Internationale Studie Angst vor dem Einsatz neuer Technologien?

Von Serina Sonsalla 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Ist die Gesundheitsbranche überfordert, das Potenzial neuer Technologien zu bewerten und die Herausforderung bei der Einführung digitaler Prozesse zu bewältigen? Eine globale Umfrage unter Entscheidungsträgern zeigt auf, welche Bedenken in der Gesundheitsbranche bestehen und wie diese überwunden werden können.

Von den 530 Teilnehmenden wurden 49 aus dem privaten und 36 aus dem öffentlichen Gesundheitssektor befragt.(©  Johannes – stock.adobe.com / KI-generiert)
Von den 530 Teilnehmenden wurden 49 aus dem privaten und 36 aus dem öffentlichen Gesundheitssektor befragt.
(© Johannes – stock.adobe.com / KI-generiert)

„Mut – kein Platz für Angst“ heißt auch die Detecon-Studie „Insights zu Innovation und Technologieakzeptanz“. Die am 12. November veröffentlichten Ergebnisse einer Befragung von über 530 Unternehmen in 13 Ländern zeigt, wie auch das Gesundheitswesen in Deutschland mit der Digitalisierung umgeht. Denn neben den erzielten Erfolgen, gibt es noch immer Unsicherheiten und Vorbehalte neuen Technologien gegenüber.

Die Schweiz ist digitaler Vorreiter bei den DACH-Regionen: Denn über 90 Prozent nutzen IoT-Anwendungen und fast die Hälfte hat KI vollständig implementiert. Doch auch Deutschland macht Fortschritte mit IoT (69 Prozent) und Cloud (33 Prozent). Damit liegt die deutsche Bevölkerung auf dem Niveau skandinavischer Länder.

Länder wie Dänemark werden oft als Beispiele genannt, in denen die Digitalisierung bereits umfassend vorangetrieben wird. Im internationalen Vergleich ist Europa ganz vorne, wie zum Beispiel im Bereich 5 G. Lediglich die Regionen in Asien und im Pazifik hinken noch in der Umsetzung von Cloud-Services und Anwendungen hinterher.

Doch trotz aller Erfolge wird klar, dass die Gesundheitsbranche noch Bedenken hat. Die aktuelle Detecon-Studie zeigt nämlich, dass mehr als die Hälfte der Unternehmen Schwierigkeiten hat, das Potenzial neuer Technologien einzuschätzen. Viele verzichten daher auf den Einsatz, weil die Hürden zu groß erscheinen. Die größten Probleme sehen die Befragten zum Beispiel in der „Kompatibilität mit der bestehenden Umgebung“ und in der Sicherheit.

Ob eine Technologie jedoch erfolgreich ist, entscheiden die Teilnehmenden nach den Kategorien „erhöhte Innovation“ und „erhöhte Effizienz“. „Die Antworten zeigen, dass das praktische Wissen zu Kosten und Wirkung einer Technologie eine entscheidende Rolle spielt, genauso wie die Frage, ob und wie sie sich mit anderen oder schon bestehenden Technologien integrieren lässt“, teilte der Experte für Hyperconnectivity bei Detecon, Christian Maasem und einer der Studienautoren, mit. „Gleichzeitig müssen Unternehmen eine Kultur etablieren, die schnelle Prototypisierung erlaubt, um neue Technologien frühzeitig zu testen und schnell ausrollen zu können.“

Denn im internationalen Vergleich gibt es je nach Region auch große Unterschiede in den Unsicherheiten und Risiken: Etwa 45 Prozent der Befragten sorgen sich um den Verlust des Respekts ihrer Kollegen. In Deutschland haben mehr als die Hälfte Angst vor einer Degradierung, während in China fast 60 Prozent um ihren Bonus bangen. Außerdem bedenken viele den Zeitverlust in der Arbeit, wenn es darum geht, dass eine Technologie erfolglos eingesetzt werden könnte. Dem folgen unterbrochene Services und eine verringerte Produktivität.

Bewertung der Herausforderungen in der Gesundheitsbranche

• Kompatibilität mit der Umgebung: 29%
• Sicherheitsbedenken: 28%
• Schwierige Messung der Investitionsrentabilität: 38%
• Mangelnde Schulung: 29%
• Mangelnde interne Akzeptanz der neu eingeführten Technologie: 26%
• Die Implementierung der Technologien dauert zu lange: 32%
• Unsicher, wie zu beurteilen ist, welche Technologien zu implementieren sind: 28%
• Die Technologien sind zu komplex: 31%
• Nicht wissen, welche Technologien verfügbar sind: 26%
• Die Kosten sind nicht transparent: 32%
• Nicht das volle Potenzial der neuen Technologie ausschöpfen: 25%

„Selbst die besten Theorien und Entscheidungsgrundlagen ersetzen nicht den Praxistest, um herauszufinden, ob eine innovative Technologie wirklich funktioniert und problemlos integrier- und skalierbar ist“, äußerte sich Maasem dazu. Er informierte, dass ein gut verankerter Technologiemanagementprozess als etabliertes System darauf trainiert sein kann, Neues schneller einzuführen und sich an den Prinzipien des Continuous Development zu orientieren. „Er verhindert zudem, dass Innovationen lediglich eine Insel im Unternehmensgeschehen bleiben, ohne eine Leuchtturmwirkung zu entfalten. In der Realität lassen sich durch unterstützende Technologiemanagementprozesse deutliche Synergien finden und positive Effekte hebeln.“ Wichtig sei jedoch, dass sie durchgängig etabliert sind.

(ID:50244060)

Jetzt Newsletter abonnieren

Wöchentlich die wichtigsten Infos zur Digitalisierung im Gesundheitswesen

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung