind auch Institute aus Deutschland: Unter Federführung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) beteiligen sich das Robert Koch-Institut (RKI), das Max Rubner-Institut (MRI), die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) und das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie.

Prozessoptimierung und „Daten für Taten“

„Eine Hauptaufgabe wird sein, relevante Gesundheitsdaten systematisch zu erheben und zusammenzuführen", sagte RKI-Präsident Prof. Dr. Lars Schaade. Das RKI werde solche „Daten für Taten“ aus eigenen und internationalen Studien und Projekten einbringen, um die Prävention von wichtigen Volkskrankheiten zu stärken, gesundheitliche Chancengleichheit voranzutreiben und die Gesundheit und das Wohlbefinden für alle Menschen zu fördern.

Prof. Dr. med. Anke Katharina Bergmann, Leiterin Personalisierte Genomik und stellvertretende Direktorin des Instituts für Humangenetik der MHH, betonte die Bedeutung der Genetik für Früherkennung und Prävention. Der Diagnostik- und Beratungsbedarf in der medizinischen Genetik sei enorm gestiegen und weitere „genetische Profile“ in der Diagnostik, Prognostik und Therapie kämen in den nächsten Jahren hinzu. Daher sei eine Prozessoptimierung sowohl in der humangenetischen Beratung als auch in der Diagnostik notwendig. „Im Rahmen der ‚Joint Action Prevent NCD‘ werden wir im europäischen Kontext für den Bereich genetische (Krebs-)Prädisposition interdisziplinäre neue Versorgungspfade erarbeiten, um strukturierte ressourcenadaptierte Versorgungssysteme gewährleisten zu können und somit (Krebs-)Erkrankungen früher zu erkennen, besser zu therapieren oder idealerweise zu verhindern“, so Bergmann.

Die Erfahrungen der europäischen Zusammenarbeit könnten unmittelbar genutzt und im zukünftigen Bundesinstitut für Prävention und Aufklärung in der Medizin (BIPAM) umgesetzt werden, erklärte Dr. Johannes Nießen, BIPAM-Errichtungsbeauftragter und Kommissarischer Leiter der BZgA.

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