Bildung Junge Menschen fordern Gesundheit als Schulfach

Von Stephan Augsten 3 min Lesedauer

Bewegung, Ernährung, Zahngesundheit – allesamt Themen, die in der Schulzeit irgendwann zur Sprache kommen. Das reicht vielen Teenagern und jungen Erwachsenen aber nicht. Gegenüber der vivida bkk haben sich im Rahmen der Studie „Zukunft Gesundheit" acht von zehn Befragten dafür ausgesprochen, dem Thema „Gesundheit" ein eigenes Schulfach zu widmen.

Viele junge Menschen würden ein eigenes Schulfach Gesundheit begrüßen.(Bild:  © vivida bkk)
Viele junge Menschen würden ein eigenes Schulfach Gesundheit begrüßen.
(Bild: © vivida bkk)

Der Wunsch nach gesundheitlicher Bildung ist unter jungen Menschen in Deutschland stärker denn je. Laut der repräsentativen Studie „Zukunft Gesundheit" der vivida bkk und ihrer Stiftung „Die Gesundarbeiter" befürworten 81 Prozent der 14- bis 34-Jährigen die Einführung eines eigenständigen Fachs. Für die Erhebung wurden 1.150 Bundesbürger dieser Altersgruppe befragt.

Vor allem hinsichtlich viel diskutierter Themen wie Angst- und Stressbewältigung und Work-Life-Balance sowie damit einhergehenden psychischen Erkrankungen besteht offenbar Nachholbedarf: Während beispielsweise Erste-Hilfe-Maßnahmen (56 Prozent) sowie Bewegung und Sport (55 Prozent) noch relativ häufig im Unterricht behandelt werden, gab nur ein knappes Drittel der Befragten an, dass Stressbewältigung im Schulalltag angesprochen wird. Ähnlich niedrige Werte zeigen sich bei der Vermittlung von Wissen zu Vorsorgeuntersuchungen (34 Prozent) und chronischen Krankheiten (36 Prozent).

Sina Knöpfle, Gesundheitsexpertin der vivida bkk, fordert zum Handeln auf: „Die psychische Gesundheit ist ebenso wichtig wie die körperliche. Schulen müssen daher ein Umfeld schaffen, in dem Schülerinnen und Schüler lernen, mit Stress und Ängsten umzugehen.“ Besondere Relevanz gewinnt diese Aussage vor dem Hintergrund, dass sieben von zehn 14- bis 17-Jährigen Stress als Hauptursache dafür angeben, sich nicht vollständig gesund zu fühlen. Und noch einen Mehrwert eines entsprechenden Bildungsangebots hebt Knöpfle hervor: „Ein Schulfach Gesundheit würde nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch helfen, Fakten von subjektiven Meinungen zu unterscheiden.“ Dies sei besonders wichtig, da junge Menschen heute einer Flut von teils widersprüchlichen oder falschen Gesundheitsinformationen in sozialen Medien wie Tiktok oder Instagram ausgesetzt seien.

Unterstützende Fachkraft für Schulgesundheit

Neben einem eigenen Schulfach befürworten 64 Prozent der jungen Bundesbürger die Einführung einer Schulgesundheitsfachkraft. Diese Fachkräfte könnten als Ansprechpartner bei gesundheitlichen Fragen dienen, bei der Erstversorgung unterstützen und die Gesundheitskompetenz der Schülerinnen und Schüler fördern. Die Forderung nach einem Gesundheitsfach ist im Übrigen keine kurzfristige Erscheinung. Seit 2021 liegt die Zustimmung unter jungen Menschen konstant bei über 80 Prozent, während es 2015 noch 74 Prozent waren. Diese anhaltend hohen Zustimmungswerte interpretiert Knöpfle als „klaren Appell an die Kultusministerien der Länder".

Weitere Dringlichkeit erhält das Thema vor dem Hintergrund, dass die Gesundheitskompetenz innerhalb der deutschen Bevölkerung immer weiter sinkt. So zeigt eine aktuelle Studie der TUM (Technische Universität München), dass 75 Prozent der Erwachsenen Probleme im Umgang mit Gesundheitsinformationen haben. Besonders die digitale Gesundheitskompetenz, bei der über die Hälfte der Bevölkerung Defizite aufweist, stellt eine zunehmende Herausforderung dar.

Die vivida bkk engagiert sich gemeinsam mit ihrer Stiftung „Die Gesundarbeiter" bereits seit Jahren für mehr Gesundheitskompetenz an Schulen. Neben der Forderung nach einem eigenen Schulfach setzt die Krankenkasse auf konkrete Projekte zur Förderung der Medien- und Gesundheitskompetenz. Dazu gehören das Medienprojekt „#seiSmart" sowie die Kooperation mit dem Deutschen Basketball Bund (DBB). „In der Kooperation mit dem DBB steht für uns im Fokus, Kinder und Jugendliche für mehr Bewegung zu begeistern", erklärt Knöpfle. Für November plant die vivida bkk erneut eine bundesweite Basketball-Grundschulwoche, mit der rund 30.000 Kinder erreicht werden sollen. Das Ziel sei es, durch positive Sporterlebnisse sowohl das soziale Miteinander als auch die Gesundheitskompetenz junger Menschen frühzeitig zu stärken.

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