Deutscher Pflegetag 2025 Mehr Verbindlichkeit und Sichtbarkeit für die Pflege

Von Susanne Ehneß 2 min Lesedauer

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Am 5. und 6. November 2025 fand der 12. Deutsche Pflegetag statt. Zahlreiche Themen – von der Pflegeküche bis zur Digitalisierung – und klare Worte Richtung Bundespolitik prägten die Veranstaltung in der Messe Berlin.

Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats, mit Jürgen Graalmann, Geschäftsführer des Deutschen Pflegetags.(Bild:  Jan Pauls / Deutscher Pflegetag)
Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats, mit Jürgen Graalmann, Geschäftsführer des Deutschen Pflegetags.
(Bild: Jan Pauls / Deutscher Pflegetag)

„Jetzt geht es um Verbindlichkeit in der Finanzierung, in der Steuerung und in der Umsetzung“, sagte Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats, anlässlich der Eröffnung des diesjährigen Deutschen Pflegetags. Sie forderte den Übergang von einer Ärzte-zentrierten zu einer Team-basierten Primärversorgung. Dazu gehöre eine Pflege, die gemeinsam mit Hausarztpraxen, Therapieberufen und Sozialberatung den Erstkontakt für Patientinnen und Patienten bilde.

„Das Vertrauen der Bevölkerung in das politische Versprechen eines sicheren bedarfsorientierten Zugangs für Jede und Jeden ist erschüttert“, betonte Vogler. „Wir müssen daher über die Form des Zugangs ins Gesundheitssystem sprechen. Für Demografie, Multimorbidität und ländliche Räume brauchen wir Team-basierte Primärversorgung: mit eigenen pflegerischen Sprechstunden, Übergangs- und Medikationsmanagement sowie Quartiersbesuchen, die ausgebildete Pflegefachpersonen, wie die Community Health Nurse, übernehmen.“

Deutscher Pflegetag 2025
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Damit dies gelinge, sei auch eine starke digitale Infrastruktur unverzichtbar. „Ohne sie bleibt Pflege analoge Bittstellerin. Mit ihr wird sie Gestalterin eines modernen Gesundheitswesens“, sagte Vogler. Es brauche zudem eine „gemeinsame Sprache der Versorgung“. Pflege sei nicht nur Versorgungsressource, sondern Treiber für Qualität.

Vogler forderte zudem flächendeckende Landespflegekammern sowie eine feste Bundeseinbindung der Pflege mit dem Deutschen Pflegerat als maßgeblicher Organisation. „Pflege braucht eine Bildungsarchitektur aus einem Guss, gebündelt in einem Bundesressort. Sie ist demokratische Infrastruktur und verdient einen festen Platz in der Steuerung unseres Gesundheitssystems“, verdeutlichte Vogler.

Der Deutsche Pflegetag stieß auf reges Interesse. Über 10.000 Besucherinnen und Besucher tummelten sich an den zwei Tagen auf dem Berliner Messegelände. „Der Deutsche Pflegetag steht für eine konstruktive Debattenkultur über die künftigen Rollenbilder der Gesundheitsfachberufe“, sagte Jürgen Graalmann, Geschäftsführer des Deutschen Pflegetags. Die Herausforderungen in der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung und die für die Patienten und Pflegebedürftigen spürbaren Probleme seien „zu ernst für weiter fruchtlose, besitzstandswahrende Grabenkämpfe“. Die Schirmherrschaft durch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, welche auch vor Ort war, dokumentiere auch den gesellschaftlichen Stellenwert, den Pflege in Deutschland zu Recht habe.

Der nächste Pflegetag findet am 12. und 13. November 2026 wieder in Berlin statt.

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