Implantat Patient erhält vollständig künstliches Herz

Quelle: Pressemitteilung Helios Kliniken 2 min Lesedauer

Am Herzzentrum Leipzig wurde einem Patienten ein vollständig künstliches Herz implantiert. Die integrierte Sensorik imitiert die Herzfunktion, und die biokompatible Oberfläche sorgt dafür, dass das Kunstherz nicht als Fremdkörper erkannt wird.

Dr. Alexey Dashkevich mit dem Kunstherz.(Bild:  Christian Hüller)
Dr. Alexey Dashkevich mit dem Kunstherz.
(Bild: Christian Hüller)

Ein „total artificial heart“ (TAH) ist eine neue Form eines künstlichen Herzens. Im Gegensatz zu bereits länger existierenden Kunstherzsystemen kann das TAH die natürlichen Funktionen des Herzens ersetzen. Das Kunstherz enthält insgesamt 14 Sensoren. Diese messen u. a. Druck und Temperatur und imitieren die natürliche Herzfunktion. Die Sensoren registrieren Belastungen des Körpers, wie schnelleres Gehen oder Treppensteigen, und passen die Schlagfrequenz an die Bedürfnisse des Körpers eigenständig an.

Die mit Blut in Kontakt kommenden Oberflächen des Implantats sind mit einer biologischen Membran aus dem Herzbeutel eines Rindes ausgekleidet und machen das TAH somit biokompatibel. Das bedeutet, dass das Kunstherz keinen negativen Einfluss auf den Körper des Patienten hat und nicht als Fremdkörper erkannt und abgestoßen wird.

Am Herzzentrum Leipzig wurde einem Patienten ein solches TAH nun implantiert. Die Operation fand dort erstmals und weltweit zum 55. Mal statt. Im Vorfeld der Operation reiste ein Ärzteteam des Herzzentrums nach Paris, um die Anwendung des TAH in einer Probe-Implantation am Tier zu üben. Die anschließende Operation am Patienten verlief erfolgreich. „Bei solchen Operationen stellen wir uns auf alle Arten von Komplikationen ein, aber es traten keine ein. Das Einsetzen des Kunstherzens lief reibungslos und das Herz funktionierte sofort fehlerfrei. Das ist für uns ein großer Erfolg. Ich freue mich, dass es unserem Patienten bereits wieder so gut geht und er Besuch von seiner Familie empfangen kann“, sagt der durchführende Arzt und Leitender Oberarzt der Universitätsklinik für Herzchirurgie Dr. Alexey Dashkevich.

Das TAH dient als Brückenlösung

Das TAH ist zwar europaweit zugelassen und wird in Frankreich in breit angelegten Studien untersucht, aktuell wird es jedoch nicht als dauerhafte Therapie eingesetzt. Das Kunstherz dient vielmehr als eine so genannte „bridge to transplant“, eine Brückenlösung bis zur Transplantation eines Spenderherzens. Durch die Implantation wird die Durchblutung von Lunge, Leber und Nieren verbessert und damit die Gesamtkondition des Patienten stabilisiert. Ob und wann ein Austausch gegen ein menschliches Spenderherz nötig ist, entscheidet sich am Gesundheitszustand des jeweiligen Patienten.

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei unserer Schwesterpublikation Devicemed.

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