Definition Was ist das Deutsche Netzwerk für Personalisierte Medizin (DNPM)?

Von andi_dd 2 min Lesedauer

Das Deutsche Netzwerk für Personalisierte Medizin organisiert die optimierte Versorgung von fortgeschrittenen oder seltenen Krebserkrankungen. Es verfolgt einen innovativen Ansatz, an dem sich Wissenschaftler diverser Fachrichtungen beteiligen.

Das Deutsche Netzwerk für Personalisierte Medizin ist bundesweit aktiv.(Bild:  scyther5, Getty Images via Canva.com)
Das Deutsche Netzwerk für Personalisierte Medizin ist bundesweit aktiv.
(Bild: scyther5, Getty Images via Canva.com)

Mit dem Deutschen Netzwerk für Personalisierte Medizin (DNPM) gibt es einen Verbund an medizinischen Einrichtungen, der sich der individuellen Krebsmedizin verschrieben hat. Die Organisation mit Sitz in Tübingen koordiniert die Arbeit der beteiligten Institutionen und Wissenschaftler. Sie fördert die Personalisierte Krebsmedizin, die auf die Besonderheiten von Krebserkrankungen eingeht.

Personalisierte Medizin bei Krebs: Definition

Dieser medizinische Ansatz basiert auf der molekularen Diagnostik, mit der Wissenschaftler die Eigenheiten von Krebserkrankungen erfassen. Diese Herangehensweise basiert auf dem Wissen, dass sich Krebs bei Menschen in vielfältigen Formen ausprägt. Auf der Grundlage dieser Diagnostik empfehlen die Mediziner maßgeschneiderte Therapien wie die Einnahme eines angepassten Mix an Arzneimitteln. Somit fungiert die Personalisierte Medizin als Alternative zu standardisierten Chemotherapien.

Die Ziele der DNPM

Das Deutsche Netzwerk für Personalisierte Medizin verfolgt mehrere konkrete und allgemeine Zielstellungen. Dazu gehören:

  • Beratung und Behandlung von Patienten inklusive Anwendung von Off-Label-Therapien,
  • Aufnahme von Patienten in Studien,
  • Sammlung, Bereitstellung und Analyse von Patientendaten,
  • Wissenstransfer zwischen Medizinern und Aufbau regionaler Netzwerke.

Mittlerweile arbeiten vielfältige renommierte Institutionen in diesem Netzwerk mit. Beispiele sind die Onkologie-Abteilungen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und an der Uniklinik Köln. Darüber hinaus haben namhafte Einrichtungen wie die Charité in Berlin für diesen Zweck separate Plattformen etabliert.

So arbeitet das Deutsche Netzwerk für Personalisierte Medizin

Im ersten Schritt beraten Ansprechpartner des DNPM Patienten, die zur Zielgruppe gehören. In der Folge führen Experten eine molekulare Analyse durch. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten. Zum Kreis der Berechtigten zählen Patienten, bei denen der Krebs trotz Standardtherapie fortschreitet. Auch bei diversen seltenen Krebserkrankungen kommt die molekulare Analyse infrage.

Anschließend beschäftigt sich das sogenannte Molekulare Tumorboard mit den Ergebnissen und schlägt die passende Therapie vor. Die Spezialisten raten unter anderem zur Teilnahme an einer Studie oder zur Einnahme von Medikamenten, deren Wirkung bisher nur in Einzelfallberichten bestätigt wurde. Die Krankenversicherung prüft individuell, ob sie die Kosten für die jeweilige Therapie bezahlt. Bei einer Studienteilnahme erfolgt die Kostenübernahme durch die Klinik oder einen externen Studiensponsor.

Zentrale fachübergreifende Einrichtung ist das erwähnte Molekulare Tumorboard des DNPM: In diesem Gremium tauschen sich Onkologen, Molekularpathologen, Bioinformatiker, Humangenetiker und Radiologen über die einzelnen Patienten aus.

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