Digitalklimaindex 2025 So steht Deutschland zur Digitalisierung im Gesundheitssektor

Von Agnes Panjas 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Der Digitalklimaindex 2025 zeigt, dass Menschen in Deutschland im Gesundheitsbereich die größten digitalen Veränderungen erwarten. Wie bewerten die Befragten die digitale Transformation im Gesundheitsbereich und was wird skeptisch gesehen?

Die Studie Digitalklimaindex 2025 von Deutsche Glasfaser zeigt: Die Digitalisierung im Gesundheitswesen ist für die Menschen in Deutschland ein wichtiges Thema.(Bild:  Canva / KI-generiert)
Die Studie Digitalklimaindex 2025 von Deutsche Glasfaser zeigt: Die Digitalisierung im Gesundheitswesen ist für die Menschen in Deutschland ein wichtiges Thema.
(Bild: Canva / KI-generiert)

Der Digitalklimaindex von Deutsche Glasfaser zeigt, dass die Menschen in Deutschland im Gesundheitswesen die größten Veränderungen durch digitale Technologien erwarten. Ganze 63 Prozent der Befragten sehen den stärksten Einfluss im Bereich Medizin und Gesundheitsversorgung – deutlich vor allen anderen Lebensbereichen. Besonders die über 60-Jährigen sowie die 16- bis 29-Jährigen erwarten hier große Veränderungen – eine bemerkenswerte Schnittmenge zweier sehr unterschiedlicher Generationen. Gleichzeitig bleibt die Skepsis gegenüber KI-Diagnostik, Videosprechstunden und Robotik in der Pflege hoch.

Junge und ältere Menschen erwarten gleichermaßen eine digitale Disruption im Gesundheitsbereich. Digitalisierung ist ein generationenübergreifender Zukunftstreiber.

Ruben Queimano, Chief Commercial Officer bei Deutsche Glasfaser

Regionale Besonderheiten: So bewerten die Deutschen die Transformation

Die Mehrheit der Menschen bewertet die Digitalisierung im Gesundheitswesen positiv. Altersübergreifend stehen nur 29 Prozent digitalen Technologien in diesem Bereich kritisch gegenüber, bei den über 60-Jährigen steigt der Wert leicht auf 33 Prozent.

Bildergalerie

Auffällig ist das regionale Bild: In Tübingen, Köln und Hamburg liegt die Veränderungsangst mit moderaten 38 Prozent noch am höchsten, während Mecklenburg-Vorpommern und die Menschen in der Weser- Region um Bremen und Lüneburg (nur 20 Prozent und 19 Prozent Ablehnung) besonders aufgeschlossen sind. In diesen Regionen hegt also nur jeder fünfte Vorbehalte. Trotz regionaler Unterschiede überwiegt die Zustimmung in ganz Deutschland sehr deutlich.

Die Daten zeigen, dass es über alle Regionen und in allen Altersgruppen der Menschen in Deutschland hinweg eine breite Zustimmung zur Digitalisierung im Gesundheitswesen gibt.

Ruben Queimano, Chief Commercial Officer bei Deutsche Glasfaser

KI-Diagnostik und Videosprechstunden: Zurückhaltung überwiegt noch

Am kritischsten sehen die Menschen Anwendungen, die medizinische Diagnosen betreffen. Rund die Hälfte der Befragten lehnt Diagnosen durch KI sowie Videosprechstunden ab. Besonders skeptisch sind die über 60-Jährigen (57 Prozent), während die 30- bis 44-Jährigen mit 48 Prozent am offensten sind – trotz insgesamt weiterhin leicht höherer Ablehnung (49 Prozent).

Auch regional zeigen die Ergebnisse ein gespaltenes Stimmungsbild:

  • Im Süden Sachsen-Anhalts unterstützen 57 Prozent KI-Diagnostik und Videosprechstunden, gefolgt von Berlin, dem Süden Brandenburgs, Ostwestfalen-Lippe und Hamburg (je 54 Prozent).
  • Am wenigsten Zustimmung kommt aus dem Saarland (30 Prozent) und aus Tübingen (33 Prozent).
  • Im Ost-West-Vergleich zeigt sich ein in etwas gleiches Bild: 53,3 Prozent der Westdeutschen und 50,6 Prozent der Ostdeutschen stehen der KI-basierten Diagnostik kritisch gegenüber.

„Gerade bei der Diagnostik wünschen sich die Menschen Vertrautes – und setzen dafür weiterhin vor allem auf menschliche Expertise im persönlichen Austausch vor Ort. Das gilt über alle Altersgruppen hinweg und ist ein klares Zeichen für einen gewissen Vorbehalt gegenüber den unbestreitbaren Vorteilen von Videosprechstunden und dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz in diesem Bereich“, kommentiert Queimano. „ Hier gilt es für alle, den digitalen Möglichkeiten eine Chance zu geben, um so die Akzeptanz im Praxistest auszuloten.“

Robotik in der Pflege: Mehrheit lehnt automatisierte Unterstützung ab

Noch deutlicher wird die Skepsis beim Einsatz von Robotern in der Pflege: 62 Prozent der Deutschen stehen pflegerobotischen Anwendungen ablehnend gegenüber. In ländlichen Regionen ist der Zuspruch mit 39 Prozent noch am höchsten, während Kleinstädte mit 66 Prozent die deutlichste Ablehnung zeigen.

Erstaunlich offen sind lediglich Mecklenburg-Vorpommern (52 Prozent Zustimmung) und der Norden Sachsen-Anhalts (49 Prozent Zustimmung bei 43 Prozent Ablehnung) – die einzigen Regionen, in denen eine knappe Mehrheit für den Einsatz von Robotern votiert. Besonders groß ist die Ablehnung im schwäbischen Teil Bayerns (75 Prozent) sowie im brandenburgischen Norden (74 Prozent) und Süden (71 Prozent). Im gesamtdeutschen Vergleich bleibt die Haltung ähnlich: 67,8 Prozent der Westdeutschen und 65,4 Prozent der Ostdeutschen lehnen Pflege-Robotik ab.

Zur Studie

Der Digitalklimaindex von Deutsche Glasfaser, erstellt in Zusammenarbeit mit Media Tenor und dem Meinungsforschungsinstitut Mentefactum, hat die digitale Einstellung der deutschen Bevölkerung in zwölf Lebensbereichen untersucht. Die Studie basiert auf einer repräsentativen Telefonbefragung von 3.013 Personen ab 16 Jahren in 32 Regionen im Juni 2025. Die Ergebnisse zeigen, wie die Menschen in Deutschland über Chancen und Risiken der Digitalisierung sowie die Verantwortung des Staates bei diesem Thema denken. Hier geht es zum Digitalklimaindex 2025

(ID:50672261)

Jetzt Newsletter abonnieren

Wöchentlich die wichtigsten Infos zur Digitalisierung im Gesundheitswesen

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung