Wie reagieren Krankenhäuser und medizinische Organisationen auf Cyberrisiken? Die repräsentative Studie „Cybersicherheit in Zahlen“ zeigt, dass der Nachholbedarf im Gesundheitssektor überdurchschnittlich groß ist. Zudem verschärft sich die Bedrohungslage durch den kriminellen Einsatz von künstlicher Intelligenz deutlich.
Es kann jede Klinik treffen. Daher muss besondere Aufmerksamkeit auf IT-Sicherheit liegen.
Der Einsatz von künstlicher Intelligenz bringt enorme Fortschritte. Doch diese Vorteile nutzen auch Cyberkriminelle aus. So werden Phishing-Mails heute nicht nur schneller, sondern auch fehlerfrei und täuschend echt erstellt, sodass sie für Mitarbeitende kaum noch als Fälschung zu erkennen sind. Wie ernst die Lage im Gesundheitsbereich ist, zeigt die aktuelle fünfte Ausgabe der Studie „Cybersicherheit in Zahlen“, die das IT-Sicherheitsunternehmen G DATA CyberDefense gemeinsam mit Statista und brand eins durchgeführt hat. Zwei von drei Befragten erwarten, dass sich die Bedrohungslage durch KI verschärfen wird. Es ist also davon auszugehen, dass sich die Bedrohungssituation für den Gesundheitssektor weiter verschärfen wird.
IT-Sicherheitskompetenzen? Ja, aber …
Die repräsentative Studie offenbart ein gravierendes Problem: Nur jede vierte befragte Person aus dem Bereich Gesundheit und Soziales schätzt die persönliche Kompetenz im Bereich IT-Sicherheit als groß oder sehr groß ein. Im Branchenvergleich ist dies der letzten Platz. Primus ist und bleibt die Telekommunikations- und Informationsbranche: 60 Prozent stufen ihre IT-Sicherheitskompetenz als sehr hoch und hoch ein.
Daher überrascht es dann auch nicht, dass nur 14 Prozent der Befragten aus Kliniken und medizinischen Einrichtungen glauben, betrügerische E-Mails sicher erkennen zu können. Mehr als vier von fünf sind sich hingegen unsicher, ob sie die Echtheit von Nachrichten einschätzen können. Dieses Ergebnis zeigt, wie wichtig das Sicherheitsbewusstsein in der Belegschaft ist, um digitale Bedrohungen zu erkennen – und zwar auf allen Hierarchieebenen. Schließlich zielen Phishing-Angriffe nicht nur auf Führungskräfte ab, sondern auch auf Mitarbeitende in Buchhaltung, Logistik oder HR.
IT-Sicherheit: niedriger Reifegrad
Neben individuellem Verhalten spielt auch der Reifegrad der IT-Sicherheit eine zentrale Rolle. Doch auch hier herrscht Nachholbedarf: Nur jeder fünfte Arbeitnehmende stuft diesen im eigenen Unternehmen als „sehr hoch“ ein. Der Grund: umfangreiche Schutzmaßnahmen, ein starkes Sicherheitsbewusstsein und regelmäßige Audits. Rund 44 Prozent sehen zwar eine solide Basis, aber auch Optimierungspotenzial. Und mehr als ein Drittel berichtet von gravierenden Lücken, fehlenden Prozessen oder Ressourcen. Besonders problematisch: Unternehmen mit niedrigem Reifegrad gefährden nicht nur sich selbst, sondern als Teil von Lieferketten auch ihre Partnerunternehmen. Cyberkriminelle suchen gezielt den Weg des geringsten Widerstands – und der führt über das schwächste Glied.
Ein entscheidender Faktor für fehlende IT-Sicherheit liegt im mangelnden persönlichen Bewusstsein für die Verantwortung. Auch hier offenbart der Gesundheitssektor großen Nachholbedarf: 43 Prozent fühlen sich wenig oder gar nicht verantwortlich. Nur jeder Vierte attestiert sich ein hohes oder sehr hohes Verantwortungsgefühl. In diesem Zusammenhang müssen Führungskräfte ihrer Vorbildfunktion gerecht werden und das Thema regelmäßig kommunizieren, um einen Kulturwandel im Betrieb anzustoßen.
Cybervorfälle sind Alltag, keine Ausnahme
Cyberattacken gehören auch im Healthcare-Sektor zum Alltag. Und so sprechen die Studienergebnisse eine klare Sprache: Mehr als ein Viertel der Befragten hatten im vergangenen Jahr mindestens einen oder mehrere Cyberangriffe auf ihr Unternehmen. Die Auswirkungen reichen von Betriebsausfällen über Datenverlust bis hin zu finanziellem Schaden oder sogar DSGVO-Strafen. Das zentrale Problem dabei: Viele Unternehmen reagieren zu langsam. Nur 28 Prozent leiten innerhalb von Minuten Gegenmaßnahmen ein. Ein Viertel braucht dafür einen ganzen Tag oder länger – was die Schadenshöhe massiv beeinflusst.
Dabei gibt es effektive Möglichkeiten zur Früherkennung, etwa durch die kontinuierliche 24/7-Überwachung der IT-Systeme. Doch laut Studie kontrollieren 17 Prozent der Kliniken und medizinischen Einrichtungen ihre Systeme nur zeitweise. Positiv: 39 Prozent verfügen über ausreichende interne Kapazitäten, andere setzen erfolgreich auf externe Dienstleister, um deren Expertise zu nutzen und dem Fachkräftemangel zu begegnen.
Zur Studie
Mehr als 5.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland wurden im Rahmen einer repräsentativen Online-Studie zur Cybersicherheit im beruflichen und privaten Kontext befragt. Die Fachleute von Statista haben die Befragung eng begleitet und konnten dank einer Stichprobengröße, die über dem branchenüblichen Standard liegt, belastbare und valide Marktforschungsergebnisse im Magazin „Cybersicherheit in Zahlen“ präsentieren. Darüber hinaus haben die Marktforscher Zahlen, Daten und Fakten aus mehr als 300 Statistiken zu einem umfassenden Nachschlagewerk der IT-Sicherheit zusammengeführt.
Angesichts der Bedrohungslage führt für viele Unternehmen in der Gesundheitsbranche kein Weg mehr an einer strategischen Partnerschaft mit IT-Sicherheitsanbietern vorbei. Ein entscheidendes Auswahlkriterium: der Standort des Dienstleisters. Drei Viertel der Befragten bevorzugen einen Anbieter mit Sitz in Deutschland – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr (23 Prozent favorisieren einen europäischen Anbieter. Dahinter steht der Wunsch nach mehr digitaler Souveränität – ein Thema, das insbesondere in Deutschland und der EU angesichts der geopolitischen Entwicklungen an Bedeutung gewinnt. Bei der Anbieterwahl stellen die Befragten vor allem Datenschutz, Zertifizierungen und Compliance in den Fokus, gefolgt von persönlichem Ansprechpartner und Erreichbarkeit. Der Einsatz von KI im IT-Security-Umfeld spielt bislang noch eine untergeordnete Rolle.
Stand: 08.12.2025
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Fazit: Warten ist keine Option
Die Herausforderungen im Bereich IT-Sicherheit werden nicht kleiner. Auch für Kliniken und medizinische Einrichtungen gilt: Der Einsatz von KI sowie der anhaltende Fachkräftemangel erhöhen den Druck auf Entscheider. Wer sich professionelle Unterstützung holt, profitiert von erprobtem Know-how, schnelleren Reaktionszeiten und einem höheren Schutzlevel. Die Zeit zu handeln ist jetzt.