Notfallpsychologie Neues Online-Netzwerk hilft in Krisenfällen

Von Serina Sonsalla 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Schnelle Hilfe für Betroffene: Unfälle, Todesfälle und Katastrophen – potenziell traumatische Ereignisse sind Einschnitte im Leben der Betroffenen, die ohne professionelle Hilfe nicht immer leicht zu verkraften sind. Eine neue Onlineplattform in der Notfallpsychologie bietet nun die erste zentrale Anlaufstelle für potenzielle Traumapatienten in Krisenfällen.

Ein Portal für Notfallpsychologen: Keine Mitgliedschaft notwendig. BDP-Zertifizierte können mit einem eigenen Profil in der „Notfallpsychologen-Suche“ auftreten. (© Photographee.eu – stock.adobe.com)
Ein Portal für Notfallpsychologen: Keine Mitgliedschaft notwendig. BDP-Zertifizierte können mit einem eigenen Profil in der „Notfallpsychologen-Suche“ auftreten.
(© Photographee.eu – stock.adobe.com)

Belastende Ereignisse passieren. Dabei ist es nicht wichtig, ob einem das Erlebnis selbst widerfahren ist, man teil des Geschehens war oder ein guter Freund und Angehöriger ist. Auch Einsatzkräfte und Augenzeugen benötigen Unterstützung in schweren Situationen. „Notfälle sind normal“, heißt es auf der Website der Notfallpsychologie. Dabei können allerlei Situationen einen Menschen schnell aus der Bahn werfen – jeder Mensch empfindet anders. Daher werden Notfälle ganz bewusst breit aufgefasst.

Bislang werden Betroffene nach einem Krisenfall zuerst von Kriseninterventions- und Notfallseelsorgeteams betreut, die in den ersten Stunden nach dem Ereignis im Rahmen der Psychosozialen Akuthilfe Unterstützung leisten. Bei der langfristigen Versorgung von Menschen mit manifestierter Traumafolgestörung hilft die Psychotherapie. Dazwischen gibt es aber eine Phase, die in Deutschland noch eine Versorgungslücke darstellte, nämlich die Stabilisierungsphase: Die Stabilisierungsphase sollte bereits in den ersten Wochen nach dem Ereignis stattfinden.

Und genau hierfür ist die neue Plattform unter www.notfallpsychologie.net, gemacht: Als erste zentrale Anlaufstelle bietet sie die Möglichkeit, frühzeitig einer potenziellen Traumafolgestörung entgegenzuwirken und die psychische Resilienz zu stärken.

Betroffene, aber auch Unternehmen und Behörden können entweder Hilfeleistung beanspruchen oder sich informieren. Denn das neue zentrale Netzwerk der Notfallpsychologie des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) vereint geschulte und erfahrene Notfallpsychologen, die unkompliziert und schnell Unterstützung bieten. Experten können sich auf der Plattform kostenlos registrieren, miteinander vernetzen und austauschen. Die Vielzahl an Notfallpsychologen ist für die Kontaktaufnahme im Großschadensfall besonders für Behörden und Unternehmen von Vorteil.

Die Notfallpsychologie – eine Teildisziplin

Die „Psychotraumatologie“ umfasst sowohl die Trauma-Psychotherapie als auch die Notfallpsychologie. Die Notfallpsychologie ist daher eine Teildisziplin der Psychotraumatologie.

Die Trauma-Psychotherapie wird für die Heilung manifestierter Traumafolgestörungen eingesetzt und wird erst nach mehreren Wochen bis Monaten nach dem Ereignis durchgeführt.

Die Notfallpsychologie ist engverbunden mit der Prävention, arbeitet auf salutogenetischer Basis und fördert die Selbstheilungskräfte und die Widerstandsfähigkeit (Resilienz) des Menschen, um die psychische Gesundheit zu erhalten. Die Notfallpsychologen führen allerdings keine Psychotherapie zur Heilung einer Traumafolgestörung durch:

Notfallpsychologen betrachten die Reaktionen der Betroffenen zunächst als „normale Reaktionen auf ein unnormales Ereignis“. Man spricht daher eher von einem „potenziell traumatischen Ereignis", bei dem in den ersten Stunden, Tagen und Wochen danach, noch nicht beurteilt werden kann, ob eine tatsächliche psychische Traumatisierung vorliegt.

(ID:50043172)

Jetzt Newsletter abonnieren

Wöchentlich die wichtigsten Infos zur Digitalisierung im Gesundheitswesen

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung