Mit der wachsenden Bedeutung von Daten hat sich eine neue, zentrale IT-Rolle herausgebildet: die des Chief Data and Analytics Officer (CDAO). Wie sich diese Position definiert und welche Aufgaben damit einhergehen, verrät dieser Beitrag.
Angesichts des EU AI Act müssen CDAOs sicherstellen, dass KI-Systeme gewisse Anforderungen an Datenethik und Datenschutz erfüllen.
Ursprünglich trugen Chief Data Officers (CDOs) die Verantwortung für die Verwaltung und Governance von Unternehmensdaten, während Chief Analytics Officers (CAOs) sich auf die Analyse und Nutzung dieser Daten konzentrierten. Die heutige CDAO-Rolle vereint diese beiden Bereiche und legt den Schwerpunkt nicht nur auf die effiziente Verwaltung von Daten, sondern auch auf deren strategischen Einsatz zur Schaffung von Wettbewerbsvorteilen.
Daten werden zunehmend als wertvoller Vermögenswert betrachtet, der aktiv zur Innovationsförderung eingesetzt wird und die Grundlage bildet für Business-Entscheidungen. Dieses neue Paradigma erfordert die Transformation von Datenprozessen und die Etablierung einer Kultur, in der datengetriebene Entscheidungen zur Norm werden.
Die Rolle des CDAO kann je nach Branche erheblich variieren. Im Finanzsektor konzentriert sich der CDAO beispielsweise stark auf die Einhaltung von Regulierungen und die Vorhersage von Markttrends, um das Risiko zu minimieren. Im Gesundheitswesen hingegen liegt der Fokus eher auf der Nutzung von Daten zur Verbesserung der Patientenversorgung und der Entwicklung neuer Therapien. Im Einzelhandel spielt der CDAO eine Schlüsselrolle bei der Optimierung der Lieferketten und der Personalisierung des Kundenerlebnisses. Diese branchenspezifischen Unterschiede zeigen, dass die Rolle des CDAO flexibel an die jeweiligen Geschäftsanforderungen angepasst werden muss, um maximalen Nutzen zu generieren.
Die Aufgabe der KI im Wandel des CDAO
Mit der rasanten Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) verschmelzen die Aufgabenbereiche von CDOs und CAOs zunehmend. Moderne CDAOs müssen umfangreiche Kenntnisse in Datenmanagement und -analyse mit der Fähigkeit kombinieren, KI-gestützte Technologien zu implementieren und diesen Wandel, der nicht allein ein technologischer, sondern auch ein kultureller ist, mit begleiten. Diese Technologien reichen von maschinellem Lernen bis hin zu fortschrittlichen Prognosemodellen, die Unternehmen dabei unterstützen, ihre Geschäftsstrategien zu verfeinern und sich auch hinsichtlich kommender Disruptionen resilient aufzustellen.
Laut einer aktuellen Gartner-Umfrage können CDAOs in einer Vielzahl von Situationen das Business von Unternehmen entscheidend voranbringen. Generell sind sie besser in der Lage, Wert- und Effizienzerwartungen zu erfüllen als Erwartungen bezüglich der Zeit bis zur Wertschöpfung. Erfolgreiche CDAOs konzentrieren sich weniger auf taktische Prozesse, sondern mehr auf die übergreifende Unternehmensstrategie sowie auf Führung, den Aufbau von Skills und die Unternehmenskultur. Darüber hinaus befähigen sie andere im Unternehmen, ihre datengestützte Entscheidungsfindung zu verbessern – sie sind also ein Stück weit die Ermöglicher auf dem Weg zum datengetriebenen Unternehmen.
Ein aktueller Report von Exasol zeigt außerdem, dass 56 Prozent der befragten deutschen Unternehmen glauben, dass die Herausforderungen im Bereich der Datenintegration zunehmen werden. Darüber hinaus erwartet die Hälfte der Befragten, dass die Rolle des CDO zunehmend mit der des Chief AI Officer (CAIO) zusammenwachsen wird, insbesondere hinsichtlich ethischer und Compliance-Fragen. Diese Entwicklung verdeutlicht, dass Unternehmen zunehmend auf integrierte Daten- und KI-Strategien setzen, um ihre Geschäftsziele zu erreichen.
Ethische Herausforderungen und der EU AI Act
Die Implementierung von KI und die zunehmende Abhängigkeit von Daten werfen erhebliche ethische Herausforderungen für CDAOs auf. Der kürzlich vorgeschlagene EU AI Act, der die Nutzung von KI in der Europäischen Union regulieren soll, stellt CDAOs vor die Aufgabe, sicherzustellen, dass KI-Systeme transparent, fair und nichtdiskriminierend sind. Dies betrifft insbesondere die Bereiche Datenethik und Datenschutz. CDAOs müssen sicherstellen, dass ihre Unternehmen nicht nur den gesetzlichen Anforderungen entsprechen, sondern auch das Vertrauen der Kunden und Partner aufrechterhalten. Dies erfordert eine sorgfältige Abwägung zwischen Innovation und Verantwortung, um langfristig erfolgreich zu sein.
