Damit kein OP-Material im Patienten verbleibt Sicher nach der OP: KI unterstützt bei Zählkontrolle

Von Nicola Hauptmann 1 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die Westsächsische Hochschule Zwickau arbeitet gemeinsam mit Partnern an einem neuen, KI-gestützten Verfahren zur Zählkontrolle nach Operationen. Damit sollen die Patientensicherheit erhöht und gleichzeitig der Aufwand verringert werden.

Projekt-Kick-off am 3. Juli 2025: Daniel Wessel (MEDIK), Wiebke Vennhoff (MEDIK), Meghdad Fereidouni (code’n’ground), Amelie Pester (WHZ), Alexander Kabardiadi-Virkovski (WHZ), Sabrina Schorn (WHZ), Uwe Seidel (MEDIK), Armin Haas (code’n’ground) und Prof. Peter Hartmann (WHZ), v. l.(Bild:  MEDIK)
Projekt-Kick-off am 3. Juli 2025: Daniel Wessel (MEDIK), Wiebke Vennhoff (MEDIK), Meghdad Fereidouni (code’n’ground), Amelie Pester (WHZ), Alexander Kabardiadi-Virkovski (WHZ), Sabrina Schorn (WHZ), Uwe Seidel (MEDIK), Armin Haas (code’n’ground) und Prof. Peter Hartmann (WHZ), v. l.
(Bild: MEDIK)

Wenn nach einer Operation Tupfer oder Instrumente im Körper der Patienten verbleiben, kann das schwerwiegende Komplikationen nach sich ziehen. Um solche „Never Events“ zu vermeiden, sind Zählkontrollen vorgeschrieben. Doch gerade unter Stress oder bei Kommunikationsproblemen können bei manuellen Zählungen Fehler auftreten. An der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) geht man von jährlich rund 1.000 zusätzlichen Eingriffen in Deutschland aus, die auf diese Weise verursacht werden.

Die Arbeitsgruppe „Optische Technologien“ der WHZ hat jetzt ein neues Projekt in diesem Bereich gestartet. Gemeinsam mit der MEDIK Hospital Design GmbH und der code’n’ground AG arbeitet das Team an einer Lösung für einen zuverlässigeren und effizienteren Zählvorgang: Eine speziell entwickelte Kameraeinheit soll den Instrumententisch während der Operation erfassen. Für die Auswertung setzen die Forschenden auf KI, konkret auf einen YOLO-Algorithmus (You Only Look Once), der in Kombination mit einem Convolutional Neural Network (CNN) die Objekte erkennt und klassifiziert. Über einen interaktiven Bildschirm sollen diese Daten visualisiert werden, indem der Soll- und Ist-Zustand für jede Objektklasse angezeigt wird. Bei Diskrepanzen wird automatisch gewarnt.

Damit sollen die Patientensicherheit erhöht und der Zählprozess vereinfacht werden. Schon eine Reduktion der Zähl- und Dokumentationszeit um rund eine halbe Minute pro Eingriff ermögliche bei den jährlich etwa 17 Millionen Operationen in Deutschland Einsparungen von rund 500 Millionen Euro – so der Ansatz. Zugleich werde das OP-Personal entlastet.

Das Projekt „Digital Surgical Count Control“ wird durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt im Rahmen der Fördermaßnahme „KMU-innovativ: Interaktive Technologien für Gesundheit und Lebensqualität“ für drei Jahre gefördert. Nach Projektende soll die Lösung als Medizinprodukt zertifiziert werden.

(ID:50492749)

Jetzt Newsletter abonnieren

Wöchentlich die wichtigsten Infos zur Digitalisierung im Gesundheitswesen

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung