Phishing und SpoofingSchutz durch DMARC im Gesundheitswesen
Ein Gastbeitrag von
Gerasim Hovhannisyan
4 min Lesedauer
Phishing und Spoofing sind gängige Methoden, um auf vertrauliche Informationen zuzugreifen und Schadsoftware zu verbreiten. Gerade für Gesundheitseinrichtungen bergen solche Angriffe ein erhebliches Risiko. Dabei ließen sich entsprechende Mails durchaus in den Griff bekommen.
Für Cyberkriminelle ist keine Methode, an sensible Daten zu kommen, so einfach und effektiv wie die Phishing-E-Mail.
Das Gesundheitswesen ist ein besonders attraktives Ziel für Cyberkriminelle, da es sensible personenbezogene Daten verarbeitet und im Falle eines erfolgreichen Angriffs schwerwiegende Folgen drohen. Oft setzen die Angreifer dabei auf Phishing und Spoofing. Phishing-Angriffe sind täuschend echt wirkende E-Mails, die darauf abzielen, vertrauliche Informationen wie Passwörter oder Kreditkartennummern zu stehlen. Spoofing hingegen bezeichnet das Vortäuschen einer falschen Identität, um Vertrauen zu erwecken und somit Angriffe zu erleichtern. Laut Untersuchungen von Verizon beginnen 93 Prozent aller erfolgreichen Cyberangriffe mit einer Phishing-E-Mail, was die immense Bedeutung dieses Angriffsvektors unterstreicht.
Insbesondere im Gesundheitswesen, wo Angestellte unter hoher Belastung arbeiten und nur begrenzt Zeit für die Beurteilung eingehender E-Mails haben, sind diese Angriffe äußerst gefährlich. Eine Untersuchung von EasyDMARC hat aufgedeckt, dass weniger als zwei Drittel der führenden Gesundheitseinrichtungen weltweit grundlegende Schutzmaßnahmen gegen Phishing und Spoofing implementiert haben. Von den 100 untersuchten Organisationen haben nur 62 Prozent Sicherheitsrichtlinien zur Kennzeichnung, Meldung und Entfernung von Phishing- und Spoofing-E-Mails korrekt umgesetzt und konfiguriert. Diese Ergebnisse sind alarmierend, da sie darauf hinweisen, dass ein erheblicher Teil der Gesundheitseinrichtungen weiterhin unzureichend gegen diese Bedrohungen geschützt ist.
Besonders besorgniserregend ist, dass von den 62 Prozent der Organisationen, die den DMARC-Standard (Domain-based Message Authentication, Reporting, and Conformance) verwenden, nur 32 Prozent die strengste Richtlinie implementiert haben. Diese strengste DMARC-Richtlinie sorgt dafür, dass E-Mails, die die Authentifizierungsprüfung nicht bestehen, sofort zurückgewiesen werden. In der Praxis bedeutet dies, dass lediglich eine von fünf untersuchten Einrichtungen vollständig vor Phishing- und Spoofing-E-Mails geschützt ist.
DMARC: Ein entscheidendes Schutzinstrument
Der DMARC-Standard wurde 2012 eingeführt und bietet einen wirksamen Schutz gegen Phishing und Spoofing. Er ermöglicht es Domain-Besitzern, E-Mails zu authentifizieren und festzulegen, wie E-Mails, die diese Authentifizierung nicht bestehen, behandelt werden sollen. DMARC baut auf den bestehenden E-Mail-Authentifizierungsverfahren SPF (Sender Policy Framework) und DKIM (DomainKeys Identified Mail) auf und erweitert diese durch eine Richtlinie, die es erlaubt, verdächtige E-Mails automatisch zu kennzeichnen, zu melden oder zu blockieren.
Google, Yahoo und Apple haben mittlerweile strenge E-Mail-Authentifizierungsanforderungen beschlossen, die die Einführung von DMARC-Richtlinien für Massenversender vorschreibt. Da diese Anbieter einen beträchtlichen Teil des E-Mail-Ökosystems kontrollieren, werden diese Richtlinien weitreichende Auswirkungen auf Unternehmen jeder Branche haben. Angesichts der stetig wachsenden Cyberbedrohungen, die sowohl Einzelpersonen als auch Organisationen betreffen, ist es für Organisationen und Unternehmen unerlässlich, wirksame Maßnahmen zum Schutz der E-Mail-Kommunikation einzuführen.