Der CDAO ist nicht nur ein Verwalter von Daten, sondern ein Katalysator für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. Diese Rolle erfordert enge Zusammenarbeit mit anderen C-Suite-Mitgliedern, um sicherzustellen, dass Datenstrategien nahtlos mit den übergeordneten Geschäftsstrategien in Einklang stehen – die oder der CDAO ist also auch ein Stück weit Vermittler zwischen den verschiedenen Welten. Laut Exasol-Report glauben 51 Prozent der Befragten, dass diese Zusammenarbeit in Zukunft intensiver werden muss, um den vollen Wert aus den Datenressourcen zu schöpfen.
In der Praxis bedeutet dies, dass CDAOs datenbasierte Entscheidungen in allen Geschäftsbereichen fördern müssen. Dazu gehören die Identifikation neuer Geschäftsmöglichkeiten, die Verbesserung von Produkten und Dienstleistungen sowie die Optimierung interner Prozesse. Gleichzeitig müssen sie sicherstellen, dass Datenethik und -sicherheit gewahrt bleiben, um das Vertrauen der Kunden und Partner zu sichern.
Stand: 08.12.2025
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Die Entwicklung einer starken Datenkultur
Eine der zentralen Aufgaben des CDAO ist das Etablieren einer robusten Datenkultur im Unternehmen. Dies erfordert nicht nur technisches Wissen, sondern auch die Fähigkeit, eine klare Vision für die datengetriebene Zukunft des Unternehmens zu entwickeln und zu kommunizieren. Hierbei spielen Empathie und Kommunikationskompetenzen eine entscheidende Rolle. Ein Beispiel für ein erfolgreiches Datenkompetenzprogramm ist das „Data University“-Programm von Airbnb, das Mitarbeitern aller Ebenen Schulungen in Datenkompetenz anbietet.
Um datengetriebene Handlungen zu fördern, ist es wichtig, Anreize entsprechend auszurichten, z. B. durch Boni für datenbasierte Entscheidungen oder die Anerkennung von Best Practices. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das „Data Storytelling“, bei dem komplexe Daten so aufbereitet werden, dass sie für alle im Unternehmen verständlich und handlungsrelevant sind. Der Erfolg eines datengetriebenen Unternehmens hängt maßgeblich davon ab, sowohl technische Fähigkeiten zu fördern als auch eine Denkweise zu entwickeln, die den Wert von Daten erkennt und nutzt.
Die Anforderungen an einen erfolgreichen CDAO
Die Position des CDAO erfordert eine einzigartige Kombination aus technischen Fähigkeiten, strategischem Denken und Führungsqualitäten. Ein erfolgreicher CDAO muss komplexe Datenstrukturen verstehen, datengetriebene Projekte leiten und Teams inspirieren und auf der Datenreise mitnehmen können. Zudem muss er die Brücke zwischen IT und Geschäft schlagen, um sicherzustellen, dass Dateninitiativen direkt zur Erreichung der Unternehmensziele beitragen. Effektive Zusammenarbeit mit anderen Führungskräften und transparente Kommunikation der Datenstrategie sind hierbei entscheidend.
Zukunftsperspektiven und Ausblick
Die Rolle des CDAO wird in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen, da Unternehmen zunehmend auf Daten und KI als Schlüsselkomponenten ihrer Geschäftsstrategien setzen. Die Weiterentwicklung dieser Rolle hängt davon ab, wie gut Unternehmen die Herausforderungen der Datenintegration meistern und eine starke, datengetriebene Kultur aufbauen. Prognosen zufolge wird der Einsatz von KI und Datenanalysen weiter zunehmen, was CDAOs vor neue Herausforderungen stellen wird. Sie müssen nicht nur die technische Infrastruktur optimieren, sondern auch sicherstellen, dass ethische Überlegungen und Compliance-Standards eingehalten werden.
In diesem dynamischen Umfeld werden CDAOs, die kontinuierlich in Weiterbildung und Innovation investieren, eine Schlüsselrolle dabei spielen, ihre Unternehmen zukunftssicher zu machen. Insgesamt ist die Rolle des CDAO nicht nur eine Reaktion auf aktuelle Anforderungen, sondern ein strategischer Hebel, der Unternehmen hilft, die Potenziale von Daten und KI voll auszuschöpfen. Die kontinuierliche Anpassung und Weiterentwicklung dieser Position wird entscheidend für den langfristigen Erfolg und die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen sein.
Helena Schwenk ist als Vizepräsidentin des Chief Data & Analytics Office bei der Exasol AG für den Bereich Analyst Relations verantwortlich. Sie verfügt über mehr als 26 Jahre Erfahrung im Bereich Datenanalyse und war 18 Jahre lang als Branchenanalystin mit den Schwerpunkten Big Data, Advanced Analytics und AI tätig. Als Data-Evangelist beschäftigt sie sich mit den Auswirkungen von Technologie auf Wirtschaft und Gesellschaft.