Kritik an Minister Laumanns Politik Pflegeausbildung in der Krise

Von Chiara Maurer 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die Abbrecherquote in der Pflegeausbildung steigt. Grund dafür soll, so der Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa), Bernhard Rappenhöner, die Politik von NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann sein.

Führte das Zusammenlegen der Alten- und Krankenpflegeausbildung zum Anstieg der Ausbildungsabbrüche?(©  aldomurillo – Getty Images via Canva.com)
Führte das Zusammenlegen der Alten- und Krankenpflegeausbildung zum Anstieg der Ausbildungsabbrüche?
(© aldomurillo – Getty Images via Canva.com)

Die Pflegeausbildung in Nordrhein-Westfalen steht vor einer Krise, wie sie der Landesvorsitzende des bpa, Bernhard Rappenhöner, aufzeigt. Aufgrund aktueller Zahlen kritisiert der Vorsitzende die aktuelle Politik von Sozialminister Laumann. Demnach sei die Abbrecherquote in NRW von derzeit 46 Prozent auf die generalistische Pflegeausbildung zurückzuführen, wie sie der Minister gefordert hatte.

So setzte sich Laumann als Minister sowie als Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung für die Zusammenlegung der Alten- und Krankenpflegeausbildung ein, was – trotz steigender Zahlen an Azubis in den Jahren zuvor – zu einem Einsturz der Ausbildungszahlen und einer deutlich höheren Abbrecherquote führte. Für den bpa-Landesvorsitzenden ist deshalb klar: „Die hohe Zahl von Ausbildungsabbrechern in der Pflege ist eine direkte Folge der Politik von Minister Laumann.“

Weiter kritisiert er, dass die Ausbildung für Einrichtungen erheblich komplizierter geworden sei. Praxiseinsätze gestalteten sich so besonders für kleine Pflegedienste oder Einrichtungen in ländlichen Gebieten schwierig. Die reduzierten Anwesenheitszeiten der Azubis beim ausbildenden Betrieb verschärfen die Problematik, bei einem generellen Pflegenotstand, zudem. Rappenhöner erklärt: „Viele junge Menschen, die früher bewusst in die Altenpflege gegangen sind, werden von den zusätzlichen medizinischen Inhalten aus dem Krankenhausbereich abgeschreckt.“ Die Kombination von Praxiseinsätzen in Kliniken und Kinderpflegebereichen erschwere so die Ausbildung und führe zu Desinteresse.

Der bpa-Landesvorsitzende appelliert: „Minister Laumann muss erklären, warum er dazu beigetragen hat, diese Erfolgsgeschichte in NRW zu beenden.“ Zudem stehe er in der Pflicht, den Schaden der damaligen Entscheidung zu begrenzen und sich auf der Bundesebene für Vereinfachungen der Ausbildungsabläufe einzusetzen. „Die gezielte Vorbereitung auf die Arbeit in der Altenpflege muss wieder im Mittelpunkt stehen. Praxiseinsätze, bei denen die Azubis wochenlang kilometerweit ins nächste Krankenhaus pendeln müssen, sind nicht praxistauglich. Das gesamte Pflegeberufegesetz muss auf den Prüfstand, weil es erkennbar nicht zur Absicherung und Weiterentwicklung der Ausbildung in der Pflege beigetragen hat“, so der bpa-Vorsitzende.

(ID:49844710)

Jetzt Newsletter abonnieren

Wöchentlich die wichtigsten Infos zur Digitalisierung im Gesundheitswesen

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung