GARMI – Next Generation TUM stellt neuen Pflege-Roboter vor

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

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Die TU München hat beim Besuch der bayerischen Gesundheitsministerin erstmals einen neuen Assistenzroboter für die Pflege vorgestellt, genauer gesagt, eine Weiterentwicklung des Roboters Garmi. Anders als sein Vorgänger kann er etwa Gespräche führen, und auch sein Äußeres haben die Forschenden weiterentwickelt.

Prof. Alexander König im Gespräch mit Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach. Im Vordergrund: der neue Garmi.(Bild:  Max Merget)
Prof. Alexander König im Gespräch mit Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach. Im Vordergrund: der neue Garmi.
(Bild: Max Merget)

Er zwinkert mit den Augen, bringt ein Glas Wasser, führt Gespräche, kann auch Gegenstände aufheben – das Team der Technischen Universität München (TUM) hat den neuen Garmi-Roboter (GARMI 1.1) mit Funktionen ausgestattet, die in der Pflegeassistenz benötigt werden. Dafür brauchte es auf der einen Seite natürlich die entsprechende Technik, etwa Sensoren, Kameras auf Augenhöhe und 3-D-Kameras zur Koordination der Arme. Der Roboter muss präzise greifen und navigieren können. Aber er muss auch „menschlich“ interagieren, Sicherheit und Vertrauen vermitteln. Deshalb arbeitet das Forschungsteam des Munich Institute of Robotics and Machine Intelligence (MIRMI) bei der Umsetzung der neuen Plattform mit dem Munich Design Institut (MDI) zusammen. MIRMI-Professor und Leiter des Teams Prof. Alexander König erklärt: „Ein Roboter muss funktionieren, bedienbar sein und zugleich Menschen ansprechen. Deswegen kooperieren wir mit Design-Expertinnen und -Experten.“

Für eine passende Umsetzung wurden auch die künftigen Anwender mit einbezogen. Es gab mehrere Workshops mit Pflegenden, älteren Menschen, Ärztinnen und Ärzten und Forschenden. „Empathisch, kompetent, professionell, vertrauenswürdig und freundlich“ wünschten sich Teilnehmende demnach den Roboter.

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„Ein freundliches Wesen, das Technik steuert“

Auch wenn die erste Assoziation hier ein humanoider Roboter sein mag – Garmi sieht nicht aus wie ein Mensch, eher wie eine mobile Plattform. Den Bildschirm für Videokonsultation und Ferndiagnostik hält er in den Händen, die soziale Interaktion aber geschieht über das Gesicht. Die Roboter-Greifarme sind bewusst als externe Werkzeuge gestaltet – „ein freundliches Wesen, das Technik steuert“, wie Annette Diefenthaler, Professorin für Design und Transdisziplinarität und Leiterin des Munich Design Instituts (MDI), es beschreibt. Die Maschine rücke so in den Hintergrund „und der Roboter baut eine emotionale Verbindung auf.“

Wie der neue Roboter funktioniert, davon konnte sich Bayerns Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention, Judith Gerlach, bei ihrem Besuch am Garmischer Forschungszentrum ein Bild machen – und sogar die Steuerung per Virtual Reality ausprobieren. „Der neue Entwicklungsansatz von ‚Garmi‘ ist äußerst spannend“, so die Ministerin. Die TUM schaffe am Forschungsstandort in Garmisch-Partenkirchen innovative Lösungen, die hervorragend dafür geeignet seien, Pflegekräfte zu entlasten. „Gleichzeitig kann die Lebensqualität pflegebedürftiger Menschen verbessert werden“.

Das Geriatronik-Forschendenteam in Garmisch beweise einmal mehr, „dass es nah an den Bedürfnissen von Pflegenden und älteren Menschen dran ist“, befand Vizepräsident der TUM Gerhard Kramer.

Im nächsten Schritt soll der neue Garmi nun abgesichert werden, um den Einsatz in Pflegeeinrichtungen wie auch im häuslichen Umfeld von Senioren zu ermöglichen. Etwas zu trinken zu bringen sei nur der erste Schritt. „Beim Aufstehen behilflich sein, Kommunikation und Teilhabe am Sozialleben ermöglichen, an Medikamente erinnern – die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig“, sagt Prof. Alexander König.

Die Entwicklung des neuen Garmi ist Teil der gemeinsamen multidisziplinären Forschungen der Partner LongLeif, Caritasverband für München und Oberbayern und Technische Universität München. Im Fokus stehen neue Konzepte und Technologien für menschenwürdige, individuelle Pflege und selbstbestimmtes Leben im Alter.

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