Die Implementierung von DMARC erfordert eine sorgfältige Planung und Konfiguration, da Fehlkonfigurationen zu einem erhöhten Risiko führen können. Die Studie von EasyDMARC zeigt, dass 55 Prozent der Einrichtungen, die DMARC implementiert haben, eine Richtlinie mit niedriger Sicherheitsstufe verwenden. Diese Richtlinien erlauben es, dass verdächtige E-Mails den Posteingang erreichen und lediglich eine Warnung an den Benutzer gesendet wird. Dies ist problematisch, da die Verantwortung zur Erkennung von Phishing-E-Mails somit auf den Endnutzer übertragen wird, was die Wahrscheinlichkeit menschlicher Fehler erhöht.
Weitere Informationen
Die Implementierung von DMARC ist recht anspruchsvoll und kann viel Zeit und Mühe kosten. EasyDMARC hat sich zum Ziel gesetzt, die DMARC-Authentifizierung zu vereinfachen, indem es Unternehmen auf ihrem Weg zu DMARC begleitet. Die zentrale EasyDMARC-Plattform verfügt über eine intuitive Benutzeroberfläche, die es auch technisch nicht versierten Personen leicht macht, ihre E-Mail-Versanddaten zu analysieren und nicht autorisierte Quellen sowie potenzielle Phishing-Bedrohungen zu blockieren. Mit EasyDMARC können E-Mail-Administratoren die DMARC-Verwaltung und -Überwachung durch nützliche Tools wie IP/Domain Reputation Monitoring, Smart Alerting System und Hosted SPF- und DMARC-Lösungen vereinfachen und automatisieren. So erhalten sie einen detaillierten Einblick in das E-Mail-Ökosystem ihrer Benutzer und können den Datenverkehr überwachen, Authentifizierungsergebnisse analysieren und den Zustand der Domains ohne Risiko für den Datenschutz aufrechterhalten.
Best Practices für den Schutz vor Phishing und Spoofing
Für Gesundheitseinrichtungen ist es entscheidend, starke E-Mail-Authentifizierungsmaßnahmen zu implementieren und regelmäßig zu überprüfen. Folgende Best Practices sollten dabei berücksichtigt werden:
1. Strenge DMARC-Richtlinien: Organisationen sollten den Einsatz von DMARC auf das höchstmögliche Sicherheitsniveau bringen, bei dem verdächtige E-Mails automatisch abgelehnt werden.
2. Schulung und Sensibilisierung der Mitarbeiter: Obwohl technische Maßnahmen wichtig sind, bleibt die Sensibilisierung der Mitarbeiter für Phishing- und Spoofing-Angriffe entscheidend. Regelmäßige Schulungen und Simulationsübungen können dazu beitragen, das Bewusstsein zu schärfen.
3. Regelmäßige Überprüfung und Anpassung der Sicherheitsrichtlinien: Da Cyberkriminelle ihre Techniken ständig weiterentwickeln, sollten auch die Sicherheitsmaßnahmen regelmäßig überprüft und angepasst werden. Die Implementierung einer effektiven Überwachungs- und Berichtsfunktion innerhalb von DMARC kann dabei helfen, verdächtige Aktivitäten frühzeitig zu erkennen.
4. Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen: Neben DMARC sollten auch weitere Schutzmaßnahmen wie Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA), regelmäßige Software-Updates und Backups implementiert werden, um die Sicherheitslage weiter zu verbessern.
Fazit
Phishing und Spoofing stellen im Gesundheitswesen eine erhebliche Bedrohung dar und für Cyberkriminelle ist keine Methode so einfach und effektiv wie die Phishing-E-Mail. Für eine so wichtige Branche wie das Gesundheitswesen ist die Installation von E-Mail-Authentifizierungsmaßnahmen ein absolutes Muss und durch den Einsatz von DMARC kann die Bedrohung signifikant reduziert werden. Die Studie von EasyDMARC zeigt jedoch, dass viele Organisationen diesen Schutz noch nicht ausreichend nutzen. Es ist dringend erforderlich, dass Gesundheitseinrichtungen ihre Sicherheitsstrategien überdenken und DMARC konsequent implementieren, um sich effektiv vor diesen Bedrohungen zu schützen. Nur so kann die Integrität und Vertraulichkeit sensibler Patientendaten gewahrt und das Vertrauen in die Sicherheit des Gesundheitswesens gestärkt werden.
Stand: 08.12.2025
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Gerasim Hovhannisyan ist CEO und Mitbegründer von EasyDMARC.