Definition Was ist MEDI:CUS?

Von Erik1 2 min Lesedauer

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Die präzise Nutzung von Patientendaten ist ein Schlüssel zur Optimierung der medizinischen Versorgung. Mit dem Projekt „MEDI:CUS“ initiiert das Land Baden-Württemberg eine Cloudplattform, die den sicheren Austausch von Gesundheitsdaten ermöglicht.

MEDI:CUS: Baden-württembergische Cloudplattform für Gesundheitsdaten.(Bild:  scyther5, Getty Images via Canva.com)
MEDI:CUS: Baden-württembergische Cloudplattform für Gesundheitsdaten.
(Bild: scyther5, Getty Images via Canva.com)

Die Abkürzung „MEDI:CUS“ steht für „Medizindaten-Infrastruktur: cloudbasiert, universell, sicher“. Das Projekt ist ein Teil der im Jahr 2022 beschlossenen Digitalisierungsstrategie des Landes Baden-Württemberg. Im Februar 2024 passierte das Vorhaben das baden-württembergische Kabinett. Seitdem arbeitet man am Aufbau dieser landesweit nutzbaren Cloudplattform für Gesundheitsdaten.

Das soll MEDI:CUS alles können

MEDI:CUS soll eine cloudbasierte Plattform werden, die sowohl Fachdienste als auch Basisdienste umfasst. Zu den Basisdiensten gehören in erster Linie Querschnittsfunktionen wie etwa die Verwaltung von Nutzerdaten, das Identitätsmanagement und der Bereich Cybersicherheit. Durch die enge Verzahnung soll die medizinische Versorgung verbessert werden. Zu den spezifischen Fachdiensten, die das Projekt MEDI:CUS auszeichnen, zählen die Bereitstellung eines Datentausch-Messengers und die Ermöglichung von krankenhausübergreifenden Telekonsultationen. MEDI:CUS soll sowohl von Patienten als auch von medizinischem Personal genutzt werden können. Zum Mehrwert auf Patientenseite gehören die Einholung von Zweitmeinungen, schnellere Aufklärungsgespräche und der Austausch von Laborberichten, Bildmaterial und Befunden.

Ziel: Bessere Zusammenarbeit über die komplette Versorgungskette im Gesundheitswesen

Obwohl MEDI:CUS Stand heute (Juli 2024) noch nicht eingeführt wurde, handelt es sich bei dem Projekt um ein ambitioniertes Vorhaben, das die Digitalisierung im baden-württembergischen Gesundheitswesen entscheidend voranbringen kann. Einige Use Cases, die im Rahmen der Konzeptvorstellung präsentiert wurden, machen deutlich, welche Ziele dabei verfolgt werden. So soll etwa die medizinische Versorgung mittels eines KI-basierten, landesweit vernetzten Frühwarnsystems für etwaige septische Komplikationen auf Intensivstationen verbessert werden. Weitere Ziele sind

  • die Vereinfachung von Prozessen in Krankenhäusern,
  • die Vernetzung der Diagnostik,
  • die Stärkung des Gesundheitsstandorts Baden-Württemberg und
  • die Verbesserung der Verfügbarkeit von Speicherplatz / Rechenkapazität.

Europäische Anbindung geplant

Obwohl primär für baden-württembergische Krankenhäuser, Mediziner und Patienten entwickelt, soll MEDI:CUS auch einen nationalen und internationalen Datenaustausch ermöglichen. Das Projekt ist demzufolge kompatibel mit der im Mai 2022 präsentierten Initiative EHDS (Europäischer Gesundheitsdatenraum).

Was sind die nächsten Schritte beim Aufbau von MEDI:CUS?

Im Anschluss an die Präsentation des Projekts begannen Fachleute damit, die Projektstruktur weiter auszubauen. Dazu stehen Gelder in Millionenhöhe aus der dritten Förderrunde des „Forums Gesundheitsstandort Baden-Württemberg“ zur Verfügung. Ebenfalls anstehend sind die Suche nach Projekt- und Implementierungspartnern sowie der detaillierte Ausbau der Basisinfrastruktur. Ab 2025 sollen die Basisinfrastruktur sowie die ersten Fachdienste verfügbar sein.

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