AOK Nordost und BARMER Pflegeheime: Telemedizin per Selektivvertrag

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

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Gerätegestützte Telemedizin kann die ärztliche Versorgung in Pflegeheimen erleichtern und verbessern, es gibt auch bereits erfolgreiche Pilotprojekte. Nur: Wie kommen die Lösungen dann in die Fläche? In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern bieten AOK Nordost und BARMER dafür einen Selektivvertrag.

Immer weniger Hausärzte, während die Zahl der Pflegeheimbewohner wächst: „Mit Hilfe der Telemedizin haben wir eine wirkungsvolle Antwort gefunden, um auch in Zukunft noch flächendeckend die Menschen bestmöglich zu versorgen, die besondere Zuwendung brauchen.“ (Daniela Teichert, Vorstandsvorsitzende der AOK Nordost)(©  Lumos sp – stock.adobe.com)
Immer weniger Hausärzte, während die Zahl der Pflegeheimbewohner wächst: „Mit Hilfe der Telemedizin haben wir eine wirkungsvolle Antwort gefunden, um auch in Zukunft noch flächendeckend die Menschen bestmöglich zu versorgen, die besondere Zuwendung brauchen.“ (Daniela Teichert, Vorstandsvorsitzende der AOK Nordost)
(© Lumos sp – stock.adobe.com)

Bewohner in Pflegeheimen sind oft aufgrund ihres Alters oder durch Vorerkrankungen geschwächt, gesundheitliche Beschwerden sollten daher zügig abgeklärt werden. Doch was tun, wenn die Arztpraxis weit entfernt und ein Hausbesuch zeitnah nicht möglich ist? Oft landen die Patienten dann im Krankenhaus – eine große Belastung für die älteren Menschen und nicht selten auch unnötig.

In einem 9-monatigen Pilotprojekt hat die AOK Nordost gemeinsam mit dem Telemedizinanbieter MedKitDoc, sieben Pflegeheimen und zehn Arztpraxen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ein neues Konzept getestet: die gerätegestützte telemedizinische Versorgung. Über 200 Patientinnen und Patienten nahmen daran teil.

Mehr als Videosprechstunde

Der Unterschied zur Videosprechstunde: Neben einer speziellen App kommen zertifizierte Medizingeräte zum Einsatz, die vom Pflegepersonal bedient werden, wie Pulsoximeter, Blutdruckmessgerät, aber auch ein Stethoskop, das es ermöglicht, Herz- und Lungengeräusche per Videokonferenz abzuhören. Die Echtzeitübertragung dieser Daten erlaubt den behandelnden Ärztinnen und Ärzten viel genauere Diagnosen als in einer reinen Videosprechstunde, spart aber lange Anfahrten.

Die Pilotphase habe gezeigt, „dass die Bewohnerinnen und Bewohner ärztlich zuverlässig versorgt, Pflegepersonal durch Nutzung digitaler Möglichkeiten in ihrer Kompetenz gestärkt sowie die Anzahl der Krankenhausaufenthalte und die Kosten für stationäre Behandlungen gesenkt werden konnten“, so das Resümee der Krankenkasse.

Die AOK Nordost bietet seit August 2023 die Teilnahme an diesen Leistungen über einen Selektivvertrag.

Selektivverträge im Gesundheitswesen werden direkt zwischen einzelnen Leistungserbringern und den Krankenkassen geschlossen.

Seit Januar 2024 beteiligt sich auch die BARMER Krankenkasse: „Jährlich könnten in Deutschland rund 1,3 Mio. Krankenhausaufenthalte von Pflegebedürftigen vermieden werden, wenn die Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen ambulant besser versorgt würden“, erklärt Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der BARMER Berlin/Brandenburg, „Mit den innovativen Möglichkeiten der Telemedizin verbessern wir die medizinische Versorgung in Pflegeheimen und schaffen die Voraussetzung dafür, dass die in den kommenden Jahren steigende Zahl Pflegebedürftiger gut medizinisch betreut werden kann.“

Weitere Informationen zur Teilnahme und Unterlagen für Arztpraxen und Pflegeheime

in Brandenburg in Mecklenburg-Vorpommern

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