Definition Was sind Nosokomiale Infektionen?

Von Casablanca 2 min Lesedauer

Gesundheits- und medizinische Einrichtungen sollen Menschen heilen und versorgen: Sind aber auch ein potenzieller Infektionsherd. Wenn Viren, Bakterien, Pilze und Co. Infektionen dort übertragen, spricht man deshalb von nosokomialen Infektionen.

Nosokomiale Infektionen: Übertragung von Bakterien und Co. in medizinischen Einrichtungen.(Bild:  aga7ta – stock.adobe.com)
Nosokomiale Infektionen: Übertragung von Bakterien und Co. in medizinischen Einrichtungen.
(Bild: aga7ta – stock.adobe.com)

In Mitteleuropa erkranken etwa vier Prozent der Patienten in Gesundheitseinrichtungen an einer Folgeinfektion, die auf die Viren-, Bakterien- und Pilzübertragung in der jeweiligen Einrichtung zurückzuführen ist. Nosokomiale Infektionen werden daher manchmal auch als „Gesundheitssystem-assoziierte Infekte“ bezeichnet. Selbige sind für Mitarbeiter in den jeweiligen medizinischen Einrichtungen ebenso eine Gefahr, wie allen voran für die Patienten – die häufig, was die eigentliche Ursache für ihren Aufenthalt da ist, gesundheitlich sowieso vorbelastet und damit anfällig sind.

Als nosokomiale Infektionen werden solche bezeichnet, wenn sie zwei Bedingungen erfüllen: Einerseits muss es sich um eine Infektion handeln, andererseits muss diese zwei oder mehr Tage nach Einlieferung in eine medizinische Einrichtung auftreten. Im weitesten Sinne können solche Infekte natürlich auch außerhalb von stationären Aufenthalten auftreten, beispielsweise im Wartezimmer des Haus- oder Facharztes.

Die Ursachen für die Infektion sind hauptsächlich Bakterien, zu einem statistisch geringeren Anteil auch Viren und Pilze.

Differenzierung zwischen endogen und exogen bedingter Infektion

Von einer „endogenen“ Infektion spricht man, wenn eigentlich harmlose Bakterien in das Körperinnere gelangen, wie beispielsweise im Zuge einer Operation oder offenen Wunde möglich. Eine exogene Infektion liegt vor, wenn sich die nosokomiale Infektion durch externe Einflussfaktoren ergibt, zum Beispiel aufgrund von verunreinigten medizinischen Hilfsmitteln, Türklinken in Krankenhäusern oder wegen dem Kontakt zu Ärzten/Pflegern und anderen in der Einrichtung beschäftigten Personen.

Risikofaktoren bei einer nosokomialen Infektion

  • Längere Aufenthalte in medizinischen Einrichtungen führen zu einer Steigerung des Infektionsrisikos,
  • Behandlungen mit Antibiotika,
  • durch Erkrankungen oder Medikamente geschwächte Immunsysteme,
  • das Alter,
  • schlechte Wundheilungen und chronische Erkrankungen.

Des Weiteren sind medizinische Eingriffe ein Risiko, sowohl bei operativen Eingriffen als auch wenn Fremdkörper in den Körper gelangen, wie beispielsweise Katheter oder Geräte zur Dialyse. Das Risiko von nosokomialen Infektionen lässt sich nicht vollständig eliminieren, die jeweiligen medizinischen Einrichtungen können es durch etablierte Leitlinien aber senken – allen voran durch die häufige und regelmäßige Desinfektion aller Gegenstände dort und der strikten Einhaltung allgemeiner Hygieneregeln.

Welche nosokomialen Infektionen treten besonders häufig auf?

Da prinzipiell sowohl Bakterien als auch Viren und Pilze nosokomiale Infektionen hervorrufen können, sind die daraus resultierenden Infekte ausgesprochen vielfältig. Statistisch kommt es vermehrt zu Harnwegsinfekten, teilweise auch solchen, die symptomarm oder sogar symptomfrei sind. Lungenentzündungen, Wundinfektionen und Blutvergiftungen (Sepsis) sind ebenso denkbar und treten statistisch häufiger als andere Infektionen auf.

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