Apotheke Chancen durch Telepharmazie

Von Susanne Ehneß 2 min Lesedauer

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Die Bayerische Landesapothekerkammer und die Apothekerkammer Nordrhein haben Positionspapiere zur Telepharmazie veröffentlicht. Auch auf dem BAK-Symposium ging es um mögliche Inhalte rund um die Telepharmazie.

Die Teilnehmer des BAK-Symposiums (v. l.): Stefan Wild, Moderatorin Daniela Hüttemann, Thomas Benkert, Matthias Mieves und Dr. Hannes Müller.(©  ABDA)
Die Teilnehmer des BAK-Symposiums (v. l.): Stefan Wild, Moderatorin Daniela Hüttemann, Thomas Benkert, Matthias Mieves und Dr. Hannes Müller.
(© ABDA)

Die Inhalte und strukturelle Ausarbeitung der Telepharmazie wollen die Apotheken nicht dem Bundesgesundheitsministerium überlassen. Im Rahmen eines Symposiums der Bundesapothekerkammer (BAK) diskutierten BAK-Präsident Thomas Benkert, Dr. Hannes Müller (ABDA-Vorstandsmitglied und Mitglied im Digital Hub), Matthias Mieves (Sprecher für E-Health der SPD-Fraktion) und Stefan Wild (Vorstand pharmaSuisse) über Anwendungsmöglichkeiten und Rahmenbedingungen der Telepharmazie.

Thomas Benkert nannte als mögliches Anwendungsbeispiel die Anpassung der Dosierung bei Medikamenten, denn die Apotheker seien „die Arzneimittel-Fachleute“. Stefan Wild, Vorstand von pharmaSuisse, hob die diagnostische Kompetenz der Apotheken hervor: „Wenn wir in eine Vernetzung gehen, dann sind Apotheke und Arzt auf Augenhöhe. Dann kann man auch von assistierter Telepharmazie sprechen.“ Als weiteres Anwendungsbeispiel nannte Wild die Prävention.

Thomas Benkert, Präsident der Bundesapothekerkammer(©  Martin Jehnichen)
Thomas Benkert, Präsident der Bundesapothekerkammer
(© Martin Jehnichen)

Matthias Mieves, Sprecher für E-Health der SPD-Fraktion, pflichtete Benkert und Wild bei. Tatsächlich müsse nicht alles in Arztpraxen stattfinden, doch wäre es angesichts dafür nötiger Softwaretools sinnvoll, sich als Apothekerschaft zusammenzuschließen und in eine gemeinsame, skalierbare Lösung zu investieren. Als Einsatzgebiet von Telepharmazie nannte er beispielhaft das Remote Monitoring. Dies würde, so Mieves, zudem die Ärzte deutlich entlasten. Das Messen von Gesundheitswerten könnten Patienten auch zuhause durchführen und anschließend zur Apotheke schicken. Mieves zeigte sich überzeugt, dass Telepharmazie den Apothekerberuf attraktiv halten sowie die Apothke als Gesundheitsstandort stärken werde.

Matthias Mieves, E-Health-Sprecher der SPD-Fraktion.(©  Christian Schneider)
Matthias Mieves, E-Health-Sprecher der SPD-Fraktion.
(© Christian Schneider)

Dr. Hannes Müller nannte die Adhärenz als mögliches, sinnvolles Anwendungsfeld für Telepharmazie. „Es gibt viele, die ihre Medikamente falsch einnehmen“, sagte Müller, und gerade die Betreuung der Neueinstellung und eine weitere, spätere Vorstellung, um Nebenwirkungen zu erfassen, sei ein Tätigkeitsfeld für Apotheken.

Apothekerkammer Nordrhein

In ihrem Positionspapier geht die Apothekerkammer Nordrhein ebenfalls auf die Strukturen von Telepharmazie ein. Der Vorsitzende des Digitalisierungsausschusses, Marc Kriesten, betont die Notwendigkeit einer fundierten Basis und genauen Planung. „Statt, wie es das ominöse Eckpunkte-Papier des BMG zur Zukunft der Apotheken vorsieht, irgendwie so telepharmazeutisch tätig zu werden, sehen wir eine große Notwendigkeit für eine fundierte Basis und genaue Planung“, erklärte Kriesten.

Marc Kriesten, Vorsitzender des Digitalisierungsausschusses, Apothekerkammer Nordrhein.(©  Apothekerkammer Nordrhein)
Marc Kriesten, Vorsitzender des Digitalisierungsausschusses, Apothekerkammer Nordrhein.
(© Apothekerkammer Nordrhein)

Telepharmazie werde in der Zukunft der Apotheke eine tragende Rolle spielen, um die Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung zu stemmen. „Wir haben heute mit dem Whitepaper einen Grundstein gelegt, um die Apotheke vor Ort und die Krankenhausapotheken in der digitalen Zukunft zu positionieren und konkurrenzfähig zu machen“, sagt Kriesten. Die Apothekerkammer definiert Telepharmazie als „Kommunikation des pharmazeutischen Personals von öffentlichen Apotheken und Krankenhausapotheken im Rahmen einer pharmazeutischen Tätigkeit, bei der sich das Apothekenpersonal sowie die Leistungsempfänger nicht am gleichen Ort aufhalten“. Dies beinhalte auch die fachliche interprofessionelle Kommunikation.

Bayerische Landesapothekerkammer

Auch der Ausschuss für „Digitalisierung und Innovation der pharmazeutischen Berufsausübung“ der Bayerischen Landesapothekerkammer hat ein Positionspapier zur Telepharmazie vorgelegt. Darin werden Leitlinien und Standards definiert. Die Telepharmazie habe großes Potenzial, „die Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln, insbesondere in ländlichen Regionen oder für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zu verbessern“ sowie „eine sichere Anwendung von Arzneimitteln zu gewährleisten“.

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