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4. Mangelnde Weitsicht und Sorgfaltspflicht
Hersteller von Medizingeräten, die Public-Cloud-Dienste ohne Verständnis für die damit verbundenen Risiken nutzen, nehmen kommerzielle, technische, rechtliche und Compliance-relevante Risiken in Kauf. Sind Entwicklungsteams für Gerätesoftware von Herzschrittmachern oder Röntgenapparaten nicht mit Cloud-Technologien vertraut, können betriebliche und architektonische Probleme auftreten.
Daher müssen Entwickler eine umfassende und vor allem branchenbezogene Risikoprüfung, eine Due Dilligence, durchführen, um die mit ihren Cloud-Services verbundenen Risiken für ihr Produkt einzuschätzen. Die Sorgfaltspflicht im Cloud-Umfeld gilt immer und insbesondere bei Cloud-Migrationen, Zusammenlegung und Outsourcing.
5. Keine Datensicherung, keine Gnade
Berichte über Datenverluste aufseiten der Cloud-Provider nehmen aktuell ab, obwohl Hacker sich nach wie vor angriffslustig zeigen und Daten aus Klinikstrukturen oder Rechenzentren löschen. Mindestens tägliche Datensicherungen, besser alle acht Stunden, sind die Basis jedes IT-Sicherheitskonzeptes. Wer als Klinikbetreiber sichergehen will, trennt personenbezogene Daten und Daten, die von medizinischen Geräten erfasst werden, jeweils physisch an verschiedenen Orten oder Netzen.
6. Cloud-Services als Eintrittstor
Wer an die Hardware-Ressourcen hinter einer Cloud gelangt, dem gelingt es, eine Armada von Geräten für sich zu nutzen. Hacker führen damit nicht nur simple DDoS-Attacken aus, sondern knacken auch Verschlüsselungen oder minen Crypto-Währungen. Attacken auf derartige Ressourcen haben meist zwei Dinge im Blick: Datendiebstahl mit nachfolgender Erpressung beziehungsweise das Löschen von Patientendaten und Downtime, die Teil einer weiteren Attacke sein kann oder dem anvisierten Krankenhaus Reputationsschäden und damit auch wirtschaftliche Einbußen einbringt.
7. (D)DoS-Attacken in nächster Generation
Cyberkriminelle nutzen schon lange DDoS-Attacken, die durch Anfragenüberflutung die Server des Zieles in die Knie zwingen. Sie erlangen aber durch Cloud-Services eine neue Bedeutung, da sie nun nicht mehr nur Internetseiten, sondern ganze Dienstleistungen paralysieren.
Github, eine Cloud zum Teilen von Code, erlebte 2018 einen Rekord-Angriff. Sage und schreibe 1,35 Terabit Traffic pro Sekunde erreichten die Server und überforderten sie für mehrere Minuten. Laut Netscout, einem Anbieter für Netzleistungsmanagementprodukte, sorgen DDoS-Attacken auf dem amerikanischen Markt pro Jahr für einen Schaden von 10 Milliarden US-Dollar . Auch die Quantität der Angriffe nimmt von Jahr zu Jahr stark zu.
8. Geteilte Technologie-Schwachstellen
Schwachstellen in gemeinschaftlich genutzter Technologie, die Infrastruktur, Plattform und Anwendung umfasst und bei vernetzten medizinischen Geräten an der Tagesordnung ist, stellen eine erhebliche Bedrohung für Cloud-Computing dar. Tritt eine Schwachstelle auf einer Ebene auf, betrifft sie alle Ebenen und Mandanten (Kunden). Wird eine integrale Komponente kompromittiert, setzt sie die gesamte Umgebung potenziellen Verletzungen aus. Um dies zu verhindern, empfiehlt die Cloud Security Alliance eine nachhaltige und modulare Verteidigungsstrategie: Multifaktor-Authentifizierung, Einbruchmeldesysteme, Netz-Segmentierung und Ressourcen-Aktualisierung bilden bei dieser dabei die wesentlichen Bausteine.
Wertediskussion zur Digitalisierung im Gesundheitssektor
Hippokrates war kein Nerd
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