Internationaler Tag der Pflege

Angemessene Bezahlung und mehr Personal für die Pflege

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So genannte „weiche Faktoren“, wie etwa die Stimmung im Team, Wertschätzung und Führungsqualitäten der Vorgesetzten, haben – laut den Autoren der Studie – häufig einen höheren Einfluss auf die Arbeitsplatzzufriedenheit als Bezahlung und Sachleistungen. Das gelte gleichermaßen für bereits im Unternehmen beschäftigte Kräfte als auch für mögliche Bewerberinnen und Bewerber. Bei Führungsstil und Wertschätzung durch Vorgesetzte bestehe aber ein deutlicher Nachholbedarf. Auch häufige Personalwechsel in der Führungsebene würden demnach zu einer geringeren Zufriedenheit am Arbeitsplatz führen.

Mögliche Lösungsansätze und die Einschätzung des Gesundheitsministers

In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass insbesondere im Bereich der Pflege noch großer Nachbesserungsbedarf herrscht und man das Thema „Pflegenachwuchs“ lange Zeit stiefmütterlich behandelt hat. Das Pflegestudium, das bereits seit vielen Jahren – auch in Deutschland – existiert, sollte die Pflege nachhaltig mit Führungskräften versorgen. Schon im Jahr 2012 wurde von Seiten des Nationalen Wirtschaftsrat empfohlen, dass bis zu 20 Prozent der Beschäftigten in der Pflege studiert haben sollten. Die Realität zeichnet ein konträres Bild. Weniger als ein Prozent der Pflegekräfte haben einen Pflegestudiengang absolviert. In Österreich beispielsweise gehört das Studium mittlerweile zum festen Ausbildungsbestandteil in der Krankenpflege und ist weithin verbreitet. Das ermöglicht nicht nur die Anerkennung in ausländischen Pflegeeinrichtungen ungemein – auch um die Weiterbildungsmöglichkeiten und die potentiellen Aufstiegschancen innerhalb der Klinikhierarchie steht es in der Alpennation deutlich besser.

Der Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagte zur Veröffentlichung der Studienergebnisse, dass der Wunsch nach einer angemessenen Bezahlung, einer am Pflegeaufwand ausgerichteten Personaldecke und einer besseren digitalen Ausstattung durchaus berechtigt sei. „Ökonomische Zwänge bestimmen den Alltag der Menschen zu stark“, so Lauterbach. Der Mensch und die Zuwendung müssten auch Zeit und Platz haben. Niemand wolle im Akkord arbeiten. Erst recht nicht in der Pflege. Er habe in Union mit seinem Ministerium die Bezahlung auf Tarifniveau in der Langzeitpflege zur Pflicht gemacht, sagt der Gesundheitsminister. Jetzt müssten die Arbeitsbedingungen besser werden. Man werde klare bundeseinheitliche Vorgaben zur Personalbemessung treffen und das Gesundheitswesen durchgängig digitalisieren. Damit nehme man Druck von den Pflegenden. Aber auch die Arbeitgeber müssten mehr tun, um Fach- und Hilfskräfte zu halten. „Pflegekräfte brauchen Wertschätzung, Mitspracherechte, ein respektvolles Arbeitsklima und Rücksicht auf ihre familiäre Situation“, betonte Bundesgesundheitsminister Lauterbach.

Studie „Konzertierte Aktion Pflege“
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