Barmer Thüringen Online-Portal für Pflegeplatz-Suche gefordert

Von Natalie Ziebolz 2 min Lesedauer

Die Barmer Thüringen alarmiert: Ein akuter Mangel an Transparenz bei freien Pflegeplätzen und der mangelnde Ausbau der Kurzzeitpflege stellen die Versorgung von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen in Thüringen vor massive Herausforderungen. Landesgeschäftsführerin Birgit Dziuk fordert dringende Maßnahmen und bessere Kommunikationswege zwischen Kliniken und Pflegekassen.

Zahlreiche Pflegebedürftige müssen in Thüringen länger im Krankenhaus verweilen, da es viel Zeit in Anspruch nimmt, einen geeigneten Pflegeplatz für sie zu finden.(Bild:  SKW – stock.adobe.com)
Zahlreiche Pflegebedürftige müssen in Thüringen länger im Krankenhaus verweilen, da es viel Zeit in Anspruch nimmt, einen geeigneten Pflegeplatz für sie zu finden.
(Bild: SKW – stock.adobe.com)

Die Barmer Thüringen drängt auf die Schaffung eines landeseigenen Online-Portals zur effizienteren Suche nach freien Pflegeplätzen und einem verstärkten Ausbau der Kurzzeitpflege. „Die fehlende Übersicht bezüglich freier Plätze in Pflegeheimen und bei der Kurzzeitpflege belastet Pflegebedürftige und Angehörige zusätzlich. Angebot und Nachfrage finden in Thüringen nicht effektiv zusammen“, erklärt Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der Barmer Thüringen. Hinzu käme, dass jährlich rund 10.000 Menschen in Thüringen aufgrund der oft mühsamen Suche nach freien Pflegeplätzen unnötig lange im Krankenhaus verweilten. Dies weise auf eine Versorgungslücke hin.

Kritische Situation bei Pflegeübergängen

Der Pflegereport der Barmer zeigt, dass in Thüringen mehr als ein Viertel der Pflegefälle mit einem Krankenhausaufenthalt beginnt. „Für einen Großteil dieser Menschen muss zunächst geklärt werden, wie es weitergeht. An der Stelle hakt es jedoch in vielerlei Hinsicht“, kritisiert Dziuk. Als Hürden nennt sie einerseits die fehlende Transparenz, andererseits die Kommunikation zwischen Kliniken und Pflegekassen. Die Barmer fordert daher, dass Krankenhäuser die Pflegekassen per digitalem Datenaustausch möglichst frühzeitig informieren, sobald für Patienten ein Entlassdatum feststeht. „So wäre gewährleistet, dass auch die Versorgung mit Hilfsmitteln wie beispielsweise Gehhilfen ohne Zeitverzögerung gelingt“, ist Dziuk sicher.

Mangel an Kurzzeitpflege

Die BARMER kritisiert zudem den begrenzten Zugang zu Kurzzeitpflegeeinrichtungen in Thüringen. Mit nur acht Anbietern für reine Kurzzeitpflegeeinrichtungen ist die Kapazität unzureichend. „Wenn Menschen pflegebedürftig werden, ist das eine riesige Herausforderung für sie selbst und insbesondere die Angehörigen. Sie müssen sich in dieser oft vollkommen neuen Situation darauf verlassen können, dass die Versorgung bestmöglich funktioniert und benötigen Unterstützung“, stellt Dziuk fest.

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