Workflow 169 umgesetzt Charité: E-Rezept-Verordnung für Ambulanzen pilotiert

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

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Das E-Rezept im Standard-Workflow funktioniert, für viele Krankenhäusern aber fängt die Arbeit erst an, wenn sie ihre komplexen Verordnungsprozesse digitalisieren wollen. Eine Pilotlösung gibt es jetzt an der Charité – entwickelt und getestet mit Softwareanbieter, gematik und KIS-Hersteller.

„Die Pilotierung mit der Charité hat gezeigt, dass die Lösung [ ... ] neben anderen Beispielen eine Basis für eine flächendeckende Einführung in Krankenhäusern darstellt.“ Eike Riedel, gematik.  (Bild:  sweasy - stock.adobe.com / KI-generiert)
„Die Pilotierung mit der Charité hat gezeigt, dass die Lösung [ ... ] neben anderen Beispielen eine Basis für eine flächendeckende Einführung in Krankenhäusern darstellt.“ Eike Riedel, gematik.
(Bild: sweasy - stock.adobe.com / KI-generiert)

Im Projekt „E-Rezept in den Kliniken“ haben Experten der Charité – Universitätsmedizin Berlin und Softwareanbieter NOVENTI Health SE gemeinsam mit der gematik und dem KIS-Anbieter Oracle Health eine Lösung für die digitale E-Rezept-Verordnung für die Ambulanzversorgung entwickelt und erfolgreich pilotiert. Damit können nicht nur Fertigarzneimittel, sondern auch individuell hergestellte Zytostatika-Rezepturen durchgehend digital verordnet werden.

Die Lösung umfasst die komplette Prozesskette – die digitale Rezeptanforderung per KIM, Verordnung und Direktzuweisung entsprechend dem Workflow 169 der gematik (E-Rezept-Workflow unter der Steuerungshoheit des verordnenden Leistungserbringers). Integriert sind die ambulanten Krankenhausprozesse wie Taxierung, E-Rezept-Verarbeitung und Abrechnung. Die Implementierung der E-Rezept-Prozesse basiert auf den TI-Funktionalitäten der gematik und beinhaltet auch weitere Schnittstellen wie die Übermittlung von Chargen- und Verfalldaten zur Dispensierung.

Besonders die Integration notwendiger Schnittstellen und die schnelle Bereitstellung technischer Updates hätten eine reibungslose Umsetzung ermöglicht, befindet Enrico Schneemann, Projektleiter E-Rezept an der Charité. „Die Einführung des E-Rezepts hat die Prozesse und den Roll-out in den Ambulanzen erheblich verbessert“, so sein Fazit.

Gleichzeitig habe die damit verbundene Digitalisierung der Ambulanzversorgung auch neue Herausforderungen sichtbar gemacht. Darauf verweist Jan Fahrenkrog-Petersen, Apotheker an der Charité und Vorsitzender des Ausschusses für elektronische Verordnung der ADKA (Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker e.V.). Umso wichtiger sei es gewesen, „die Prozesse so zu gestalten, dass sie den bewährten klinischen Abläufen auf Papier möglichst nahekommen“. Die Erfahrungen zeigten, „dass kontinuierlich neue Fragestellungen und Anpassungsbedarfe entstehen, die eine flexible und enge Zusammenarbeit aller Beteiligten erfordern. Durch gezielte Weiterentwicklungen und abgestimmte Anpassungen gelingt es uns, die Einführung des E-Rezepts schrittweise und praxistauglich in der Ambulanzversorgung zu etablieren“, so Fahrenkrog-Petersen.

Die Kooperation aller Beteiligten wird auch für das Pilotprojekt als Schlüssel zum Erfolg gesehen. Die erfolgreiche Umsetzung des Projekts „E-Rezept in Kliniken“ sei das Ergebnis einer engen interdisziplinären Zusammenarbeit, sagt Zarmal Kashefy, Projektleiter des E-Rezept-Pilotprojekts bei NOVENTI im Bereich Abrechnung Krankenhausapotheke. Dazu gehörte die enge Abstimmung mit dem KIS-Anbieter auf der Verordnungsseite –aber auch mit der gematik.

Basis für flächendeckende Einführung

Im Austausch mit Herstellern wie NOVENTI habe man die die notwendigen technischen Spezifikationen entwickelt und erfolgreich umgesetzt, erklärte Eike Riedel, Solution Management E-Rezept der gematik: „Die Pilotierung mit der Charité hat gezeigt, dass die Lösung nicht nur konzeptionell, sondern auch in der Praxis funktioniert und neben anderen Beispielen eine Basis für eine flächendeckende Einführung in Krankenhäusern darstellt.“

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