Krankenhaus-IT Chancen und Herausforderungen durch Personalboom

Von Johannes Kapfer 2 min Lesedauer

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Seit Anfang des Jahrtausends ist die Personaldecke in Kliniken und Krankenhäuser signifikant gewachsen. Insbesondere der Anteil an ausländischen Fachkräften ist um mehrere Hundert Prozent gestiegen. Diese und weitere Zahlen lassen sich aus dem aktuellen Fachkräftemonitor der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) ableiten.

Das Personal im deutschen Gesundheitswesen ist in den vergangenen 25 Jahren deutlich diverser geworden. Insbesondere für die IT-Abteilungen erwachsen daraus gleichermaßen Aufgabenstellungen wie Möglichkeiten.(©  REDPIXEL - stock.adobe.com)
Das Personal im deutschen Gesundheitswesen ist in den vergangenen 25 Jahren deutlich diverser geworden. Insbesondere für die IT-Abteilungen erwachsen daraus gleichermaßen Aufgabenstellungen wie Möglichkeiten.
(© REDPIXEL - stock.adobe.com)

Wenngleich sich der Fachkräftemangel in vielen Bereichen des Gesundheitswesens deutlich bemerkbar macht, zeichnet eine aktuelle Auswertung des Fachkräftemonitors der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) ein differenziertes Bild. Seit dem Jahr 2000 ist demnach die Zahl der Beschäftigten in den Krankenhäusern und Kliniken um 276.000 auf 1,42 Millionen angestiegen. Und das trotz des demographischen Wandels. Für die IT-Entscheiderinnen und -Entscheider ergeben sich daraus sowohl Herausforderungen als auch strategische Chancen. Besonders relevant für IT-Planungen ist die differenzierte Betrachtung: Während sich das ärztliche Personal im betrachteten Zeitraum quantitativ beinahe verdoppelt hat, stieg die Anzahl der Pflegekräfte lediglich um 27 Prozent. Bemerkenswert ist an dieser Stelle, dass die Anzahl ausländischer Ärztinnen und Ärzte um 673 (!) Prozent gestiegen ist. Seit Beginn des Jahrtausends wuchs deren Zahl von 6.581 auf 50.843.

Professor Dr. Henriette Neumeyer, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der DKG, hebt einen kritischen Punkt hervor: „Der immense Bürokratieaufbau der vergangenen Jahre gleicht den Personalzuwachs wieder aus und lässt die real zur Verfügung stehende Arbeitszeit für die Patientenversorgung oft sogar schrumpfen.“ Hier eröffnen sich für die IT-Verantwortlichen konkrete Handlungsfelder: Die zunehmende administrative Belastung bietet Ansatzpunkte für Prozessoptimierungen durch intelligente und fortschrittliche IT-Lösungen. Die stark gestiegene Zahl internationaler Fachkräfte erfordert mehrsprachige und intuitive Benutzeroberflächen, während der prognostizierte Wegfall von mehr als 300.000 Beschäftigten in den nächsten zehn Jahren den Einsatz smarter Workforce-Management-Systeme zum Zünglein an der Waage befördern könnte. Darüber hinaus erfordern politische Vorgaben wie Personaluntergrenzen und festgelegte Betreuungsschlüssel automatisierte Monitoring- und Reporting-Lösungen, sodass eine ideale Patientenbetreuung innerhalb der Kliniken und Krankenhäusern gewährleistet bleibt.

Für IT-Führungskräfte in Kliniken ergeben sich daraus klare Handlungsempfehlungen. Investitionen in Lösungen zur Reduzierung administrativer Belastungen und zur Optimierung klinischer Dokumentationsprozesse sollten Priorität erhalten, während gleichzeitig Change-Management-Strategien für die digitale Transformation – mit besonderem Fokus auf die Integration internationaler Fachkräfte – entwickelt werden müssen. Die Inbetriebnahme interoperabler Systeme, die den nahtlosen Datenaustausch zwischen den verschiedenen Fachabteilungen gewährleisten, wird künftig ebenfalls einen Erfolgsfaktor darstellen. Das vom Deutschen Krankenhausinstitut (DKI) erstellte Fachkräftemonitoring, welches ab 2025 jährlich erscheinen soll, möchte zukünftig eine solide Grundlage für die evidenzbasierte IT-Strategieplanung bieten.

Die Zahlen des DKG-Monitors legen nahe, dass Kliniken wichtige Arbeitgeber für hochqualifizierte Fachkräfte im Gesundheitswesen darstellen. Die IT-Abteilungen können durch strategische Digitalisierungsinitiativen signifikant dazu beitragen, dass dieser Personalzuwachs tatsächlich den Patientinnen und Patienen zugutekommt und nicht im „Bürokratie-Dschungel“ verloren geht.

DKG-Fachkräftemonitoring 2025

Das DKG-Fachkräftemonitoring 2025 können Sie über die offizielle Webseite der DKG im Volltext einsehen und herunterladen.

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