Definition Was ist der Bundes-Klinik-Atlas?

Von andi_dd 2 min Lesedauer

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Mit dem Bundes-Klinik-Atlas gibt es seit Mai 2024 eine Datenbank, welche Leistungsdaten von Krankenhäusern präsentiert. Diese Einrichtung geht auf das Bundesgesundheitsministerium zurück, Kliniken müssen verpflichtend Daten liefern.

(Bild:  scyther5, Getty Images via Canva.com)
(Bild: scyther5, Getty Images via Canva.com)

Der Bundes-Klinik-Atlas ist ein digitales Instrument, um die Transparenz im Gesundheitswesen zu erhöhen. Er versetzt Patienten in die Lage, auf fundierter Basis ein Krankenhaus zu wählen. Die Verantwortung für diese Online-Datenbank trägt das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQUG), auch das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus GmbH (InEK) ist involviert. Der Gesetzgeber verpflichtet die Kliniken dazu, alle erforderlichen Daten zur Verfügung zu stellen: Die Teilnahme am Bundes-Klinik-Atlas ist obligatorisch.

Diese Daten beinhaltet der Bundes-Klinik-Atlas

Die Datenbank listet im ersten Schritt folgende Daten:

  • Fallzahl bei bestimmten Eingriffen pro Jahr: Patienten erkennen daran, wie viel Erfahrung die Verantwortlichen mit diesen Behandlungen aufweisen.
  • Krankenhausweiter Pflegepersonalquotient: Diese Zahl zeigt das Verhältnis von Pflegeaufwand im Verhältnis zur Anzahl der Pflegekräfte auf.
  • Notfallversorgung: Der Bundes-Klinik-Atlas informiert, ob vor Ort eine Basis-Notfallversorgung, eine erweiterte Notfallversorgung oder eine umfassende Notfallversorgung vorhanden ist.

Die grafische Darstellung erfolgt mit einem Tacho-System, die Tachos weisen verschiedene, farblich gekennzeichnete Bereiche auf. Das vereinfacht die Einordnung.

Die Verantwortlichen ergänzen diese Angaben schrittweise mit weiteren Daten. Dazu zählt beispielsweise die Komplikationsrate für verschiedene Eingriffe.

Ziel des Bundes-Klinik-Atlas

Diese Datenbank ermöglicht Patienten, sich übersichtlich über die Qualität von Kliniken zu informieren. Die Transparenz dient zugleich dem Wettbewerb: Die Regierung erhofft sich, dass die Vergleichbarkeit der Angebote zu Optimierungen animiert. Wenn sich Patienten am Bundes-Klinik-Atlas orientieren, profitieren Krankenhäuser mit überdurchschnittlichen Leistungsdaten. Sie verzeichnen mehr Behandlungsfälle und entsprechend höhere Einnahmen. Schlecht abschneidende Standorte müssen dagegen mit Einnahmeausfällen rechnen – das spornt zu Verbesserungsmaßnahmen an.

Kritik am Bundes-Klinik-Atlas

Die Klinik-Datenbank stößt bei verschiedenen Akteuren auf Kritik. Im Zentrum steht die Sorge, dass die Daten nicht ausreichend die Realität abbilden oder sogar verfälschen. So bemängelt die Deutsche Stiftung Patientenschutz fehlende Daten zur Patientensteuerung.

Schärfer ist die Kritik aus dem Lager der Klinikbetreiber. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und einzelne Unternehmen beklagen irreführende Angaben. Sie befürchten zum Beispiel, dass die Komplikationsraten durch Faktoren wie abweichender Altersdurchschnitt der Patienten nicht vergleichbar sind. Darüber hinaus kritisieren DKG und Co. die damit einhergehende Bürokratie. Diesen Vorwurf weisen die Unterstützer des Bundes-Klinik-Atlas zurück: Ihrer Meinung nach nutzt die Datenbank vornehmlich Daten, die durch die Kostenabrechnung mit den Krankenversicherung bereits vorhanden sind. Dank Digitalisierung des Gesundheitswesens sei der Aufwand für die Betreiber von Krankenhäusern gering.

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