Durch mobile Geräte der Unternehmensklasse, die mit Barcode-Scannern ausgestattet sind, wie z.B. Smartphones für die Patientenversorgung, können Krankenhäuser ein datengestütztes Internet der Dinge aufbauen. So entsteht ein leistungsstarkes Informationssystem, das die Mitarbeiter sofort mit lebenswichtigen klinischen Daten verbindet – überall und zu jeder Zeit.
Die Strichcode-Druck- und Scan-Technologie bei der Proben- und Gewebenachverfolgung sorgt dafür, dass Pflege- und anderes Personal sofortigen Zugriff auf gesundheitskritische Patientendaten erhalten
Die mobile Datenerfassung kann eine entscheidende Rolle dabei spielen, medizinische Fehler zu verringern. Zum Beispiel sorgt die Strichcode-Druck- und Scan-Technologie bei der Proben- und Gewebenachverfolgung dafür, dass Pflege- und anderes Personal sofortigen Zugriff auf gesundheitskritische Patientendaten erhalten. Auf Basis neuer datengestützter Arbeitsabläufe können Krankenhäuser so die Sicherheit ihrer Patienten verbessern. Hier sind einige Beispiele:
Das Scannen der strichcodierten Armbänder von Patienten bietet Echtzeit-Zugriff auf ihre elektronischen Gesundheitsakten (eGA) in einer einzigen Ansicht, einschließlich dem Namen, Geburtsdatum, Patientennummer, Vorerkrankungen und Allergien. Der Zugriff auf diese Informationen ermöglicht eine schnellere, kooperative und informierte Versorgung.
Während der Entnahme von Patientenproben kann eine Pflegekraft auch einen mit einem Barcode versehenen Auftrag zur Probeentnahme und einen beschrifteten Probenbehälter scannen. Das ermöglicht eine Dreipunktkontrolle, die Fehldiagnosen sowie unnötige Tests und Behandlungen verhindern kann.
Die Barcode Medication Administration (BCMA), ein computergestütztes Fehlermanagementsystem, das laut einer Studie des New England Journal of Medicine Medikationsfehler drastisch reduzieren kann, nutzt eine ähnliche Dreipunktekontrolle. Dabei werden Barcodes auf dem Medikamentenbehälter, dem Armband des Patienten und der ID-Plakette des Mediziners gescannt.
Durchgehende Datenrückverfolgbarkeit
Die Barcode-Scantechnologie hilft auch bei der Gewährleistung einer sicheren Versorgung mit Arzneimitteln, Impfstoffen und Bluttransfusionen. Von der Versorgungskette des Krankenhauses bis zum Klinikpersonal kann jeder pharmazeutische Produkte und medizinische Implantate zurückverfolgen und die Temperatur von Impfstoffen und Blutbeuteln überwachen. Generell spielen aktuell gesetzliche Regulierungen und Möglichkeiten, medizinische Fehler zu reduzieren, eine große Rolle im Gesundheitswesen.
Seit die Europäische Richtlinie 2011/62/EU, auch bekannt als Fälschungsschutzrichtlinie (FMD Falsified Medicines Directive), im Februar 2019 europaweit in Kraft getreten ist, ist die Rückverfolgbarkeit von Arzneimitteln noch wichtiger geworden.
Nach der FMD müssen alle neuen Packungen mit verschreibungspflichtigen Medikamenten, die in der EU verkauft werden, zwei Sicherheitsmerkmale aufweisen:
einen Manipulationsschutz und
einen 2D-Strichcode.
Apotheken und Organisationen, die Medikamente an die Öffentlichkeit abgeben, müssen diese verifizieren. Das bedeutet, dass sie die therapeutische Dosis für Erwachsene visuell überprüfen und sie vor der Ausgabe zur Bestätigung der Authentizität im Europäischen Medizinischen Verifizierungssystem (EMVS) scannen müssen.
Auch können Organisationen des Gesundheitswesens mit Hilfe leistungsstarker Lösungen die Sicherheit verderblicher Kühlkettengüter wie Impfstoffe, Blutbeutel und bestimmte Arzneimittel gewährleisten. Durch fixierbare Zeit- und Temperaturindikatoren auf den Verpackungen haben Hersteller, Lagerhäuser und Krankenhausapotheke die Möglichkeit, die Temperatur dieser Güter über die gesamte Lieferkette hinweg zu dokumentieren und so eine sichere Verwendung zu gewährleisten.
Mobilität: Bedürfnisse von Personal und Umfeld berücksichtigen
Innovative, patientenorientierte Führungskräfte im Gesundheitswesen wissen, dass ein effektives Veränderungsmanagement durch Datenzugriff am Krankenbett und Umsetzung der Rückverfolgbarkeit große Investitionen in die Mobilität des Personals und die Datenerfassung erfordert. Bei der Planung dieser Investitionen müssen sie jedoch die Bedürfnisse ihres Personals und das Krankenhausumfeld im Auge behalten.
Telefone, Pager, Kameras, Laptops/Tablets und Scangeräte – die Anzahl der Geräte im Krankenhaus hat in den letzten Jahren zugenommen. Doch die Vielfalt ging auf Kosten der Effizienz. Robuste mobile Computer und Tablets bieten eine gute Gelegenheit zur Konsolidierung der Geräte – Mitarbeiter können mit diesen z.B. Krankengeschichten abrufen, aktuelle Medikamente und Allergien bestätigen, die Patientenversorgung mit Ärzten, Familienmitgliedern und anderem Personal über Sprachanrufe oder sichere Textnachrichten besprechen, qualitativ hochwertige Bilder von Wunden oder anderen medizinischen Problemen aufnehmen, Routineberichte über Patienteninteraktionen erstellen und kritische Warnmeldungen empfangen – von überall im Krankenhaus, auf einem Gerät.
Nicht alle mobilen Technologien sind für Krankenhausumgebungen geeignet. Smartphones und Tablet-PCs, wie sie normalerweise von Verbrauchern genutzt werden, bieten dem Personal zwar eine vertraute Touchscreen-Navigation. Sie sind aber nicht so gebaut, dass sie gelegentlichen Stürzen und der häufigen Desinfektion standhalten. Auch reicht die Akkulaufzeit nicht über mehrere Schichten hinweg und sie bieten keine ausreichende Datensicherheit für die Anforderungen des Gesundheitswesens. Durch mobile Geräte, die extra für die Patientenversorgung herstellt wurde, können Pflegeteams mobil arbeiten, während gleichzeitig das Risiko von therapieassoziierten Infektionen (HCAI) reduziert wird.
Wie alle anderen IT-Systemkomponenten muss auch die mobile Technologie den Sicherheitsstandards für Patientendaten entsprechen. Ein besonderer Fokus sollte dabei auf die Themen Datenverschlüsselung und Anwendungsberechtigungen gelegt werden. Letztere verhindern unberechtigte Zugriff und erlauben die Ausführung von Anwendungen, die für das Gesundheitswesen zertifiziert sind.
Stand: 08.12.2025
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