Interoperabilitätsplattformen und Gesundheitscloud

Vernetzt in die Zukunft: Projekte der Länder

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Für die Anbindung an die bestehende Interoperabilitätsplattform von Charité und Vivantes braucht es die entsprechenden technischen Voraussetzungen. Kliniken, die diese Voraussetzungen noch nicht erfüllen, können dafür Fördergelder aus dem Krankenhausstrukturfonds beantragen. Das organisiere jeder Träger selbst, „im Rahmen des Projektes entwickeln wir aber ein Konzept für die Anträge, um die Antragsteller zu unterstützen“, so Alwardt. Und noch eine Aufgabe ist zu lösen: Der Abgleich der Patientendaten, der zwischen den zwei Trägern gut funktioniert, würde bei 15 Beteiligten zu lang dauern. Dafür braucht es noch eine zentrale Komponente mit Master-Patient-Index und Registry. „Wir gehen davon aus, dass wir erste Krankenhäuser noch 2024 anbinden können“, sagt Alwardt. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Voraussetzungen in den einzelnen Häuser werde sich die schrittweise Anbindung aber bis 2025 hinziehen.

Health Harbor Hamburg

Diese beiden Punkte – den zentralen Datenabgleich bei dezentraler Datenhaltung und die großen Unterschiede in der Systemlandschaft der einzelnen Häuser – sieht man auch im Norden Deutschlands als Herausforderungen. Hier haben sich 18 Träger im Projekt Health Harbor Hamburg vernetzt. „Die Daten sollen weiter in der Hoheit der einzelnen Häuser bleiben“, erläuterte Norman Freier, Projektleiter bei Albertinen-Zentrale Dienste, beim ZTG-Telemedizin Kongress Nord im Dezember 2023. Eine Direktverbindung zwischen allen Häusern sei nicht umsetzbar, „weshalb wir uns dann dazu entschlossen haben, eine zentrale Komponente zu definieren". Diese solle Patienten zwischen den Häusern identifizieren und eine Registry zur Verfügung stellen, eine Art „Meldestelle“ für die Datenobjekte, die Krankenhäuser für die Patienten vorhalten. Für die technische Ausgestaltung sind zwei Varianten vorgesehen: Einmal für Häuser, die schon eine Interoperabilitätsplattform haben und nur eine Art Gateway zur zentralen Komponente benötigen, und eine Lösung für kleinere Teilnehmer, die technisch noch nicht so fortgeschritten sind und somit eine kleine „All-in-one-Lösung“ benötigen.

Ein Patientenportal für Bayern

Während auch in Hamburg das Projekt schon 2019 mit den ersten Projektskizzen begann, waren solche Vernetzungsprojekte in Bayern zu der Zeit noch Wunschdenken, denn Daten durften das Krankenhaus nicht verlassen. Das änderte sich erst mit der Anpassung des bayerischen Krankenhausgesetzes 2022. Dann aber ging es zügig: Im Sommer 2022 wurde die Idee einer gemeinsamen Klinik-IT erstmals vorgestellt, im Mai 2023 schlossen sich zunächst 16 Gründungspartner zur Klinik-IT Genossenschaft zusammen, koordiniert von der Bayerischen Krankenhausgesellschaft und der Klinik-Kompetenz-Bayern e. G. Parallel wurde bereits das Vergabeverfahren zum Aufbau eines gemeinsamen Patientenportals gestartet. Im Oktober 2023 erhielt Siemens Healthineers als Generalunternehmer den Zuschlag für den Aufbau der interoperablen Plattform des Portals – für inzwischen über 110 Kliniken. Fördermittel von Bund und Ländern im Rahmen des KHZGs könnten so sehr effizient eingesetzt werden, sagte KKB-Vorstandsmitglied Manfred Wendl, der die gemeinsame Ausschreibung koordiniert hat: „Es wäre für eine einzelne Klinik kaum möglich gewesen, ein Portal mit diesen vielfältigen und umfassenden Funktionalitäten und diesen Konditionen aufzubauen. Durch die Bündelung kann auch der Support für das Patientenportal gewährleistet werden, was angesichts des Fachkräftemangels in den Kliniken kaum realisierbar wäre.”

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